„Es wird teurer werden“ - UWG-Bürgerforum zum Hallenbad

Rund 50 Interessierte lauschten am Mittwochabend beim von der UWG initiierten Bürgerforum zum Thema Hallenbad den ausführungen des Referenten Christian Ochsenbauer.Foto:
Rund 50 Interessierte lauschten am Mittwochabend beim von der UWG initiierten Bürgerforum zum Thema Hallenbad den ausführungen des Referenten Christian Ochsenbauer.Foto:
(wer)


Lüdinghausen - Die Insolvenz des Hallenbad-Betreibers und die damit verbundene Schließung des Bades bewegt die Gemüter der Menschen in der Steverstadt nach wie vor. Die Frage nach der Zukunft des Hallenbades in Lüdinghausen stellte am Mittwochabend auch die UWG. Rund 50 Interessierte - das Winterwetter hatte wohl einige zu Hause zurückgehalten - fanden sich zu einem von der Partei initiierten Bürgerforum im Landhaus Hönnemann ein. Zum Einstieg ließ UWG-Mitglied Thomas Kestermann die wechselvolle Historie des Bades Revue passieren.

„Wir wollen, dass auch künftig in unserer Stadt Schwimmen möglich ist. Wir wollen, dass Schulschwimmen möglich ist.“ - dies waren nur zwei der Forderungen, die im Verlauf des Abends aufgestellt wurden. Eine Besucherin stellte gar fest: „Es soll doch nicht soweit kommen, dass wir uns Steverstadt nennen, aber unsere Kinder können nicht schwimmen.“ Festgestellt wurde auch, dass das Bad „eindeutig seine Stärken“ habe.

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Bei der Suche nach einer schlüssigen Antwort auf die Frage nach der Zukunft des Hallenbades hatten sich die Organisatoren mit Dr. Christian Ochsenbauer fachkundigen Expertenrat geholt. Der Geschäftsführer der „Deutschen Gesellschaft für das Badewesen“ hob in seinem Beitrag indes weniger auf die Lüdinghauser Situation ab, sondern erläuterte seinen Zuhörern insgesamt die Lage auf dem Bäder-Markt. Dabei ließ er durchaus deutlich seine Bedenken bei sogenannten PPP-Projekten (Public Private Partnership) durchblicken. „Es gibt Beispiele, dass es funktioniert“, erklärte er. Verhehlte aber nicht, dass es gerade im Badbereich große Risiken bei der Kooperation von privaten Investoren und Kommunen gebe. Ursache für den Einstieg Privater in den Bereich der öffentlichen Bäder sei zumeist die schlechte Kassenlage in Städten und Gemeinden. Er warnte vor dem Trugschluss, dass ein Investor „eigenes Geld“ bei der PPP mitbringe. Es sei immer „fremdes Geld“, für das letztlich die Kommune geradestehen müsse. „Der Investor macht sein Geschäft mit dem Bau des Bades, nicht mit dem Betrieb.“

Eine Bewertung der Situation in der Steverstadt wollte er aber ausdrücklich nicht vornehmen. „Dazu kenne ich die Verhältnisse nicht“, so Ochsenbauer. Tatsache sei aber, dass das Projekt auch hier gescheitert sei. Es helfe jetzt nur der Blick nach vorne.

Die Frage sei, in wessen Regie der Badebetrieb künftig laufen solle. Von einer Übernahme beispielsweise durch einen Verein - etwa der DLRG - riet er ausdrücklich ab. Ehrenamtliche seien mit einer solchen Aufgabe überfordert. So gebe es aus seiner Sicht nur zwei vernünftig erscheinende Lösungen: Die Stadt übernimmt das Bad in Eigenregie oder sucht einen neuen Betreiber. Und: „Es wird teurer werden.“ Die Frage für oder gegen ein Bad sei politisch zu entscheiden.

Markus Kehl, Moderator des Abends und UWG-Ratsmitglied, bedauerte zum Abschluss, dass Ochsenbauer seine aufschlussreichen Ausführungen nicht in einer Ratssitzung habe vortragen können.

VON PETER WERTH, LÜDINGHAUSEN

29 · 01 · 10



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