AUSZEICHNUNG_
Goldener Meisterbrief für Hopstener Schuhmacher Bernhard Brink

Bernhard Brink (sitzend) zwischen seinen ersten Gratulanten: Sohn Martin (v.l.), Obermeisterin Christel Averbeck, Schwiegertochter Heike, Paul Osterbrink, Ehefrau Martha und Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink.
Bernhard Brink (sitzend) zwischen seinen ersten Gratulanten: Sohn Martin (v.l.), Obermeisterin Christel Averbeck, Schwiegertochter Heike, Paul Osterbrink, Ehefrau Martha und Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink.
(Foto: Schwienheer)


Hopsten. Hohe Ehre für Bernhard Brink: Der 77-Jährige erhielt jetzt den goldenen Meisterbrief aus den Händen von Paul Osterbrink, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Obermeisterin Christel Averbeck sowie Kreishandwerksmeisterin Erika Wahlbrink. Der Breischener Schuhmachermeister hatte vor 50 Jahren, am 21. Dezember 1959, seine Meisterprüfung an der Handwerkskammer Osnabrück bestanden.

Er habe sich in Abendkursen auf die Prüfung vorbereitet, erinnert sich der Goldjubilar. Seine Lehre hatte er in der Schuhmacherwerkstatt seines Schwiegervaters August Bruns in den Jahren 1946 bis 1949 absolviert. Danach arbeitete der Schuhmachergeselle für einige Jahre bei Schuhmacher Eugen Heeke im Dorf. 1952 ging Bernhard Brink wieder zurück in seinen Ausbildungsbetrieb und bildete sich zum Meister weiter. 1960, ein Jahr nach seiner Meisterprüfung, heiratete er Martha Bruns, die Tochter seines Lehrherrn. Schon vier Jahre später übernahm Bernhard Brink den Handwerksbetrieb mit kleinem Schuhgeschäft. Die Eintragung in die Handwerksrolle (Geschäftseröffnung) erfolgte am 3. Februar 1964, erläuterte Obermeisterin Christel Averbeck zur Vita des Jubilars.


Der Betrieb ist im Laufe der Jahre mehrfach umgebaut und ein großes Schuhgeschäft ans Wohnhaus angebaut worden. Martha Brink hat ihren Mann dabei immer unterstützt. „Sie hat vorne im Laden das Geld mit Schuhverkäufen verdient, während der Jubilar sich in seiner Werkstatt um die Schuhreparaturen kümmerte“, wusste Paul Osterbrink bei der Ehrung zu berichten.

Christel Averbeck erinnerte daran, dass die alte Handwerkstradition der Schumacher sich sehr geändert habe. In der Nachkriegszeit und vorher seien Schuhe noch handgefertigt gewesen. Heute seien Maßanfertigungen für die breite Masse der Käufer nicht mehr üblich, da maschinell gefertigte Produkte preiswerter sind. Auch Schuhmacherbetriebe sind dadurch selten geworden. So besitzen die Schuhmacher inzwischen keine eigene Innung mehr und sind in die Innung Modeschaffendes Handwerk integriert.

Sie freue sich, so einem rüstigen Jubilar den goldenen Meisterbrief auszuhändigen, sagte Averbeck. Bernhard Brink arbeitet noch heute täglich in seiner Werkstatt. Er ist im weiten Umkreis von Hopsten nur noch einer von wenigen Schuhmachermeistern. „Die Leute kommen sogar aus Nachbarorten, wenn sie Spezialaufträge haben.

Nicht nur Schuhe werden repariert. Ob Sportgeräte oder Reitsportartikel - fast alles weiß der alte Schuhmachermeister wieder instand zu setzen. Das wissen nicht nur die Hopstener Bürger. Falls sie ein Problem mit Lederwaren haben, heißt es im Volksmund: „Geh zu Pik, der kann das sicher.“ Pik nennen die Hopstener Bernhard Brink und er ist gar nicht böse über seinen Spitznamen. Der habe nämlich viel mit seiner Arbeit zu tun, berichtet der Jubilar. „Damit die Fäden von Nähten besser halten, verstärke ich sie mit Pech“, erklärt er. Und Pik ist das plattdeutsche Wort für Pech.

Noch viel weiß der alte Handwerksmeister aus den Anfängen seiner beruflichen Tätigkeit zu berichten. „In der Kriegs- und Nachkriegszeit gab es rein gar nichts. Es war schwer an Leder zu kommen. Schuhe - auch Kinderschuhe wurden noch handgemacht und in „Pfundwährung“ bezahlt. Speck gegen Schuhe. Fast alle Leute trugen Holzschuhe im Alltag. Wir haben noch das Stanzeisen, mit dem die Lederstreifen für die Holzschuhe angefertigt wurden“, erzählt Bernhard Brink.

Das Schuhmacherhandwerk habe sich sehr verändert. Früher habe man Holznägelstifte in die Sohlen geschlagen, heute gebe es viel mehr Materialien, Klebe- und Handwerkstechniken bei Schuhreparaturen zu beachten. Mit seinen Reparaturen unterstützt der 77-Jährige Sohn Martin. Der eröffnete 1989 zuerst ein Schuhgeschäft in Hopsten, später Filialen in Recke und Westerkappeln. Damit setzt er die Familientradition in vierter Generation fort.

VON M. SCHWIENHEER

01 · 03 · 10



kommentar



TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Telaos GmbH & Co. KG - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette