Fehler gemacht: Hopstener MdB Dieter Jasper führt Doktortitel nicht mehr

Dieter Jasper
Dieter Jasper


Tecklenburger Land. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper aus Hopsten führt den Titel eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften nicht mehr. Das hat der 47-Jährige am Sonntag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. In den vergangenen Tagen hatten sich diesbezüglich Gerüchte verdichtet, weil auf den Internetseiten von Dieter Jasper, von Bundestag und von CDU-Kreisverband der Doktortitel nicht mehr auftauchte.

Im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterte Jasper, er habe in den Jahren 2003/2004 an der Freien Universität Teufen in der Schweiz eine Arbeit mit dem Thema „Elemente und Strukturen von Managementsystemen in KMU (Klein- und Mittelständischen Unternehmen) - Betriebswirtschaftliche Analyse für einen Betrieb der Metall verarbeitenden Industrie“ geschrieben. Hierfür sei ihm der akademische Grad eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften verliehen worden.



Der Politiker Dieter Jasper

Dieter Jasper ist 47 Jahre alt. Seinem Engagement in der CDU Hopsten/Schale/Halverde folgte 2004 die erste und erfolgreiche Kandidatur für den Hopstener Rat.

Bei der Kommunalwahl im August 2009 trat Jasper erneut an und verteidigte sein Ratsmandat für die CDU-Fraktion, deren stellvertretender Vorsitzender er seit 2004 ist. Zudem ist er Mitglied des Haupt- und Finanzausschusses und Geschäftsführer des CDU-Ortsverbandes Hopsten/Schale/Halverde. Seit September 2009 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Da gewann er überraschend gegen Dr. Reinhold Hemker (SPD).

Seine erste Kandidatur für das Bundestagsmandat 2004 war nicht von Erfolg gekrönt, es wurde damals Dr. Philipp Freiherr Heereman für den Kreis Steinfurt aufgestellt. Ende 2008 hatte sich Jasper dann bei der Kandidatur innerhalb der Partei gegen Heereman und Karl-Heinz Hagedorn durchgesetzt.

Als es im Herbst 2009 Veröffentlichungen über nicht rechtmäßig erlangte Doktortitel in Deutschland gegeben habe, sei er unruhig geworden und habe ein Anwaltsbüro beauftragt, die Gültigkeit seines Titels aus der Schweiz prüfen zu lassen. Dazu hat Dieter Jasper am Sonntag schriftlich erklärt: „Pressemitteilungen über den rechtlich fragwürdigen Erwerb und das rechtmäßige Führen von Doktortiteln im Herbst 2009 und den damit einhergehenden Diskussionen haben mich veranlasst, ein Rechtsanwaltsbüro prüfen zu lassen, ob der an der Freien Universität Teufen erlangte Titel rechtmäßig verliehen worden ist.

Die Überprüfung hat ergeben, dass der an der Freien Universität Teufen erlangte Doktorgrad aufgrund des ‚Deutsch-Schweizerischen Abkommens über die Gleichwertigkeit im Hochschulbereich‘ in Deutschland nicht anerkannt wird. Nach Mitteilung dieses Prüfungsergebnisses führe ich den Doktortitel nicht mehr.“

Das Prüfungsergebnis, so Jasper, habe er im Oktober erhalten. Es sei für ihn überraschend gewesen. Daraufhin sei er sofort aktiv geworden, habe den Bundestag informiert und habe den Titel herausgenommen aus Internet, Briefbögen und Visitenkarten.
Jasper betonte, sein Fall habe mit der Affäre im August vergangenen Jahres nichts zu tun, bei der die Staatsanwaltschaft Köln gegen eine Promotionsagentur und Professoren in Deutschland ermittelte und bei der es um Erwerb und Rechtmäßigkeit von Doktortiteln ging.

Er, so Jasper, habe die Möglichkeit einer externen Promotion gesucht und die in Teufen in der Schweiz gefunden. So habe er neben seiner Arbeit im Betrieb in Hopsten seine Doktorarbeit schreiben können. Jasper: „Der Fehler war, dass ich zu leichtgläubig war und nicht genug nachgefragt habe.“ Er hätte mehr überprüfen müssen. So hätten sich im Nachhinein Dinge, die an der Freien Universität Teufen als möglich dargestellt wurden, als unwahr herausgestellt.

Als er das Ergebnis der Überprüfung bekommen habe, sei das schon ein Schlag in den Nacken gewesen. Er habe sich aber dann gleich daran gemacht, die Sache offensiv aufzuarbeiten. Das sei keine politische, sondern eine menschliche Entscheidung gewesen. Jasper: „Mich treibt, den Fehler auszuräumen.“

Er gestehe den Fehler ein und werde damit leben müssen. Er nehme die Sache ganz bestimmt nicht leicht. Aber er habe auch keine Angst vor möglichen Reaktionen, die müsse er ertragen. Aber er habe keinem geschadet und keine Straftat begangen.


01 · 02 · 10


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