Hörstel
Schleusen
27.01.2012

Neue Leitzentrale Bergeshövede offiziell in Betrieb genommen

Die neue Leitzentrale Bergeshövede ist am Donnerstag offiziell in Betrieb genommen worden. Dabei wurde auch verkündet, dass der Ausbau von fünf Schleusen des Streckenabschnitts Nord des Dortmund-Ems-Kanals nach jetziger Planung aufs Jahr 2025 verschoben wird.

Riesenbeck. Anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme der Leitzentrale Bergeshövede hat der Leiter der Wasser- und Schifffahrtsdirektion West, Michael Wempe, gestern nicht nur die obligatorische Schere fürs schwarz-rot-goldene Band mitgebracht. Sondern auch drei, für die Wasserschifffahrt bedeutende Informationen. Die vielleicht wichtigste: Der Ausbau von fünf Schleusen des Streckenabschnitts Nord des Dortmund-Ems-Kanals wird nach jetziger Planung verschoben aufs Jahr 2025 und wird statt der ehemals errechneten 160 Millionen Euro rund 350 Millionen Euro Baukosten verursachen (möglicherweise auch 450 Millionen, wie am Rande der Feierlichkeit verlautete). Hierzu die klare Aussage: „Der Bund bleibt bei der Maßnahme, wir führen das Projekt weiter durch – trotz Kostensteigerung.“ Weiterhin teilte Wempe mit, über die Zukunft der Direktion West mit Sitz in Münster lasse sich derzeit nichts Endgültiges sagen: „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.“ Eine Entscheidung werde nicht vor dem Sommer erwartet. Als sicher bezeichnete der Direktions-Leiter die Zukunft des Wasser- und Schifffahrtsamts Rheine; dieses sei „von Reformen nicht betroffen“.

Und die dritte wichtige Information seiner Ansprache vor rund hundert Mitarbeitern und Gästen – darunter die Bürgermeister aus Hörstel, Rheine, Spelle und Emsbüren – in der Werkstatthalle des Bauhofs Bergeshövede betraf schließlich die für 2,5 Millionen Euro erbaute Leitzentrale selber: Von dort werden künftig nicht nur die Schleusen Bevergern, Rodde, Altenrheine, Venhaus, Hesselte und Gleesen gesteuert. Hinzu kommen in den nächsten Jahren vier weitere Schleusen, nämlich die Doppelschleuse Münster am Dortmund-Ems-Kanal sowie Hamm und Werries am Datteln-Hamm-Kanal. Insgesamt werden dann zehn Schleusen von Bergeshövede aus geführt.

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Nach der Begrüßung durch den Leiter des WSA Rheine, Ulrich Wieching, waren die Gäste natürlich gespannt darauf, die neue Leitzentrale im neuen Nachbargebäude zu besichtigen. Die weiträumige Zentrale wird durch Dutzende, im Halbrund positionierte Monitore geprägt. Jede Schleuse wird durch mehrere Kameras fernüberwacht. Mittels modernster Technik ist die Kommunikation mit den Schiffsführern gewährleistet. Über die Monitore können die Mitarbeiter der Zentrale das Geschehen vor Ort gut verfolgen und gegebenenfalls reagieren.

Der Betrieb sei in den ersten Probewochen reibungslos verlaufen, versichert der kommissarische Leiter Thomas Schüring. Ein Mitarbeiter betreut maximal zwei Schleusen, sodass derzeit pro Früh- und Spätschicht jeweils drei bis vier Mitarbeiter im Einsatz sind. Die Anlage sei ihnen vom Grundsatz her bereits vom ehemaligen Arbeitsplatz an der Schleuse vertraut, sagte Schichtleiter Helmut Heger. Bei Fehlermeldungen werde der Bauhof umgehend informiert. Die Mitarbeiter freuen sich, dass die Zentrale direkt am Nassen Dreieck in Riesenbeck gelegen ist – vorbeifahrende Schiffe können sie somit noch per Handzeichen grüßen.

In seiner Ansprache erinnert Michael Wempe, dass der Bau des Dortmund-Ems-Kanals und des Mittellandkanals erheblich zum Aufschwung in der Region beigetragen habe. Die Schifffahrt müsse aber auch heute konkurrenzfähig sein. Die Leitzentrale sei gebaut worden, um den Betrieb langfristig mit weniger Arbeitskräften führen zu können. Auch wenn es paradox klinge, sagte Wempe, so diene die Maßnahme zum Erhalt von Arbeitsplätzen.

Video: mazzTV
Ferngesteuert: Die Schleusen-Leitzentrale Bergeshövede offiziell in Betrieb genommen
Autor: Stephan Beermann
Tel: 05451 933 245

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