
Wenn fast jeder ein Fahrrad hat und wenige Busfahren
Wie bewegen sich eigentlich die Ibbenbürener am liebsten von A nach B? Dr. Ing. Michael Frehn weiß die Antwort, er stellte im jüngsten Umweltausschuss die Ergebnisse einer Mobilitätsstudie vor.
Ibbenbüren. Bus fahren ist nicht angesagt in Ibbenbüren. 83 Prozent aller Bürger nutzen selten oder sogar nie den öffentlichen Personennahverkehr. Und nur zwölf Prozent haben eine Bus-Zeitkarte.
Das ist nicht viel, aber bessere Zahlen konnte Dr. Ing. Michael Frehn neulich den Lokalpolitikern im Umweltausschuss nicht präsentieren. Der Experte war zu Gast bei der Sitzung der Lokalpolitiker, um die Ergebnisse einer Studie vorzustellen.
Diese „Mobilitätserhebung“ (4200 Menschen im Kreis Steinfurt haben mitgemacht, in Ibbenbüren waren 465; die Studie ist repräsentativ) liefert interessante und wissenswerte Fakten dazu, wie sich die Menschen in dieser Stadt von A nach B bewegen. Hier sind einige der Ergebnisse der Studie, für die Ibbenbüren 2500 Euro bezahlt hat:
85 Prozent aller Haushalte haben sowohl ein Auto wie auch ein Fahrrad zur Verfügung.
Die Pkw-Dichte auf 1000 Einwohner liegt hier bei 576 (in NRW nur 498).
Die Fahrrad-Dichte liegt bei 980 pro 100 Einwohner.
94 Prozent der über 17-Jährigen haben einen Führerschein.
40 Prozent aller Ibbenbürener nutzen täglich das Auto, 20 Prozent nutzen täglich Auto und Fahrrad, 18 Prozent nur das Rad und elf Prozent sind wenig mobil (Senioren).
46 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiten vor Ort in Ibbenbüren; 33 Prozent in einer Stadt im Kreis Steinfurt, fünf Prozent in OS und vier Prozent in MS.
Im Durchschnitt legt der Ibbenbürener (gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen) pro Tag 3,8 Wege zurück, das sind 180 000 Wege pro Tag. Im Schnitt ist jeder Weg 8,4 Kilometer lang. Das macht über den dicken Daumen 1,5 Millionen Kilometer, die pro Tag zurückgelegt werden.
5000 Wege pro Tag führen nach Osnabrück.
Drei von vier Wegen werden innerhalb der Stadt Ibbenbüren zurückgelegt. Am häufigsten geht es zur Arbeit (25 Prozent), zu Freizeitaktivitäten (23 Prozent) oder auch zum Einkauf (18 Prozent).
73 Prozent aller Wege werden innerhalb von Ibbenbüren zurückgelegt. Über die Stadtgrenze hinweg in andere Kommunen im Kreis Steinfurt führen 17 Prozent vor allem nach Hörstel, Osnabrück, Mettingen, Rheine und Tecklenburg sowie Lengerich.
Ibbenbüren ist laut Gutachter Dr. Frehn eine Stadt der kurzen Wege: 61 Prozent sind unter fünf Kilometer lang und liegen damit in der „typischen Fahrraddistanz, bei der eine Autofahrt kaum Vorteile hat.“
Pro Tag werden zwischen Hörstel und Ibbenbüren 13 900 Wege unternommen. Weitere wichtige Wegeverbindungen sind Mettingen und Ibbenbüren mit 8600 Wegen pro Tag, Tecklenburg und Ibbenbüren mit 8300 Wegen pro Tag sowie Recke und Ibbenbüren mit 6900 Wegen pro Tag und Lengerich und Ibbenbüren mit 6900 Wegen.
Die statistischen Zahlen, die Dr. Michael Frehn im Umweltausschuss vorgestellt hat, können nun als Wissens- und Entscheidungsgrundlage für Verkehrsprojekte genutzt werden.

Tel: 05451 933 239
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Kommentare (1)
Eine Registrierung kostet Sie keinen Cent.
Jetzt muss die Stadt nur noch dafür sorgen, dass diese Wege auch unkompliziert und zügig per Velo abgewickelt werden dürfen (!). Stichwort: Radwegbenutzungspflicht.
Ich hab immer noch nicht verstanden, die angebliche "Fahrradfreundlichkeit" damit zusammenpasst, dass die Stadt eine Fahrzeuggattung von der Fahrbahn aussperrt und zwangsweise auf die Radwege schickt, was nebenbei bemerkt sogar gesetzeswidrig ist.