Hörstel
Pfarrversammlung
01.02.2012

Kirche vor Ort wird überschaubarer

Erstmals hat die Gemeinde St. Reinhildis zu einer gemeinsamen Pfarrversammlung eingeladen. Jeder sollte die Chance bekommen, Anregungen zu geben, Gedanken und Sorgen loszuwerden, Kritik zu üben und natürlich auch Lob zu verteilen.

Hörstel. Bevor Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Mergenschröer am Montagabend die Versammlung eröffnen konnte, mussten erst einmal zusätzliche Stühle aus den Nebenräumen herangeholt werden.

Der Saal des Anne-Frank-Hauses in Dreierwalde reichte kaum aus, um allen Besuchern einen Platz zu bieten. Erstmals hatte die Gemeinde St. Reinhildis zu einer gemeinsamen Pfarrversammlung eingeladen. Jeder sollte die Chance bekommen, Anregungen zu geben, Gedanken und Sorgen loszuwerden, Kritik zu üben und natürlich auch Lob zu verteilen.

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Zur Gründung der neuen Pfarrgemeinde stand vor rund fünf Jahren eindeutig die große Sorge im Vordergrund, die Gläubigen der einzelnen Seelsorgebezirke könnten im großen Ganzen „untergehen“. Damit dieser Eindruck sich nicht vertieft, hat die Gemeinde seither viele Maßnahmen ergriffen. Dazu gehört aktuell auch – ganz praktisch gesehen – die Erstellung eines sogenannten Organigramms. Anhand einer großen Grafik, die Pfarrer Thorsten Weßling ausführlich vorstellte, wird künftig ersichtlich sein, welche Gremien, Ausschüsse, Gruppen, Arbeitskreise etc. aktiv im Gemeindeleben wirken. Und vor allem: Welche Menschen dahinter stehen. „Ziel war es, den Gremien Namen und Gesicht zu geben“, sagte Pfarrer Weßling. Die Arbeitsorganisation von Seelsorgeteam, Kirchenvorstand, Pfarrgemeinderat inklusive der Sozialausschüsse soll für Außenstehende bald übersichtlicher und nachvollziehbarer werden. Farblich aufgeteilt ist die Grafik zudem nach den vier Ortsteilen bzw. der Gesamtgemeinde. In den sieben Kirchen und in vier Jugendheimen der Gemeinde wird das Organigramm künftig zu sehen sein.

Noch immer kneift es in den einzelnen Seelsorgebezirken hier und da. Dies ging aus den zahlreichen Wortbeiträgen der engagierten Hörerschaft hervor. So ist je nach Seelsorgebezirk die Frage offen, wie mit neuen Kirchenliedern zu verfahren sei. Oder: Es wird als schade empfunden, dass die Auferstehungsfeier nur in der Pfarrkirche gefeiert wird und dort, so eine Zuhörerin, allein durch Hörsteler bestritten wird. Markus Mergenschröer versicherte, niemand müsse auf einen Besuch der Gottesdienste wegen der räumlichen Entfernung verzichten; ein Anruf im Kirchenbüro genüge, um eine Mitfahrgelegenheit zu organisieren.

Zur Sprache kamen auch ganz alltägliche Dinge wie die Polsterung der Kniebänke in Hörstel, die Pflasterung vor der Kalixtus-Kirche, die Wegepflasterung auf dem Friedhof Hörstel oder die anstehende Renovierung der Marien-Kirche. Der Abgleich durchzog alle Bereiche gemeindlicher Arbeit, von der Liturgie über die Glaubenswerkstatt bis zum Familienausschuss, Jugendarbeit, Caritas, Öffentlichkeitsarbeit und Kirchenvorstand. Pfarrer Weßling regte an, die Katechese solle den ganzen Lebensweg des Menschen begleiten – und nicht nur punktuell im 3. und 9. oder 10. Schuljahr. Die Kinder- und Jugendarbeit ist eine der Schwerpunkte der vergangenen Jahre. Dazu berichtete Michael Kijewski, die offene Jugendarbeit erfolge nicht ortsteilbezogen, sondern werde als Aufgabe der Gesamtgemeinde wahrgenommen.

Aber längst nicht alles ist in die Fusion eingegangen. Pfarrer Notz betonte, dass etwa die Caritas nicht fusionieren werde: „Die örtliche Kollekte wird auch örtlich ausgegeben.“ Den Dreierwaldern sicherte Pfarrer Notz den Erhalt des Kirchenbüros zu.

Autor: Stephan Beermann
Tel: 05451 933 245

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