
Wir müssen unsere Stadt zukunftsfähig machen
Liebe Ibbenbürenerinnen, liebe Ibbenbürener, lassen Sie mich zunächst allen unter Ihnen danken, die sich in 2011 in besonderer Weise für unsere Stadt eingesetzt haben. Wir alle wären ärmer ohne Sie; Ihr Einsatz wird auch 2012 gebraucht.
Wieder liegt ein Jahr hinter uns, das im Zeichen einer Krise stand, der europäischen Schuldenkrise. Auch wenn unser Land bisher noch recht gut durch diese Krise gekommen ist, muss man sagen, dass Anlass zur Sorge besteht. Wer Schulden aufhäuft, belastet die nächste Generation.
Auch die Städte und Gemeinden stecken in einer Krise. Für unsere Stadt kommt dazu, dass das Land den Ansatz für die Soziallasten drastisch verändert hat. Das bedeutet für Ibbenbüren eine Verschlechterung von etwa 4,5 Millionen Euro.
Im Jahr 2011 haben wir viel erreicht:
Die Schuldentilgung ist noch weiter geführt worden, sicher eine Seltenheit im kommunalen Umfeld. Das Konjunkturpaket II ist erfolgreich abgeschlossen. Die K 24 n ist übergeben worden, sie muss unbedingt nach Norden fortgeführt werden. Unsere Rolle als Schulstadt haben wir deutlich unterstrichen. Vor allem der auf breiter Basis gefasste Beschluss, das Schulangebot in unserer Stadt um eine Gesamtschule zu erweitern, zeigt, dass wir die Schullandschaft weiterentwickeln wollen. Dazu kommen die wachsenden Zahlen der Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. Die können wir auf Dauer aber nur garantieren, wenn eine stärkere Beteiligung der Eltern erfolgt. Frühe Hilfen und Tagesbetreuung sind ausgeweitet worden. Die Vermarktung von Gewerbegebieten und damit die Schaffung neuer Arbeitsplätze war erfolgreich.
Wir konnten das Thema Breitband in zwei Ortsteilen deutlich voranbringen. Die Entwicklung der Innenstadt ist positiv, Ibbenbüren behauptet sich gut als Einkaufsstadt und als Ort für attraktive Veranstaltungen. Die Ertüchtigung und Erneuerung der Kläranlage ist weitergeführt worden, die Gebühren wurden gesenkt.
Das Jahr 2012 wird schwierig, aber es gibt klare Perspektiven: Den Sparkurs müssen wir noch verstärken, denn ich halte es für verantwortungsvoller, in gewissem Rahmen Opfer zuzumuten, als resignierend aufzugeben. Die aktive und erfolgreiche Steigerung der Attraktivität unserer Stadt muss fortgeführt werden. Wir haben eine lebendige und attraktive Innenstadt, die können wir dank zugesagter Städtebaufördermittel renovieren. Dazu zeichnet sich ab, dass im Norden und Süden neue großflächige Läden dazukommen. Wir müssen weiter Flächen für den Wohnungsbau vorhalten. Das Angebot zur Ganztagsbetreuung von Kindern müssen wir weiter ausbauen. Im Jahr 2011 ist der Beschluss der Bundesregierung zum endgültigen Aus für die heimische Steinkohle gefallen. Für unsere Stadt eine historische Zäsur. Wir müssen uns auf den Ausstieg vorbereiten. Noch ein Wort zur RAG: Wir haben immer den Schulterschluss mit der Zeche geübt. Jetzt müssen wir auch erwarten, dass die RAG alles tut, was in ihrer Macht steht, um den Strukturwandel zu unterstützen.
Das nächste Jahr wird nicht leicht, doch Jammern hilft nicht. Wir müssen tun, was wir können, um unsere Stadt zukunftsfähig zu machen. Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich einen guten Rutsch und Gesundheit, Glück und Zufriedenheit im neuen Jahr.
Heinz Steingröver, Bürgermeister der Stadt Ibbenbüren
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