Schale. Viel zu lachen und begeisterten Beifall gab es von den zahlreichen Zuschauern der Premiere des plattdeutschen Theaterstücks „Kien Mann för eene Nacht“, das die Theatergruppe der Landjugend Schale am Sonntag im Haus Evers zum ersten Mal aufführte.
Regisseurin Anja Landwehr begrüßte die Zuschauer und führte kurz in die Geschichte der Komödie in drei Akten ein, bevor Philipp Gohmann und Christian Holt den Vorhang öffneten.
Was Champagner statt Brause anrichtet, erfährt der konservative Finanzbeamte Axel Schweis am Morgen danach, als er sein chaotisch zugerichtetes Zimmer sieht. Er gerät völlig aus der Fassung und beginnt sofort mit dem Reinemachen. Dass in seinem Bett aber noch Lisa Sommer, eine talentierte Aktmalerin liegt, daran kann er sich überhaupt nicht erinnern.
Bereits nach den ersten Minuten überzeugen Thomas Wagener und Silke Haeberle in ihren Rollen. Zu allem Übel klingelt ständig die neugierige Nachbarin Gundula (gespielt von Christiane Bertels), um sich diverse Lebensmittel bei Axel zu borgen. Auch diese Szenen waren immer wieder Anlass für Lachsalven, denn Gundula versteht grundsätzlich alles falsch. Als dann noch Axels Schwester Isolde Pfeifer mit ihrem Mann Alfred auftaucht, bleibt kein Auge mehr trocken.
Mit Fremdwörtern auf Kriegsfuß und vollends von sich selbst überzeugt, fährt Isolde ihrem Mann ständig über den Mund. Anja Landwehr und Niklas Gohmann glänzen hier. Ein weiteres Highlight ist die Nichte Susanne, gespielt von Judith Lüpke-Narberhaus. Bereits 22-jährig, wird sie immer noch in Kinderkleidung gesteckt und hat stets einen klebrigen Lolly in der Hand. Aber auch sie hat ein Auge auf die „Mannsleute“ geworfen und dabei den Untermieter von Axel im Sinn. Mike, gespielt von Holger Brinker, ist ebenfalls nicht abgeneigt, mit Susanne eine Verabredung zu treffen.
Bis zum Happy End bekamen die Zuschauer viele urkomische Verwicklungen serviert. Nicht ganz unschuldig an den Wirrungen ist auch die Installateurin, gespielt von Susanne Roling, die mehr kaputt macht, als es zu reparieren gibt.
Im Souffleur-Kasten saß bei der Premiere Franz-Josef Heumer für Siegfried Brinker. Er hatte stets den Text vor Augen, aber nicht viel zu sagen, da alle Spieler ihre Rollen perfekt beherrschten. Wie gut „Kien Mann för eene Nacht“ beim Publikum ankam, formulierte unter anderem Helga Freie. „Die haben richtig toll gespielt und erst die köstliche Geschichte, es war eine rundum gelungene Aufführung“, sagte sie.
Dazu servierten weitere Landjugendmitglieder an diesem Nachmittag Kaffee und Kuchen. Nach der Vorstellung bedankte sich Thomas Wagener bei den Akteuren und bei Friseurin Daniela Frohbieter aus Recke, für Frisuren und Make-up, besonders aber bei Anja Landwehr und Silke Haeberle, die das Stück ausgesucht hatten. Bedingt durch einen Unfall war Florian Schötker als Spieler ausgefallen und Holger Brinker war für ihn eingesprungen. An ihn ging ein Lob für das schnelle Lernen der Rolle und die gute Darstellung. „Wenn Euch das Stück gefallen hat, dann sagt es ruhig weiter“, bat Thomas Wagener die Zuschauer.
Die nächsten Vorstellungen sind: Samstag, 6. März, 20 Uhr, Sonntag, 7. März, 15 Uhr (wieder mit Kaffee und Kuchen) und Samstag, 13. März, 20 Uhr sowie am Sonntag, 14. März, bereits um 19 Uhr.