Die Schülerzahlen in der Gemeinde Hopsten sind in den vergangenen zehn Jahren fast überall kontinuierlich gesunken. Einzige Ausnahme: Der gymnasiale Zweig der Hüberts’schen Schule. Allerdings ist die Hüberts’sche Schule auch die einzige Schule, für die die Gemeinde nicht die Trägerschaft hat.
Hopsten. Wenn es einen Trend gibt, der sich hartnäckig hält und auch über die Gemeindegrenzen Hopstens hinaus Bestand hat, dann ist es der Trend der stetig sinkenden Schülerzahlen.
Waren im Oktober 1980 noch 1184 Kinder an den Grund- und weiterführenden Schulen in gemeindlicher Trägerschaft, so waren es im Oktober 2009 nur noch 972. Dass es auch für das Schuljahr 2010/2011 so weiter gehen wird, bestätigten der Schulleiter in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend, Kultur und Sport.
Bernd Steffers, Leiter der Franziskus-Grundschule Hopsten, berichtete von derzeit 310 Kindern in zwölf Klassen der vier Jahrgangsstufen. Für das im Sommer beginnende Schuljahr lägen derzeit 60 Anmeldungen vor. „Damit sinkt unsere Schülerzahl erstmals seit vielen, vielen Jahren unter 300“, sagte Steffers mit hörbarem Bedauern. Ob die Grundschule zwei oder drei erste Klassen bilden werde, entscheide sich erst sehr kurzfristig.
Eine Erfolgsgeschichte hingegen sei die Schulbetreuung, die sich derzeit um 70 Kinder kümmere. 30 erhalten in der Schule ein Mittagessen. Die Ausweitung des Angebots um die Ferien sei ebenfalls positiv. Deshalb sei auch angedacht, eine Betreuung in der ersten Hälfte der Osterferien anzubieten. Die Nachfrage steige stetig, sagte Steffers.
Marlies Graessle von der Marien-Grundschule Halverde berichtete von 12 neuen Anmeldungen für den Sommer. Es werde weiterhin jeweils eine Klasse mit Schülern der Jahrgangsstufen eins und zwei sowie der Jahrgangsstufen drei und vier geben. In Halverde könnte die Gesamtschülerzahl sogar ansteigen, denn den zwölf neuen Schülern stehen nur neun gegenüber, die im Sommer auf eine weiterführende Schule wechseln.
An der evangelischen Grundschule Schale „gibt es im neuen Schuljahr erstmals nur drei Klassen“, erläuterte Schulleiter Hans-Joachim Hinsch. Die 13 neuen Schüler werden gemeinsam mit den 12 des jetzigen ersten Jahrgangs eine gemeinsame Eingangsklasse bilden.
Andreas Pasche, Rektor der Ketteler-Realschule, konnte voraussichtlich 46 Neuanmeldungen für seine Schule vermelden. Er bedauerte, dass es in diesem Jahr keine Anmeldungen aus Hörstel und Dreierwalde gegeben habe.
Ganz im Gegensatz zur Realschule konnte Wolfgang Schmidt-Hoffmeier, Leiter der St.-Georg-Hauptschule, auf ein breites Spektrum von Schulen hinweisen, von denen sich Kinder an der Hopstener Hauptschule angemeldet haben. 31 Kinder aus Hopsten, Hörstel, Ibbenbüren, Recke und weiteren umliegenden Gemeinden werden ab dem Sommer im Töddendorf zur Schule gehen.
Als Grund für das doch recht große Einzugsgebiet nannte Schmidt-Hoffmeier das vielfältige Schulleben, die zahlreichen Aktionen, mit denen die Kinder und Jugendlichen schwerpunktmäßig auf die Arbeitswelt vorbereitet werden sowie kleine Klassen und intensive Förderarbeit.
Die vielen Angebote an allen Schulen wurden nach dem Vortrag der Schulleiter ausdrücklich von den Ausschussmitgliedern gelobt. Sie seien Aushängeschilder, mit denen es offensiv umzugehen gelte, um den Schulstandort weiterhin attraktiv zu halten. Dies gelte für ortsansässige, aber gerade auch für ortsfremde Familien, sagte Ludger Kleine-Harmeyer von der CDU-Fraktion.
Neu im kommenden Schuljahr könnte die Einrichtung integrativer Klassen sein. Sowohl an der Franziskus-Grundschule als auch an der St.-Georg-Hauptschule gibt es Anfragen, behinderte Kinder in den normalen Schulbetrieb aufzunehmen. „Die endgültige Entscheidung darüber liegt bei der Schulaufsicht“, sagt Bernd Steffers.
Er warnte zudem davor, aus den sinkenden Schülerzahlen die Schlussfolgerung zu ziehen, dass auch der Raumbedarf sinke. Ganz im Gegenteil. Spezielle Unterrichtsräume, etwa für die Englischstunden an der Grundschule, und den allgemein erhöhten Förderbedarf machten so schnell keinen Raum überflüssig.
Eng wird es wohl in Zukunft auch an der Hüberts´schen Schule. Die einzige Schule, für die die Gemeinde nicht die Trägerschaft hat, kann seit Jahren ganz gegen den Trend steigende Anmeldezahlen verzeichnen und muss sogar Absagen erteilen. Schulleiter Alfons Ahlers berichtete von insgesamt 253 Anmeldungen. 161 für den gymnasialen Zweig, 92 für die Höhere Handelsschule. Dem stehen 219 Abgänge gegenüber.
„Wir haben lange nicht alle aufgenommen“, sagte Ahlers. Das Anmeldeverfahren habe im November begonnen und bereits Anfang Dezember seien die ersten Absagen erteilt worden. Hinzu komme, dass viele, die bislang die Höhere Handelsschule besuchen, jetzt doch das Abitur machen wollten und es daher zu einem innerschulischen Wechsel komme.