
Ausschuss reicht Entscheidung über Einzelhandels- und Zentrenkonzept an Rat weiter
Weitere Diskussion um das Einzelhandels- und Zentrenkonzept in Hopsten: Die Entscheidung darüber hat der Bauausschuss nun an den Rat weitergegeben, der im Februar tagt. Grund: In der Ausschusssitzung kamen neue Zweifel am Konzept auf.
Hopsten. Eigentlich hatte der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Hopsten den Entwurf des „Einzelhandels- und Zentrenkonzepts“ wie er Anfang Dezember vorgestellt worden war, in seiner Sitzung in der vergangenen Woche beschließen sollen. Das passierte jedoch nicht. Die Entscheidung wird nun der Rat in seiner Sitzung am Donnerstag, 2. Februar, treffen.
Kurz vor der Bauausschusssitzung waren noch neue Stellungnahmen zum „Einzelhandels- und Zentrenkonzept“ bei der Verwaltung eingegangen. Aus zeitlichen Gründen habe sie daher keinen Empfehlungsbeschluss vorlegen können, erklärte Bauamtsleiter Eberhard Baumert.
Statt der geplanten Entscheidung erwachten in der Sitzung neue Zweifel am Konzept und wurden diskutiert. „Ich fürchte, dass wir mögliche Investoren mit unseren kleinteiligen Geschäften abschrecken könnten“, formulierte Reinhard Lah (FDP) seine Bedenken darüber, bestimmte Produkte nur im Zentrum zuzulassen: „Weil sie sich dort doch nicht so richtig verwirklichen können.“ Lah schlug vor, darüber nachzudenken, ob man zentrenrelevantem Handel nicht auch ermöglichen sollte, an bestehende Geschäfte mit Bestandsschutz außerhalb des Zentrums „anzudocken“. „Gibt das Konzept das her“, fragte Lah und bat die Verwaltung, sich bis zur Ratssitzung beim Büro „Stadt und Handel“ in Dortmund, die das Einzelhandelskonzept erarbeitet hat, schlauzumachen.
„Wir wollen den Ortskern schützen“, erwiderte Bürgermeister Winfried Pohlmann. Dort sollten die Leerstände aufgefüllt werden. „Ab in die Mitte“ sei immer das Motto des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts gewesen. „Wir sollten diese Tür nicht öffnen“, mahnte er bezogen auf den Vorschlag von Lah. Man müsse aber aufpassen, dass Interessenten dann nicht woanders hin abwanderten, entgegnete Reinhard Lah.
„Wir sollten diese Diskussion nicht von vorn aufrollen“, erklärte Ausschussvorsitzender Karl Maaßmann. Hopsten solle seine Interessen als Ort im Blick behalten, forderte Wilfried Wiefermann (SPD). „Auch ein Andocken würde dem Konzept widersprechen“, ergänzte sein Parteikollege Andreas Weßling.
Auszüge aus den neuen Stellungnahmen:
- „Gerade angesichts der Ortsgröße Hopstens erscheint es uns wichtig, dass das Gewerbegebiet Heiliges Feld keinen Konkurrenzstandort zum Ortszentrum bildet und zentrenrelevante Sortimente hier nicht weiter ausgebaut werden dürfen“, schreibt die Geschäftsstelle Münster des Einzelhandelsverbandes Westfalen-Münsterland.
- „Bestehende Potenziale im zentrentypischen Sortimentsbereich müssen in erster Linie genutzt werden, um das Hauptgeschäftszentrum zu stärken, neue Nahversorgungsangebote gehören in die bestehenden Nahversorgungszentren, nur in Ausnahmefällen in sonstige integrierte Lagen mit Versorgungsfunktionen und auf keinen Fall in periphere Gewerbegebietslagen“, heißt es im Schreiben der IHK Nord Westfalen.

Tel: 05451 933 243
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