
Freiherr Heereman zum Ehrenbürger ernannt
Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck ist am Dienstagabend in seinem Heimatort Riesenbeck das Ehrenbürgerrecht der Stadt Hörstel verliehen worden. Mit dem Ehrenbürgerrecht geht die Stadt Hörstel recht sparsam um – Baron Heereman ist der erste Ehrenbürger der Stadt.
Hörstel. Das Schlusswort hatte der Geehrte. Eine kleine Ansprache hatte er zwar vorbereitet. Doch den Spickzettel zog Constantin Freiherr Heereman erst gar nicht aus der Tasche. Spontan auf Menschen reagieren, denen er begegnet, das war schon immer seine große Stärke. So eröffnete er seine Ansprache auch nicht gleich mit dem braven Dank für das soeben erworbene Ehrenbürgerrecht der Stadt Hörstel. Sondern er dankte zwei Mädchen: Er lenkte den Blick auf zwei junge Talente, Maja Lüttel aus Bevergern und Anastasia Maier aus Hörstel, die mit ihrem Klavierspiel die Feierstunde mit geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung und Kirche sowie der Familie des Geehrten in der Riesenbecker Aula bereicherten. „Ihr habt so sauber gespielt, da kann man nur gratulieren.“ Und schon war er in seinem Thema: „Um so etwas erleben zu dürfen, müssen musikalische Institutionen gefördert werden.“ So wie er es seit vielen Jahren vorgelebt hat, müsste man hinzufügen.
Doch die kulturelle Förderung ist nur ein Aspekt unter ganz vielen, die den ersten und bislang einzigen Ehrenbürger der Stadt Hörstel auszeichnen. Wer die Verdienste und Handlungsfelder des Barons auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene auflisten will, braucht einen ganz langen Atem. Bürgermeister Heinz Hüppe brachte es so auf eine Formel: „Wir brauchen Menschen, die unsere Gemeinschaft, die unsere Gesellschaft funktionstüchtig machen und ihr Wärme verleihen. Eine Wärme, die Sie, Baron Heereman, gerade durch Ihre offene Art, Ihren Charme, Witz und Humor nachhaltig geprägt haben.“
Hüppe verband die Begriffe „Ehre“ und „Ehrenamt“ und bezog sie auf die Charaktereigenschaften des 80-Jährigen. Er habe Geradlinigkeit gezeigt, ebenso Verlässlichkeit, Beharrungsvermögen und Verantwortungsgefühl. Weit über die Stadt hinaus sei Freiherr Heereman bekannt, sagte Hüppe und fügte hinzu: „Dennoch haben Sie nie den Kontakt zu den Menschen in unserem Ort verloren. Bürgernähe war Ihnen schon ein zentrales Anliegen, als das Wort noch längst nicht in aller Munde war.“ Er habe sich um Wohl und Ansehen der Stadt auf wirtschaftlichem, sozialem, sportlichem und kulturellem Gebiet verdient gemacht. Dies geht auch aus dem Text der Ehrenurkunde hervor, die der Bürgermeister anschließende Freiherr Heereman überreichte.
Der Baron freute sich sichtlich über die Auszeichnung. Seine Dankesrede war wie zu erwarten mit Humor gewürzt: Als er von der Auszeichnung erfuhr, da habe er sich doch gefragt: „Kannst Du wirklich Ehrenbürger werden?“ Seine eigene Antwort: „Ist ja gut, dass nicht alles bekannt ist.“ Aus seiner Ansprache ging wieder einmal hervor, worauf es aus seiner Sicht im Leben ankommt: auf das freundschaftliche, faire Miteinander. Das Ausnutzen anderer Menschen habe in einem solchen Wertesystem keinen Platz. Dies zu beachten, schrieb er der Politik ins Stammbuch.
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