Hopsten
Übergewicht
20.01.2012

Elisabeth Hoffrogge durchbrach den Teufelskreis des "Jo-Jo-Effekts"

Elisabeth Hoffrogge hat es geschafft: Sie hat den "Jo-Jo-Effekt" durchbrochen, früher war sie eigentlich normal, doch nach der Geburt ihrer Kinder stieg ihr Gewicht explosionsartig an. Mit Hilfe einer Magen-Bypass-OP ist sie jetzt wieder schlank.

Hopsten. Der Zeiger auf der Waage steigt „bedrohlich“ in die Höhe. Weniger Bewegung, dazu viele Festtage mit zu gutem Essen haben in der kalten Jahreszeit „Winterspeck“ wachsen lassen. Schnell muss eine Blitzdiät her – fasten ist angesagt und die Pfunde purzeln. Doch der Erfolg hält nur wenige Monate an. Alte Lebensgewohnheiten schleichen sich wieder ein. Hinzu gesellt sich der „Jo-Jo“-Effekt.

Langfristig gesehen habe sich ihr Ausgangsgewicht nach jeder Diät erhöht, berichtet Elisabeth Hoffrogge von ihren Erfahrungen und die ihrer „Leidensgenossinnen“ in einer Selbsthilfegruppe. „In meiner Jugend habe ich viel Sport gemacht und war kaum übergewichtig. Doch nach den Geburten meiner Kinder stieg mein Gewicht explosionsartig an. Ich wurde mein starkes Übergewicht nie wieder los.“ Ein Teufelskreis, denn wer stark übergewichtig ist, vermeidet Sport und Bewegung, sein Sättigungsgefühl ist gestört. Aus diesem Teufelskreis wollte Lissy, wie sie in der Familie und im Bekanntenkreis genannt wird, herauskommen. Durch das Internet sei sie auf die Adipositas-Selbsthilfegruppe im Elisabeth-Krankenhaus Ibbenbüren gestoßen. „Ich habe meine letzte Chance für dauerhaftes Abnehmen ergriffen und mich zusammen mit einem ärztlichen Beratungsteam für eine MagenBypass-OP entschieden“, berichtet sie. „Es ist ein Irrglaube zu meinen, man legt sich unters Messer, ist sein Übergewicht los und kann leben wie früher“, weiß sie aus Erfahrung: „Die „Operation ist nur der Krückstock. Laufen muss man selber.“ Dazu gehören Ernährungsumstellung, viel Bewegung für den Muskelaufbau und Befolgung bestimmter Verhaltensregeln. Lissy hat seit der OP vor fast zwei Jahren 50 Kilogramm an Gewicht verloren. Familie und Bekannte sind begeistert. „Lissy, was siehst du gut aus!“ Über das Kompliment freut sich die 43-Jährige jetzt öfters. „Für mich hat die OP nur Vorteile gebracht, erklärt sie. Heute trage sie statt Größe 56 und mehr die Kleidergröße 44. Sie fühlt sich insgesamt wohler: „Ich bin viel beweglicher geworden, kann den ganzen Abend durchtanzen und auch langes Stehen bereitet mir keine Probleme mehr. Wenn ich morgens aufstehe, fühle ich mich richtig fit. Und die Schmerzen in den Knien haben sich stark reduziert.“

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Im Mai 2010 wurde Elisabeth Hoffrogge im Elisabeth-Krankenhaus operiert. Vorher besuchte sie die Adipositas-Selbsthilfegruppe, die betreut wird von einem Ernährungsmediziner, einem Chirurgen, Psychologen, vom Bewegungstherapeuten und weiteren Ernährungsfachkräften. Nur Patienten mit einem BMI von 35 plus einer Begleiterkrankung oder ab BMI 40 kommen für eine OP infrage. „Bis ich einen OP-Termin und die Kostenübernahme-Genehmigung von der Krankenkasse hatte, hat es ein Jahr gedauert“, erläuterte Elisabeth Hoffrogge die Vorbereitungszeit. Jeweils an einem Mittwoch im Monat besuchte sie die Selbsthilfegruppe und erfuhr viel über Ernährung, psychologische Aspekte von Übergewicht und Sport und Bewegung und verlor schon einige Kilos an Körpergewicht.

Zwei Wochen vor der OP musste sie eine strenge Eiweiß-Diät einhalten, um günstigere Voraussetzungen für die Operation zu schaffen. Nach der Operation verbringt die Patientin einen Tag auf der Intensiv-Station, anschließend folgt eine Woche Krankenhausaufenthalt. Drei Wochen lang gibt es danach nur flüssige Nahrung, danach drei Wochen breiige Nahrung. Danach folgen nach und nach kleine Mengen fester Nahrung. Nicht alles kann man nach der Magenverkleinerung vertragen. Es gibt verschiedene Lebensmittel-Intoleranzen. Man müsse schon ausprobieren, was man vertrage und das Essen gut kauen, erzählt Lissy Hoffrogge. Mittlerweile könne sie aber gemeinsame Mahlzeiten mit ihrer Familie einnehmen. Allerdings esse sie kleinere Portionen und kaue ihr Essen gut. Auf Sahne, Eis, Pudding, und fetthaltige Milch verzichte sie, um Magendrücken zu vermeiden. Um ihr Gewicht langfristig zu halten, stehe dreimal in der Woche Sport auf dem Programm. 40 Minuten im Bewegungsbad, 60 Minuten Laufband und Übungen an verschiedenen Gymnastikgeräten zum Muskelaufbau sowie 30 Minuten Reha-Sport. Natürlich habe sie die Bewegung auch im täglichen Tun integriert. „Heute käme ich gar nicht auf die Idee, einen Fahrstuhl zu benutzen“, sagt sie lachend.

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