Ibbenbüren
Gefährliche Halbschranken
15.02.2012

Bahnübergang Glücksburger Straße: "Das ist doch meine Geschichte"

Der junge Mann, der am Dienstag seinen Angaben nach bei offenen Bahnschranken an der Glücksburger Straße nur knapp von einem Zug verfehlt wurde, ist nicht der einzige mit einem solchen Erlebnis an dieser Stelle. Ruth Pohlmann ist ähnliches passiert - ihr war eine Schranke aufs Autodach geknallt.

Ibbenbüren. Jetzt wird’s merkwürdig: Ruth Pohlmann (46) aus Hopsten hat sich ein Herz gefasst und angerufen. „Der junge Mann, über den Sie berichtet haben, der am Bahnübergang mit dem Zug und den offenen Schranken. Als ich das gelesen habe, da hab’ ich gedacht: Das ist doch meine Geschichte!“ Das mit dem Zug und der Schranke ist nämlich auch Ruth Pohlmann passiert. Auch an der Glücksburger Straße. Hier ist ihre Version:

Vor etwa einen Jahr wollte die Frau aus Hopsten mit ihrem Nissan-Geländewagen den Bahnübergang an der Glücksburger Straße passieren. Vor ihr stand ein weiteres Auto. Die Schranke war geschlossen, ein Zug rauschte durch. Ruth Pohlmann schildert weiter, dass sich unmittelbar nach der Zug-Durchfahrt die Schranken geöffnet haben. Das Auto vor ihr fuhr über den Bahnübergang; auch sie gab Gas um herüberzufahren.

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Doch: Die Schranke ging wieder herunter, knallte auf die Dachreling des Nissans. „Ich habe mich fürchterlich erschrocken, hab’ den Rückwärtsgang eingelegt und bin sofort zurück gefahren“, erinnert sie sich im Gespräch mit der Redaktion präzise an den Vorfall. Dabei hat sie Glück gehabt, hinter ihr war Platz genug.

Die Schranke rutsche weiter runter auf die Motohaube und – genau in diesem Augenblick rauschte aus Richtung Rheine kommend ein Zug durch.

Ruth Pohlmann hatte „weiche Knie“ und ist zur Polizei gefahren. Dort wurde der Schaden an ihrem Auto dokumentiert, es sind auch Fotos gemacht worden. Wie die Frau aus Hopsten weiter sagt, habe man ihr bei der Polizei mitgeteilt, dass „solche Vorfälle bekannt sind“. Besonders dann, wenn zwei Züge kurz hintereinander durchfahren, könne es zu solchen Situationen an der Schranke kommen.

Über ihr eigenes Erlebnis hinaus, das ihr durch die Berichterstattung wieder so lebhaft ins Gedächtnis gerufen wurde, hat Ruth Pohlmann auch noch die Geschichte eines Arbeitskollegen erzählt. Der Kollege habe mit einer Radfahrergruppe bei einer Radtour den Bahnübergang Glücksburger Straße überquert. Und da sollen angeblich einige Radler zwischen die Schranken geraten sein. Ruth Pohlmann ist sicher, dass auch andere Menschen aus der Region Ibbenbüren schon solche Erlebnisse hatten. „Und ich habe auch angerufen, damit der junge Mann, über den jetzt berichtet wurde, nicht so dasteht, als hätte er eine unwahre Geschichte erzählt.“

Interessante Zusatzinformation: Ein Mitarbeiter unseres Medienhauses schilderte, das gegen 7.40 Uhr am Morgen während der Fahrt des IC 2243 nach Ibbenbüren der Zug zwei mal stoppen musste. Grund laut Durchsage im Zug: Schranken mussten per Hand bedient werden ...

Haben Sie ähnliches an diesem Bahnübergang erlebt?

Senden Sie uns eine Mail dazu an redaktion@ivz-online.de, rufen sie uns an unter 0 54 51 / 93 32 42 oder schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Artikel.

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Autor: Peter Henrichmann-Roock
Tel: 05451 933 239

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Kommentare (5)

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16.02.2012 12:44 von ivz_ben:
Es ist lächerlich - ja, an diesem Übergang gehört seit Jahren eine Unterführung gebaut. Vor vielen zig-Jahren waren Bahnschranken zulässig. Das ist keine Lösung für jetzt und eine Zukunft. Reine Eisenbahnbegeisterung kann keine Lösung sein. Die permanente Kritik an angeblich unaufmerksame Verkehrsteilnehmer langweilen.
15.02.2012 22:54 von Ganz_Toll:
Hier kommt die Frage auf: Wer glaubt wem. Als ich heute über Rodde nach Rheine gefahren bin, da waren in Rheine Eschendorf auch die Schranken defekt. Nur hier waren 2 Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes damit beschäftigt den Bahnübergang zu sichern. Gibt es hier Parallelen. Vielleicht auch Witterungsbedingt. Leider steht hier Aussage gegen Ausage bis zum nächsten tötlichen Unfall.
15.02.2012 22:14 von HMK:
Ein herzliches Danke schön an den Autor ! Verbunden mit der Bitte: Bleiben Sie dran und lassen Sie sich nicht (!) unter Druck setzen, oder beeinflussen. Auch wenn's der Bahn mächtig weh tun wird...die werden alles versuchen, das runterzuspielen.
15.02.2012 21:58 von HMK:
@superkaefer1303

Lokführer und Fahrdienstleiter sind auch nur Menschen ! Auch wenn es sich um Menschen im Status des öffentlichen Dienstes oder ggf. sogar Beamte handelt.

Die Aussagen der Geschädigten würde ich hier nicht so abtun wollen.

Sollte nur der Verdacht einer Gefährdung bestehen, gehört die ganze Anlage demontiert und erneuert ! Koste es, was es wolle. Punkt. Aus. Ende jeglicher Diskussion.

Und eh nicht eine 100%ige Sicherheit gewährleistet ist, gehört die ohnehin irrsinnige Geschwindigkeit die dort Gefahren wird, radikal gedrosselt um jegliche Gefährdung von Menschenleben auszuschließen!
15.02.2012 19:09 von superkaefer1303:
Jetzt wird es lächerlich! Kein Wunder wenn man nicht auf die Lichtzeichenanlage achtet! Immer wenn ein Zug über den jeweiligen Kontakt fährt, geht die Lichtzeichenanlage an und die Schranken senken sich, auch wenn gerade schon ein Zug durch ist.
Zu gestern, eine Zugfahrt mit offenen Schranken sehr unwahrscheinlich und jeder Lokführer ist dazu verpflichtet offene Schranken zu melden und auch der Fahrdienstleiter würde es bemerken.

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