Ibbenbüren
Tipps von Fachleuten
02.02.2012

Der klirrenden Kälte die Stirn bieten

Die sibirische Kälte hat auch das Tecklenburger Land fest im Griff: Bei bis zu zweistelligen Minustemperaturen bleibt der ein oder andere Wochenmarkt-Stammgast lieber daheim im Warmen. Die Bekleidungsgeschäfte hingegen haben Grund zur Freude.

Tecklenburger Land. Es ist kalt, bitterkalt. Auch unsere Region bibbert. Und plötzlich sind nach einem sehr milden Winter die Auswirkungen von extremen Minustemperaturen in aller Munde.

Der Ibbenbürener Wochenmarkt zum Beispiel wies am Mittwoch einige Lücken auf. Gegen die Kälte gewappnet dagegen hatte sich Uwe Eisenblätter mit seinem Obst- und Gemüsestand, den er mit Vorzelten richtig eingemummelt hatte. Drinnen sorgten Heizstrahler dafür, dass Mensch und Ware auf Temperatur blieben. Und abgehärtet, so Eisenblätter, sei sein Team ohnehin. Allerdings: Warme Füße sind immer oberstes Gebot. Sonst hat die Erkältung doch eine Chance.

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Dass die Eiseskälte so manchen Stammgast vom Wochenmarkt-Besuch abhielt, hat Katrin Brömmelhaus vom gleichnamigen Wild- und Geflügelhandel festgestellt. Doch sie lächelt optimistisch. Für Freitag erwartet sie nämlich eine erhöhte Nachfrage bei Suppenhühnern und selbst gemachtem Eierstich. „Das ist immer so bei diesem Wetter, da verkaufen wir doppelt so viele Suppenhühner.“ Das alte Hausmittel bei Erkältung oder zur Abwehr, es ist gefragt wie eh und je.

Gute Laune hat Mittwoch auch Klemens Keller, Inhaber der Schuhhäuser Schröder und Quick Schuh in der Großen Straße in Ibbenbüren. Er hat ein Paar Winterstiefel unter dem Arm. „Stiefel sind so ziemlich abverkauft“, so Keller. Der Kälteeinbruch passe zur Räumung der Winterlager – warme Schuhe sind gefragt.

Bernd Huil, Geschäftsführer von Intersport C. A. Brüggen in Ibbenbüren, verkauft derzeit „Handschuhe, Mütze, Schal“ reihenweise. Huil: „Kälte? Wir haben nichts dagegen, wenn es noch eine Weile so bleibt.“ Die Winterware geht prima.

Im Kampf gegen die große Kälte unterwegs sind derzeit die Heizölhändler. „Und wie“ antwortet Ulrike Pott, Geschäftsführerin des gleichnamigen Ibbenbürener Brennstoffhandels auf die Frage, ob es in diesen Tagen verstärkt Heizölbestellungen gibt. Angesichts des hohen Preisniveaus seien im vergangenen Jahr vielfach kleine Mengen geordert worden. Jetzt gebe es durch den Frost Nachholbedarf bei den Kunden.

Renate Ventker, kaufmännische Geschäftsleitung von Ventker Heizung, Sanitär, Elektro aus Brochterbeck rät, die Heizung nie ganz auszuschalten. Auch Thermostate in wenig genutzten Räumen sollten in der „Sternchen-Stellung“ stehen, damit das System Durchlauf hat. Überhaupt sei es nicht sinnvoll, Räume oder das ganze Haus auskühlen zu lassen, nur weil niemand zu Hause ist. Das Erwärmen koste danach nämlich überproportional viel Energie. Für moderne Systeme mit Nachtabsenkung bestehe die Möglichkeit, diese bei strengem Frost ein wenig zu erhöhen.

Zwei Einsätze wegen sogenannter „Frostzähler“ hatte am Mittwoch der Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land (WTL). Frank Meinert, Abteilungsleiter Rohrnetz des WTL rät, an besonders kalten Stellen liegende Zähler zu isolieren – mitunter reichten klassische Mittel wie dicke Putzlappen. Und oft seien Zähler eingefroren, weil in Kellern vergessen werde, Fenster in der Nähe zu schließen. Meinert weiß, dass eingefrorene Zähler nicht ohne sind. „Im günstigsten Fall gibt es kein Wasser.“ Richtig unangenehm werde es aber, wenn das Schauglas des Zählers zerspringe und Wasser austritt. Und weil das meistens in der Kälte der Nacht passiert, kann es am nächsten Morgen unliebsame Überraschungen geben.

Autor: Claus Kossag
Tel: 05451 933 240

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