TANZSCHULENSCHLIESSUNG IN HOPSTEN_
Schwerer Abschied vom „Lebensabschnittswerk“ für Anne Jasper

„Tschüss, Anne!“ Ab dem 1. März werden die kleinen Tänzerinnen der Gruppe „Elfen und Zwerge“ woanders tanzen müssen.
„Tschüss, Anne!“ Ab dem 1. März werden die kleinen Tänzerinnen der Gruppe „Elfen und Zwerge“ woanders tanzen müssen.
(Foto: Antje Raecke)


Hopsten. Seit sie selbst ein Teenager war, hat Anne Jasper immer mit Kindern gearbeitet. Gerade deshalb fällt es ihr sichtlich schwer, sich nun von ihrem „Lebensabschnittswerk“, der Tanzschule „Art of dance“ zu trennen. Seit acht Jahren gibt es die Schule, 26 Gruppen mit Tänzern im Alter von 14 Monaten bis 22 Jahren wurden zuletzt von Anne Jasper und sieben Trainern betreut. Am 1. März soll nun alles vorbei sein. „Das Gebäude soll verkauft werden“, lautet die schlichte Erklärung.

Seit sie vor drei Jahren in die Räume eines ehemaligen Fitness-Studios im Börnkamp umgezogen sei, habe sie sich vor diesem Tag gefürchtet. „Es war von Anfang an ein Risiko, der Mietvertrag immer nur kurzfristig“, sagt Anne Jasper. Denn die Räumlichkeiten sind Teil einer Insolvenzmasse und werden seit Jahren zum Verkauf angeboten. Am 31. März ist der nächste und wohl auch letzte Zwangsversteigerungstermin. Es soll mehrere Interessenten geben.


Welche Pläne diese allerdings mit dem großen Haus, das außer den Tanz- und Fitnessräumen auch noch eine ganze Saunaetage und ein kleines Schwimmbad beherbergt, wisse sie nicht.

Aufgehört hätte sie allerdings so oder so. „Mit 50 sollte eigentlich Schluss sein“, hat sich die heute 53-Jährige einmal zum Ziel gesetzt und schmunzelt angesichts ihrer dreijährigen Verlängerung. Dass ihr persönlicher Schluss-Strich und der drohende Verkauf des Hauses nun zusammenfallen, sei sehr bedauerlich. So biete sich möglichen Nachfolgern, die es durchaus gegeben hätte, keine Perspektive.

Derzeit läuft eine Art Ausverkauf: Kostüme, Bücher, Sportsachen, fast alles wird veräußert. Eine schmerzliche Erfahrung. „Es ist auf allen Seiten eine große Trauer, aber auch eine große Nähe zu spüren“, erzählt Anne Jasper. Sie werde aber immer Ansprechpartner für Kinder und Eltern bleiben, sieht sie sich doch ein wenig als Anwältin der kleinen Menschen. Deshalb sei es denkbar, dass die Gruppe der „Elfen und Zwerge“ für Kinder bis drei Jahren als Projekt an anderer Stelle weitergehe. „Es gibt ja sonst kaum Angebote für Mädchen“, bedauert die gelernte Tanzpädagogin. Ebenso soll es mit der Tanzgruppe junger behinderter Menschen weiter gehen: „Die Arbeit mit ihnen liegt mir einfach zu sehr am Herzen.“

Zudem geht das Augenmerk von Anne Jasper in die Zukunft. Jetzt sei noch Zeit, etwas ganz Neues anzufangen. So könne sie sich gut vorstellen, künftig mit älteren Menschen zu arbeiten. Tanz und Bewegung für Senioren ab 70 wäre eine Idee: „Man könnte gemeinsam eine Geschichte, ein Musical erarbeiten. Um zu zeigen, dass auch ältere Menschen noch viel können.“

Ein letztes Treffen aller Tanzschüler und Trainer wird es am Sonntag in der Gaststätte Kerssen-Brons geben. Von 15 bis 18 Uhr steigt eine Abschiedsparty. Um 18 Uhr dann gehen alle Teilnehmer gemeinsam zum Marktplatz, um dort einen Luftballon mit einem Wunsch steigen zu lassen.


26 · 02 · 10



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