
Viel Platz im "Bauparadies" Kreimers Kamp
Für die Gemeinde Hopsten ist das Baugebiet Kreimers Kamp kein Garten Eden. Denn längst steht auf den 8,5 Hektar nicht die Anzahl der Häuser, die sich Bürgermeister Winfried Pohlmann und seine Mitstreiter einst wünschten - mehr als 100 Grundstücke stehen noch zum Verkauf.
Hopsten. Eigentlich ist es ein Paradies für Bauwillige: Die Grundstückspreise sind erschwinglich, große Parzellen zu haben, rundherum entspannen sich Natur und der gemütliche Charakter eines Dorfes im Tecklenburger Land. Doch für die Gemeinde Hopsten ist das Baugebiet Kreimers Kamp kein Garten Eden. Denn längst steht auf den 8,5 Hektar nicht die Anzahl der Häuser, die sich Bürgermeister Winfried Pohlmann und seine Mitstreiter einst wünschten.
Vor zwölf Jahren erstand die Kommune insgesamt 11,4 Hektar vom Landwirt Kreimer. 2004 begann der Verkauf von Baugrundstücken auf einem überplanten Gebiet von rund 8,5 Hektar Größe. Und der ist in jüngster Zeit ins Stocken geraten. So war das nicht gedacht, erklärt Pohlmann. Denn: „Wir haben im Gebiet Rüschendorfer Esch in nur zweieinhalb Jahren 52 Bauplätze verkauft und sind davon ausgegangen, dass es immer weiter nach vorne geht.“
Eine Fehlkalkulation, wie sich besonders 2010 zeigte, als gerade mal zwei Grundstücke veräußert wurden. 2011 allerdings gab es einen Hoffnungsschimmer: Elf neue Grundstückseigentümer konnten registriert werden – vier in Hopsten, vier in Halverde, einer in Schale. „Die Nachfrage steigt wieder“, hofft daher auch der Verwaltungschef. Platz für neue Einwohner gebe es jedenfalls genug. Mehr als 100.
„Natürlich könnte man sagen, wir haben uns seinerzeit übernommen“, räumt Pohlmann ein. Aber als es zum Kauf kam – für wie viel Geld, darüber wird heute nicht mehr gesprochen – sollte auch der Bau eines Schweinestalls an gleicher Stelle verhindert werden. Die Hoffnung, noch Käufer für die Grundstücke zu finden, habe niemand aufgegeben. Besonders jetzt nicht, da die Nachfrage wieder anziehe und geplant sei, 2013 den dritten Bauabschnitt zu realisieren. Für 2012 hofft die Gemeinde, fünf Bauplätze an den Mann oder die Frau zu bringen. Schließlich sei das Töddendorf ein guter Platz für junge Familien: Die gute Verkehrsanbindung, die niedrige Arbeitslosenquote, die gute Erreichbarkeit aller Versorger im Ort, die Möglichkeiten der Kinderbetreuung, das Schulangebot, die Überschaubarkeit und die Feststellung, dass „Hopsten insgesamt ein sehr guter Ort ist, um Kinder großzuziehen“. Mit der Einschätzung liegt der Bürgermeister nicht ganz falsch, wird Hopsten doch als einer von ganz wenigen Gemeinden in der Region für die Zukunft Wachstum vorausgesagt.
Deshalb wird weiterhin kräftig für das Baugebiet geworben. Und zwar unter anderem auf einem Gemeindeanhänger.
Zahlen, Daten, Fakten
Größe: 11,4 Hektar
Bauabschnitte: Ingesamt vier, zwei wurden bereits realisiert, für 2012/13 ist der dritte anvisiert
Straßen- und Parkfläche: 13 500 Quadratmeter
Gehweg: 136 Quadratmeter
Kosten Kanalbau: rund 850 000 Euro für das gesamte Baugebiet
Kosten Straßenbau: 1,5 Millionen Euro
Wohneinheiten: etwa 153
Einwohner: geschätzte 600

Tel: 05451 933 238
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Kommentare (1)
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Arbeitslosigkeit? Wie viel niedriger wäre diese, würden eigene Betriebe nicht ins Umland ziehen und wann kommt Teutobau? Gute Erreichbarkeit der Versorger? Hat das Zentrenkonzept nicht gerade festgestellt, dass Hopsten keinen wirklichen Ortskern hat, die Wege zwischen den Läden zu weit und das Angebot in Teilbereichen zu gering ist? In Hopsten kann man Kinder großziehen? Natürlich, wenn die Eltern die Kinderspielplätze bauen und den Hundekot fern halten.
Und woher der Optimismus für künftiges Wachstum? Arbeitsplätze entstehen derzeit vorallem noch im Süden Deutschlands. Selbst die Hersteller von Windkraftanlagen werden sich künftig an der Nordseeküste ansiedeln, dort Arbeitskräfte benötigen und Wohnraum schaffen. Und wenn erst die Pendlerpauschale bei steigenden Kraftstoffpreisen fällt?
Ich bin nach wie vor der Meinung, Kreimers Kamp war und ist eine Fehlentwicklung. Mit dem Aufwand für dieses Gebiet hätten Flächen im Ortszentrum und auf dem Rüschendorfer Esch entwickelt werden müssen.