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Fußballfreie Zone Havixbeck?

Die erste Mannschaft von SWH war im Rathaus aufgelaufen, um die Diskussion um den Kunstrasenplatz im Sozialausschuss zu verfolgen.Foto:
Die erste Mannschaft von SWH war im Rathaus aufgelaufen, um die Diskussion um den Kunstrasenplatz im Sozialausschuss zu verfolgen.Foto:
(Klaus de Carné)


Havixbeck - Eine klare Zusage für den Bau eines Kunstrasenplatzes konnten die Fußballer von Schwarz-Weiß Havixbeck aus dem Sozialausschuss nicht mit nach Hause nehmen. Die Enttäuschung war den Vertretern der ersten Mannschaft am Dienstagabend anzumerken. Sparen sei in diesem Jahr angesagt, gab Bürgermeister Klaus Gromöller unmissverständlich allen Anwesenden zu verstehen. Es sei absolut kein Geld für Sonderprojekte vorhanden. Auch nicht für einen Kunstrasenplatz. Auch wenn er so dringend benötigt würde.

Pastor Detlef Ruschinzik sprach von einem schwachen Bild, das der Sozialausschuss abgebe. Schließlich sei dieser für den Sportbereich zuständig. Der Fußball sei ein Aushängeschild für jede Gemeinde. „Scheinbar ist der Gemeinde die große Anzahl von aktiven Fußballern egal“, so der evangelische Pastor. „Oder soll Havixbeck eine fußballfreie Zone werden?“, fragte er in die Runde. Es müsse einen neuen Platz für den desolaten Ascheplatz geben. Alleine auch wegen der vielen jungen Spieler, meinte Ruschinzik.


Bürgermeister Klaus Gromöller versuchte mit vielen Worten, Klarheit in die Sachlage zu bringen. Er lobte das Engagement der beiden Sportvereine aus Havixbeck und Hohenholte. Es bestünde kein Zweifel, dass da was kommen müsse. Die Schulden seien aber mit 2,8 Millionen Euro doppelt so hoch wie im letzten Jahr. Dies sei nicht auf ein Missmanagement zurückzuführen, sondern eine Auswirkung der Finanzkrise.

Dennoch müsse die Gemeinde Investitionen vornehmen. Gromöller nannte die Münsterstraße und das Rathaus. Hierzu stünden Fördergelder bereit, die mit eigenen Mitteln aufgestockt werden müssten. Es sei auch kein Geld für den AFG-Schulhof und die Musikschule vorhanden. In der Musikschule seien die Toiletten und das Büro in einem schlechten Zustand. Damit hatte Gromöller einen wunden Punkt angesprochen, der sofort aus dem Zuschauerraum kommentiert wurde. „Sie wollen den Sport gegen die Kultur ausspielen“, sagte ein Zuhörer. Gromöller dürfe ruhig mal das Vereinsgebäude im Sportzentrum besichtigen, dann könne er die Toiletten dort beurteilen. Gromöller entgegnete, dass er noch Vorsitzender der Musikschule sei, dieses Amt aber in Kürze abgeben werde.

Ausschuss-Vorsitzende Margarete Schäpers (SPD) versprach, dass alle Fraktionen dem Sport diesen Platz gönnen. Man wolle auf keinen Fall Sport gegen Kultur ausspielen. 100.000 Euro sollen zunächst für das Jahr 2013 im Haushalt vorgesehen werden. Weiter sollen Finanzierungsideen gesammelt und eine Kostenaufstellung für einen Kunstrasenplatz gemacht werden. Ludger Messing, SWH-Abteilungsleiter Fußball, gab den Hinweis, dass der Verein auch 100.000 Euro dazugeben könnte. Außerdem solle man sich über Kredite und deren Zurückzahlung unterhalten. Die Politik gab auch das Signal, vielleicht in 2011 schon Geld vorzusehen.

VON KLAUS DE CARNÉ, HAVIXBECK

10 · 03 · 10
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Fußball in Havixbeck
"Fußball freie Zone in Havixbeck?" Das erscheint mir eine berechtigte Frage zu sein! Im vergangenen Jahr wurde in der Politik schon heftig über die Verwendung von Geldern für den Sport diskutiert. Beide Sportvereine, SWH und GSH, haben sich engagiert und Vorschläge, auch mit Hilfe einiger verdienter Ratsmitglieder, für Einsparungen auf der einen und die Kosten und deren Finanzierung auf der anderen Seite, gemacht.
Auf dem Ascheplatz wurden Probebohrungen durchgeführt, Lösungswege für Planung und Ausführung erarbeitet und mit Hilfe eines renomierten Sportplatzbauers aus Bremen konkrete Zahlen vorgelegt. Selbst Materialproben für den Kunstrasen wurden schon bemustert. Und nun soll alles wieder von Neuem beginnen!? Was soll das?
Letztes Jahr wurde mit knapper Mehrheit der komplette Ausbau des Friedhofes "durchgeboxt", obwohl alles dafür spricht, dass dieser Friedhof wahrscheinlich nie oder erst in 25 bis 30 Jahren vollständig zur Nutzung ansteht. Hier vorerst Gelder einzusparen und diese für den Sport, Kindergärten und Schulen einzusetzen, wurde aus mir absolut nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt. Und nun haben wir die nächsten Projekte, die Vorrang haben! Natürlich spricht alles dafür, die Münsterstraße zu sanieren, aber muß das Rathaus in einer solchen Größenordnung umgebaut werden? Müssen wir Projekte unbedingt durchziehen, "nur" weil die Fördergelder bereitstehen? Sind Heizkosten das alles dominiernde Argument für jede Baumaßnahme und das Konjunkturpaket II? Muß wirklich dahinter alles andere zurücktreten? Ich meine nein! Wir brauchen Aktionen, die den Menschen dienlich sind. Vor allem unseren Kindern und Jugendlichen sollten wir weiterhin unsere bisher gute Infrastruktur erhalten. Doch wenn jetzt schon unsere Sportstätten vergammeln, die Kinder sich weigern in den alten und dreckigen Sporthallenduschen zu duschen und wir keinerlei Aussicht auf wirkliche Unterstützung durch die Politik haben, warum soll man sich denn überhaupt noch ehrenamtlich engagieren. Es wird jetzt schon immer schwerer junge Leute dafür zu gewinnen, den Parteien fehlt sowieso der Nachwuchs und den wenigen verbliebenen Ehrenamtlichen kommt die Freude an der Arbeit immer mehr abhanden.
Daher sollte ein Umdenken stattfinden und Prioritäten grundsätzlich überdacht werden. Was Ehrenamt, insbesondere im Sport, bewirken kann haben die Sportvereine in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen.
Wir sollten diese soziale Kraft und das Engagement in unserer Gemeinde stärken und stützen.

Gerd Rademacher
Vors. Föderverein Fußball

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