
Künftig neuer Name auf dem Schulschild?
Gesamtschule Hörstel oder eine andere Schulform? Das wird in Hörstel aktuell diskutiert. Bevor aber der Rat einen Beschluss fasst, soll es eine öffentliche Informationsveranstaltung im März mit einem neutralen Referenten geben.
Hörstel. Nein, die Städtische Realschule und die Harkenberghauptschule werden in diesem Jahr nicht geschlossen und auch nicht im nächsten oder übernächsten Jahr. Gerüchte dieser Art verunsichern Eltern, so war Donnerstagabend im Schulausschuss zu hören. Dr. Philipp Heereman stellte deshalb klar: „Wir sind hier nicht im luftleeren Raum. Wir haben eine gute Hauptschule und Realschule. Beide Schulen bleiben mindestens sechs Jahre erhalten.“
Die Schulverwaltung verschickt Briefe an Eltern der Viertklässler, mit dem Hinweis, dass beide Schulen genauso weitergeführt und genauso finanziell und personell ausgestattet werden wie bislang auch – ganz unabhängig von möglichen Änderungen. Ob es Änderungen geben wird, scheint derzeit völlig offen.
Bei einigen Ausschussmitgliedern ist die anfängliche Euphorie nach dem Vortrag von Wolf Krämer-Mandeau Ende September inzwischen der Ernüchterung gewichen. Krämer-Mandeau hatte ziemlich eindeutig zu verstehen gegeben, dass für Hörstel die Chance in der Gesamtschule liegt. Sie sei ins Grübeln gekommen, gab Brigitte Ahle-Echelmeyer (UWG) zu. Und sie will weitere Informationen, aber nicht von Krämer-Mandeau: „Ich möchte jemanden hören, der das nicht so ideologisch und einseitig sieht.“ Diese Einschätzung teilen andere gar nicht, zum Beispiel Rainer Lagemann (Grüne), der sich dem Eindruck nach auf die Gesamtschule bereits festgelegt hat, ebenso wie Ingo Nüssemeier (SPD), der sagte: „Ich habe den Eindruck, dass Hörstel der Entwicklung hinterherläuft.“
Wovon die Entscheidung – „Gesamtschule Hörstel oder eine andere Schulform“ – schließlich abhängt, versuchte Bürgermeister Heinz Hüppe zu verdeutlichen. Bevor der Rat einen Beschluss fasst, werde es eine öffentliche Informationsveranstaltung im März mit einem neutralen Referenten geben. Dies beschloss auch der Ausschuss. Dabei soll aber nicht nur über eine Schulform informiert werden, sondern über alle denkbaren Varianten. Auch der Schulausschuss werde das Thema im März erneut beraten. Den Beschluss über die Schulentwicklung wird der Rat fassen. Doch zuvor entscheiden wird das Wahlverhalten der Eltern. „Im März wollen wir die Anmeldezahlen vorlegen. Dann werden wir sehen, wohin unsere Kinder gehen.“ Wenn es dann einen Schrecken gebe, werde man auch reagieren müssen. Hierzu fragte Axel Diekmann, Leiter der Hauptschule: „Welche Zahl würde Sie denn erschrecken? Wenn die Hauptschule nur noch 40 Anmeldungen hat und die Realschule hundert? Oder weniger?“ Die Antwort auf die ebenso naheliegende wie maßgebliche Frage blieb der Bürgermeister nicht schuldig: „Erschreckend ist es dann, wenn die Anmeldezahl rapide einbricht. Dann haben wir etwas falsch gemacht.“ Sachkundige Bürgerin Karin Mergenschröer präzisierte: „Mich würde erschrecken, wenn die Hauptschule nur noch die Hälfte der Anmeldungen hat.“ Franz-Josef Hesse, Leiter der städtischen Realschule, wollte sicher gehen, ob jetzt Jahr für Jahr die Anmeldezahl Änderungen bringen werde. Dazu sagte die Ausschussvorsitzende Angelika Wollny: „Nein, das wird jetzt entschieden.“
Gemeinschaftsschule: Kleine Klassen, mehr Personal, geringere Kosten
Das Modellvorhaben soll laut NRW-Schulministerium erproben, wie durch längeres gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I (Sek I) die Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden kann und Kinder dadurch zu besseren Abschlüssen geführt werden können.
Voraussetzungen
- Gebundener Ganztag
- Errichtung durch Zusammenführung bestehender Schulen (Haupt- oder Realschule).
- Gewährleistung auch gymnasialer Standards
- Das Ministerium des Landes Nordrhein-Westfalen will keine Zahlen hinsichtlich der Quotierung von Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten nennen; laut Auskunft solle die Heterogenität der Schülerschaft gewährleistet sein. Der Schulgutachter Dr. Detlef Garbe ging im Schulentwicklungsplan für Ibbenbüren von 15 Prozent Schülern mit Gymnasialempfehlung, 30 Prozent mit Realschulempfehlung und 40 Prozent mit Hauptschuleempfehlung aus.
- Integrierter Unterricht in den Klassen 5 und 6
- Vielfältige Möglichkeiten ab Klasse 7 oder später: Unterricht in integrierter oder kooperativer Form (Einrichtung von schulformspezifischen Bildungsgängen – Hauptschule, Realschule, Gymnasium)
- Erreichbarkeit aller für die Sek I vorgesehenen Abschlüsse
- Eigene gymnasiale Oberstufe oder verbindliche Kooperation mit einem Gymnasium oder einem Berufskolleg
- Abitur nach neun Jahren
Schulgröße
Für eine Gemeinschaftsschule sind vier Parallelklassen pro Jahrgang wünschenswert, mindestens erforderlich sind drei Parallelklassen pro Jahrgang.
Klassengröße
Mindestklassengröße bei Errichtung 23 Schüler statt der gesetzlich ansonsten vorgesehenen Mindestklassengröße von 28 Schülern. Klassenfrequenzhöchstwert für die integrative Form 25; in der kooperativen Form ab Klasse 7 zur Erreichung vertretbarer Klassengrößen 29. Diese Werte orientieren sich an der Hauptschule.
Stellen
Stellenzuschlag in Höhe von 0,5 Stunden je Klasse je Woche wegen des erhöhten Differenzierungs-/Förderbedarfs.
„Versuchszuschlag“ in Höhe von 0,5 Stellen pro Schule und Jahr wegen des erhöhten Schulentwicklungsaufwands.
Sonstiges
"Die Stadt muss ihre Pläne mit den Nachbarkommunen abstimmen. Der Versuchsantrag ist laut Schulministerium abzulehnen, wenn eine Bestandsgefährdung einer Schule eines anderen Schulträgers eintritt.
Das Gebiet für die Gemeinschaftsschule kann auf die Stadt Ibbenbüren begrenzt werden.
Kosten
Eine Gemeinschaftsschule könnte in den Räumen der Aasee-Hauptschule eingerichtet werden. Die Kosten schätzt der Gutachter Dr. Detlef Garbe (Schulentwicklungsplan) auf 2,6 Millionen Euro ohne Wegflächen, Nebenräume und ohne Toiletten.
Modellschule
Momentan wird von der NRW-Regierung eine gesetzliche Lösung angestrebt. Das heißt, die Gemeinschaftsschule soll Regelschule werden. Bis dahin werden nur 50 Gemeinschaftsschulen genehmigt. Die Zeitdauer des Modells beträgt sechs Jahre, beginnend am 1. August 2011.
Gesamtschule: Alle Schulformen, Schule für die Region, hohe Kosten, kein Ganztag
Die Gesamtschule arbeitet mit Kindern und Jugendlichen aller Leistungsstärken und hält deren Laufbahnentscheidungen möglichst lange offen.
Voraussetzungen
Die Gesamtschule umfasst in der Sekundarstufe I die Klassen 5 bis 10 und in der Sekundarstufe II (gymnasiale Oberstufe) zurzeit die Jahrgangsstufen 11 bis 13. Bei guten Leistungen können die Schüler gegebenenfalls direkt in die Jahrgangsstufe 12 wechseln.
Das Ministerium will keine Zahlen hinsichtlich der Quotierung von Hauptschülern, Realschülern und Gymnasiasten nennen; laut Auskunft soll die Heterogenität der Schülerschaft gewährleistet sein. Der Schulgutachter Dr. Detlef Garbe ging im Schulentwicklungsplan für Ibbenbüren von 30 Prozent Schüler mit Gymnasialempfehlung, 30 Prozent mit Realschulempfehlung und 40 Prozent mit Hauptschuleempfehlung aus.
Der Unterricht in den Klassen 5 und 6 wird im Klassenverband erteilt. Es gibt integrierte und kooperative Gesamtschulen. In der integrierten Gesamtschule werden die Schüler nur in einzelnen Fächern nach Leistung und Anforderungen aufgeteilt. In der kooperativen Gesamtschule gibt es nebeneinander Klassen des Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialzweiges.
- An der Gesamtschule können alle Abschlüsse der Sek I erreicht werden.
- Es gibt eine gymnasiale Oberstufe.
- Bestehende Gesamtschulen werden in der Regel als gebundene Ganztagsschulen geführt.
- Bis zur Klasse 9 gibt es kein Sitzenbleiben.
- Es gibt keine Hausaufgaben, nur Schulaufgaben; diese sind in der Schule zu erledigen.
Um den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Fähigkeiten der Schüler gerecht zu werden, bietet die Gesamtschule in einigen Fächern Fachleistungskurse an. Fachleistungskurse sind Lerngruppen, in denen der Unterricht jeweils unterschiedlich hohe Anforderungen stellt. Die Zuweisung zu einem Grund- oder Erweiterungskursus erfolgt durch die Lehrer jedes Jahr.
Fester Bestandteil des Unterrichtsangebots sind die sogenannten Ergänzungsstunden. Sie dienen vor allem der Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik, in den Fremdsprachen, im Lernbereich Naturwissenschaften und in dem Fach des Wahlpflichtunterrichts. In Klasse 10 ermöglichen sie die Einführung weiterer Fächer der gymnasialen Oberstufe.
Schulgröße
Die Gesamtschule soll mindestens 112 Schüler haben.
Klassengröße
Richtgröße für die Klassen sind 28 Schüler; die Euregio-Gesamtschule in Rheine hat 30 Schüler pro Klasse.
Kosten
Die Gesamtschule soll in den bestehenden Räumen der Aasee-Hauptschule eingerichtet werden. Die Hauptschule soll auslaufen. Für diesen Fall schätzt der Gutachter Dr. Detlef Garbe (Schulentwicklungsplan) die Kosten auf 5,7 Millionen Euro ohne Wegeflächen, Nebenräume und ohne Toiletten.
Die Kosten für den Schülerbusverkehr – auch für die Schüler der anderen Kommunen – trägt die Stadt Ibbenbüren.
Sonstiges
Das Gebiet kann nicht auf die Stadt Ibbenbüren begrenzt werden; die Gesamtschule muss Kinder aus anderen Orten aufnehmen. Ibbenbürener Schüler können nicht bevorzugt werden. Die Schulleitung der Gesamtschule muss andere Kriterien als den Wohnort für eine Auswahl ansetzen, beispielsweise Noten.
(Quelle: NRW-Schulministerium)
Mehr Infos: www.schulministerium.nrw.de

Tel: 05451 933 245
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