Dienstag, 09.02.2010








A-ha in Köln: Von allem mehr

Morten Harket ist der charismatische Sänger von a-ha.
Morten Harket ist der charismatische Sänger von a-ha.
(Foto: Gunnar A. Pier)


Köln - Wenn eine in die Jahre gekommene Synthesizer-Band Konzerte gibt, geht das gern mal schief. Der Gesang ist inzwischen dünn, die sorgsam zusammengefriemelte Computermusik geht in der Halle unter. Doch was macht a-ha? Diese in die Jahre gekommene Synthesizer-Band lieferte am Dienstagabend mit mächtig viel Druck in der Kölnarena ein packendes Konzert ab.

10 000 Fans feierten die einstige Boygroup bei ihrem mit 100 Minuten zugegebenermaßen etwas kurzen Gastspiel. Vielleicht die letzte Gelegenheit: Die aktuelle Tour erklärte die Band jüngst zur Abschiedstournee.

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Ein schönes Pop-Album wie das aktuelle „Foot Of The Mountain“ mag noch so perfekt produziert sein: Live braucht’s immer mehr. Mehr von allem. Das hat die norwegische Band offenbar verinnerlicht und bot zunächst einmal mehr Lautstärke. Und vor allem mehr Schlagzeug: Der Gastmusiker mit den Trommelstöcken sorgte dafür, dass die Popsongs des nordischen Trios mit einer begeisternden Wucht durchs große Rund donnerten. Wann immer das Tempo anstieg, veredelte er die Live-Arrangements mit pointiertem Schlag.


Zwei von drei: Morten Harket und Pal Waaktar-Savoy.
Zwei von drei: Morten Harket und Pal Waaktar-Savoy.
(Foto: Gunnar A. Pier)


Manchmal übertrieben es die Herren sogar ein wenig. Das schöne „Hunting High And Low“ klang so laut polternd aus, dass mancher jäh aus der sentimentalen Erinnerung an die eigene Teenie-Zeit gerissen wurde.

Denn die Fans in der Halle und die Norweger auf der Bühne verbindet ganz offensichtlich die gemeinsame Vergangenheit. Vor 24 Jahren gelang Morten Harket, Gitarrist Pål Waaktaar-Savoy und Keyboarder Magne Furuholmen mit „Take On Me“ der Durchbruch, in den folgenden Jahren avancierten sie mit eingängigen Synthie-Melodien, Gitarrenriffs und der prägnanten Kopfstimme zu Teenie-Idolen.

Doch anders als viele andere Boygroups gelang ihnen das kontrollierte Altern. Nach einer Pause meldete sich das Trio im Jahr 2000 als erwachsene Pop-Band zurück und machte mit immer neuen Hits erfolgreich weiter. Und so reagierten die Fans am Dienstagabend gleichermaßen auf alte Hits („The Sun Always Shines On T.V.“) und neue Songs („The Bandstand“) und feierten jeden einzelnen Titel, sobald sie ihn nach den oft bombastischen Intros erkannt hatten.

Sänger Morten Harket gibt zwar konsequent den wortlosen Nicht-Entertainer - doch sobald er ein Lied anstimmt, begeistert er stimmlich auch 24 Jahre nach „Take On Me“. Ohne Makel meistert er die Kopfton-Höhen, passt sich lauterem Kirmes-Pop („Dream Myself Alive“) ebenso an wie den lieblichen Akustik-Balladen („And You Tell Me“). Auch hier galt: Mehr von allem.

Am 12. November (Donnerstag) spielt a-ha ein Zusatzkonzert in der König-Pilsener-Arena Oberhausen. Für dieses Konzert gibt es noch Eintrittskarten.

VON GUNNAR A. PIER

28 · 10 · 09


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