
Telefonanbieterwechsel beschert Familie böse Überraschung
Eigentlich sollte es nach dem Breitband-Ausbau auf dem Dickenberg in Sachen Telefonie für Familie Schneider viel schneller gehen. Eigentlich. Denn bis es endlich klappte, ging es für sie erst einmal ganz langsam durch die Verwaltungsmühlen.
Dickenberg. Die Geschichte beginnt im Juni des vergangenen Jahres. Weil Familie Schneider alle technischen Vorzüge des Breitband-Ausbaus auf dem Dickenberg nutzen und preiswerter telefonieren möchte, kündigt Martin Schneider den bestehenden Vertrag mit der Deutschen Telekom. Fristgerecht. Die schriftliche Kündigungsbestätigung ist eines der ersten Schreiben im Ordner, der den Ärger dokumentiert.
„Das war unser Fehler“, räumt Martin Schneider heute mit Blick auf seine Kündigung ein. Denn ungeachtet seiner fristgerechten und gültigen Kündigung zum 26. November 2011 kündigte der neue Telekommunikationsanbieter Vodafone im Oktober versehentlich noch einmal deren Vertrag mit der Telekom.
„Wir erhielten die Bestätigung von Vodafone, dass unser Anschluss am 27. November freigeschaltet werden sollte“, schildert Martin Schneider. Der Stichtag kam – und nichts funktionierte bei Familie Schneider. Kein Internet. Kein Telefon.
Ein Anruf bei Vodafone ruft einen Service-Techniker der Telekom auf den Plan. Nach dessen Einsatz funktionieren Internet und Telefon. Glaubt Familie Schneider. Bis sich einige Tage später herausstellt, dass sie zwar telefonieren kann, Anrufe von außen aber nicht eingehen.
Als im Dezember eine Telefonrechnung der Telekom eingeht, dämmert es ihnen: Die Telekom hat sie nicht aus dem Vertrag entlassen. Ein Anruf bestätigt den Verdacht: Die zweite Kündigung durch Vodafone habe die erste aufgehoben, so die Auskunft der Telekom. Der Vertrag sei um ein Jahr verlängert.
Anrufe bei der Telekom mit dem Hinweis auf die schriftliche Kündigungsbestätigung seien äußerst unfreundlich verlaufen. „Es war gerade so, als seien die Mitarbeiter auf so abwiegelndes Verhalten getrimmt“, sagt Martin Schneider. „Vodafone hat den Fehler eingeräumt und wollte uns aus Kulanz aus dem Vertrag entlassen.“ Das aber habe er nicht gewollt.
Es folgt eine Odyssee durch die Beschwerdestelle der Telekom, die Tiefen der Bundesnetzagentur, die Pressestelle der Telekom. Die Familie schaltet das Lokalfernsehen ein. Und wendet sich an die Verbraucherzentrale. Am Ende zahlt sich die Beharrlichkeit aus. Am 5. Januar entlässt die Telekom die Schneiders aus dem Vertrag – ein Entgegenkommen, heißt es, weil es hier eine Gesetzeslücke gebe.
Das sieht Thomas Bradler, bei der Verbraucherzentrale Jurist und Experte für Telekommunikation, anders. „In diesem Fall ist die Telekom schuld. Die Begründung, mit der zweiten Kündigung sei die erste aufgehoben, ist rechtlich nicht möglich“, so der Verbraucherschützer. Das Argument der Telekom, auf diesem Gebiet gebe es eine Gesetzeslücke, sei falsch. Bradler: „Das ist allgemeines Schuldrecht: Nach einer fristgerechten Kündigung ist ein Vertrag hinfällig.“
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Kommentare (2)
Eine Registrierung kostet Sie keinen Cent.
Ich hatte nämlich den gleiche Fall eines Bekannten mit Telekom und der Osnatel.
Kunde hatte fristgerecht gekündigt, Osnatel hat dann auch nochmal gekündigt ohne Wissen des Kunden, weil die Rufnummer mitgenommen werden sollte.
Die Telekom hätte den Rückzug der Osnatel Kündigung angenommen, aber dann hätte der Kunde auch seine Rufnummer verloren und durch die Osnatel eine neue Nummer bekommen.
Nun ist man noch ein Jahr bei der Telekom und dann geht es in den Osnatel Vertrag über.
Also, in diesem Fall hätte die Telekom eingelenkt, allerdings auf Kosten der Rufnummer, und wer will schon seine alte Nummer abgeben, ich nicht unbedingt.
Es ist auf jeden Fall eine Sauerei das so ein Detail dem Kunden weder vom alten noch vom neuen Anbieter ordentlich erklärt wird, hier steckt definitiv der Teufel im Detail.
Gruß Ibbenbürener
Und zum Schluß: "Am 5. Januar entlässt die Telekom die Schneiders aus dem Vertrag – ein Entgegenkommen..."
Genau d a s ist es seitens der Telekom: Ein Entgegenkommen ! Weil man das Geplänkel mit Verbraucherschutz und Bundesnetzagentur und penetranten, besserwissenden Kunden vielleicht leid ist ??
Und etwas tiefer: „Vodafone hat den Fehler eingeräumt und ..."
Wer hat denn hier nun wirklich den Fehler gemacht ?? Die Telekom doch nicht ! Wenn schon den Wettbewerber Vodafone den Fehler eingesteht ?
Vielleicht sollte man den Artikel ein zweites Mal lesen und sich dann ein Bild über die tatsächlichen Ereignisse machen !
So ist das für mich reiner Sensations-Journalismus ! Mehr nicht...