Hopsten
Nicht alles lief reibungslos
19.01.2012

Breitbandausbau in Halverde abgeschlossen

Alles neu, alles modern, alles schnell – so soll ab sofort auch die Internetverbindung in Halverde funktionieren. Doch im Moment fühlt es sich für Ortsvorsteher Karl Maaßmann eher so an, als wäre er mit angezogener DSL-Handbremse unterwegs.

Halverde. Womit ist diese Vorfreude zu vergleichen? Vielleicht mit einem Autokauf: Weg mit dem alten, rostigen 45-PS-Gefährt, her mit dem neuen, schnittigen 180-PS-Wägelchen. Alles neu, alles modern, alles schnell – so soll ab sofort auch die Internetverbindung in Halverde funktionieren. Doch im Moment fühlt es sich für Ortsvorsteher Karl Maaßmann eher so an, als würde er im DSL-Neuwagen mit angezogener Handbremse unterwegs sein. Das Thema schnelles Internet beschäftigt die Hopsten lange. Gibt es doch zu viele weiße Flecken auf der www-Karte des Töddendorfes. „Daher haben alle Parteien im Wahlkampf 2009 eine bessere Versorgung der betroffenen Bereiche in Hopsten und Halverde gefordert“, erinnert sich Maaßmann. Tätig wurde man – lange Zeit nach der Wahl – schließlich in Halverde. Zum einen, weil nahezu der ganze Ort „völlig indiskutable Übertragungsraten“ verfügte, bereits vor Jahren Unterschriften zu gerade diesem Thema gesammelt hatte. Zum anderen, weil es sich für eventuelle Anbieter als wirtschaftlicher herausstellte als ein Breitbandausbau auf dem Breischen. Halverde wird von einem Hauptverteiler in Schale mitversorgt. Über ein Kupferkabel und über lange, lange Wege. Alles Dinge, die einer zügigen Fahrt auf der Datenautobahn deutlich im Wege standen. So stürzten sich Gemeinde und Ortsvorsteher in das Abenteuer „DSL für Halverde“ und mussten dafür ordentlich Hausaufgaben machen. „Das Antragsverfahren ist ein Riesenpamphlet“, seufzt Maaßmann und dankt heute noch Guido Brebaum von der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt mbH (WESt): „Ohne ihn wären wir noch lange nicht am Ziel.“

Anfang 2011 kam erst mündlich, im Mai dann hochoffiziell durch Landesminister Johannes Remmel die Zusage für eine Fördersumme von 133 000 Euro. 150 000 Euro wird die Maßnahme am Ende insgesamt kosten, die Differenz trägt die Gemeinde Hopsten. Als die ersten Bauarbeiten beginnen, seien viele in Halverde bereits ganz aus dem Häuschen gewesen. Doch der Aufregung folgte schnell Ernüchterung, denn die Hauptarbeiten liefen hinter den Kulissen: „An den Verteilerkästen wurde unglaublich viel gemacht, die Hauptarbeit lag bei den Technikern.“

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Von der Telekom gab es auf Anfragen unserer Zeitung oder aber von Maaßmann immer nur die kurze und knappe Auskunft: „Wir liegen im Zeitplan.“ Mehr wollte das Unternehmen nicht verraten. „Die Informationen kamen, wenn überhaupt, sehr bruchstückhaft und sehr schlecht über“, beklagt sich der Halverder daher. Zudem habe das Unternehmen vor der offiziellen Freischaltung bereits mit der Kundenakquise begonnen. Mit dem Resultat, dass einige Dorfbewohner schon jetzt ziemlich flott im weltweiten Netz unterwegs sein können.

Bei anderen wird die Vorfreude erneut buchstäblich gebremst: „Die alten Router sind nicht für die neuen Geschwindigkeiten ausgelegt.“ Mit den Problemen stehen die Kunden jedoch weitgehend alleine da, „wenn man sich nicht von sich aus meldet, passiert gar nichts“, ist die Erfahrung von Karl Maaßmann. Endgültige Aufklärung erhofft er sich von der Versammlung, zu der Gemeinde und Telekom am Montag, 23. Januar, einladen. Fragen hat er einige: „Und auf die Antworten bin ich sehr gespannt.“

Video: mazzTV
DSL für Halverde: Happy End in Sicht
Autor: Antje Raecke
Tel: 05451 933 238

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