Gespräche am Gartentor

Amtsgerichtsdirektor Heinrich Döring, Werner Schulze Sievert, der neue stellvertretende Schiedsmann Ludger Thies, der ausgeschiedene stellvertretende Schiedsmann Bernhard Lange und Bürgermeister Heiner Seier (von links).
Amtsgerichtsdirektor Heinrich Döring, Werner Schulze Sievert, der neue stellvertretende Schiedsmann Ludger Thies, der ausgeschiedene stellvertretende Schiedsmann Bernhard Lange und Bürgermeister Heiner Seier (von links).
(Foto: pd)


Reken (pd). Schiedsmann der Gemeinde für die nächsten fünf Jahre bleibt Werner Schulze Sievert. Sein neuer Stellvertreter heißt Ludger Thies. Der 52-jährige Chemiefacharbeiter wird Nachfolger Bernhard Langes, der nach 16-jähriger Amtszeit auf eine Wiederwahl verzichtete. Die im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Rates gefassten Personalentscheidungen hat der Leiter des Amtsgerichts Borken, Heinrich Döring, bestätigt.

Mit einer Dankurkunde und „einem warmen Händedruck“, so Döring, wurde in einer kleinen Feierstunde im Rathaus in Groß Reken Bernhard Lange als stellvertretender Schiedsmann der Gemeinde Reken verabschiedet. Das Amt des Schiedsmanns, so Heinrich, sei nicht immer leicht.


Die Tätigkeit erfordere soziales Engagement, Gemein-schaftssinn und den Blick für eine Einigungschance, um die streitenden Parteien wieder zusammenzuführen.

Bürgermeister Heiner Seier sagte, nicht jeder sei fürs Schiedsamt geeignet. Der Schiedsmann benötige Ortskenntnisse, Fingerspitzengefühl und Charakter. Dem Nachfolger Langes, Ludger Thies, wünschte er eine glückliche Hand.

Döring hatte zuvor Thies vereidigt. Zum wiedergewählten Schiedsmann Werner Schulze Sievert sagte der Richter: „Wir haben ihren Vertrag jetzt einfach verlängert.“

„Schlichten statt richten“: Unter diesem Motto werden Schiedspersonen tätig. Sinn dieser Einrichtung ist es, der Justiz Arbeit zu ersparen. Viele Fälle, so konnte Werner Schulze Sievert berichten, löse man „unter der Hand“, ohne dass die Namen der Beteiligten in einem Protokollbuch auftauchten.

Diese „Tür- und Angel-Fälle“ werden häufig bei einem schlichtenden „Gespräch am Gartentor“ erledigt. Natürlich gebe es auch Fälle, bei denen eine Partei lediglich vom Schiedsmann eine „Sühnebescheinigung“ benötige, weil man wild entschlossen sei, vor Gericht zu ziehen.

Wenn eine Vorab-Einigung nicht zu erreichen ist, finden Sühneverhandlungen in der Regel im Wohnzimmer der Schiedspersonen statt. Eine solche Atmosphäre trägt dazu bei, dass streitende Parteien im Schlichtungsgespräch lockerer miteinander umgehen können als in einem Büro für den Schiedsmann, das im Rathaus eingerichtet werden müsste und damit den Eindruck einer hoheitlichen und behördlichen Tätigkeit vermittelt.

Während Werner Schulze Sievert, der in der „Dorfheide 32“ wohnt, keine besondere Schulung benötigt, wird Ludger Thies aus dem „Preinhok 17“ in nächster Zeit an einem Einführungs-lehrgang für Schiedspersonen teilnehmen.


09 · 07 · 10



kommentar



TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
MÜNSTERLAND


© Telaos GmbH & Co. KG - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette