Hörstel
Schleusen werden bald aus Bergeshövede gesteuert
27.12.2011

Schicht für die Schichtleiter

Es ist das Ende einer Ära, das sich im Turm der Schleuse in Altenrheine vollzieht. „Ich fahre hier die letzte Schicht“, sagt Markus Deeters, der die Bezeichnung „Schleusenwärter“ für sich und seine Berufskollegen gar nicht so gerne hört.

Hörstel/Rheine. Es ist das Ende einer Ära, das sich im Turm der Schleuse in Altenrheine vollzieht. „Ich fahre hier die letzte Schicht“, sagt Markus Deeters, der die Bezeichnung „Schleusenwärter“ für sich und seine Berufskollegen gar nicht so gerne hört.

„Schichtleiter im Schleusenbetriebsdienst lautet die korrekte Bezeichnung“, sagt er, bevor er durch einen Funkspruch unterbrochen wird. Es ist der Kapitän des niederländischen Tankmotorschiffs „Wout“, der nachfragt, ob er in die Schleuse einfahren kann. „Hab‘ die Kammer schon fertig. Komm‘ mal ran!““, ruft ihm Deeters gut gelaunt zu.

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„Das dürfte jetzt das letzte Schiff gewesen sein“, sagt der 45-Jährige, der seit 1983 bereits für die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung arbeitet und seit 2002 auf dem markanten Turm an der Schleuse Altenrheine seinen Dienst versieht.

Ein wenig Wehmut kommt schon auf, gibt er zu. „Jetzt werden die Schleusen in Altenrheine, Venhaus und Rodde zentral von der Leitzentrale in Bergeshövede gesteuert“, erläutert er.

Wenn dann ab dem 2. Januar auch noch die Schleusen in Gleesen, Hesselte und Bevergern auf die Zentralsteuerung umgestellt werden, gibt es auf diesem Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals keine Schichtleiter vor Ort mehr.

„Meine drei Kollegen und ich wechseln alle in die Zentrale in Bergeshövede“, betont Deeters, dass er sich um seine berufliche Zukunft beim Wasser- und Schifffahrtsamt in Rheine keine Sorgen machen braucht.

Was ihm aber fehlen wird, ist der Kontakt zu den Schiffern. „Hier vor Ort konnte man doch vieles im persönlichen Gespräch regeln. In Bergeshövede sitzen wir vor Bildschirmen und müssen alles per Funk regeln“, bedauert er ein wenig.

Die letzte Schicht von 6 bis 14 Uhr hat ihm wenig Stress bereitet. „Heute war nicht viel los“, sagt er, „sieben, acht Schiffe – das war‘s.“ Das ist in Spitzenzeiten auch schon mal anders. „Im November haben wir in Altenrheine insgesamt rund 550 Schiffe geschleust, im Mai waren es sogar etwa 750“, nennt er Zahlen.

Trotz des Abzuges der Schichtleiter bleibt die Infrastruktur auf dem Schleusenturm in Altenrheine erhalten. „Die Technik bleibt, wie sie ist, damit wir im Notfall jederzeit wieder vor Ort schleusen können“, sagt Deeters.

So wisse man jetzt noch nicht so genau, ob die zentrale Steuerung von Bergeshövede aus die Probleme in den Griff bekommt, wenn etwa der Eisgang auf dem Kanal zu heftig wird. „Dann könnte ich mir schon vorstellen, dass man dann vor Ort noch einiges regeln muss“, meint er.

Als der Tanker „Wout“ die Schleuse passiert hat, ist für Markus Deeters in Altenrheine vorerst Schluss.

„Aufgeräumt habe ich bereits. Die Mülleimer sind geleert, und meine persönlichen Sachen habe ich auch schon eingepackt. Jetzt muss ich eigentlich nur noch das Licht ausmachen“, sagt der letzte Schichtleiter an der Schleuse in Altenrheine.

Autor: Paul Nienhaus
Tel: 05451 933 242

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