PIKANTER LISTENPLATZ_
Mettinger Wählergemeinschaft verlangt Verzichtserklärung von Uwe Chittka
Mettingen. Die Kommunalwahl wirkt bei der Mettinger Wählergemeinschaft (MWG) noch kräftig nach. Dabei geht es um die Austritte des Vorsitzenden Ludger Meyjohann und seines Stellvertreters Uwe Chittka. Wie die Wählergemeinschaft in einer Presse-Erklärung mitteilt, habe sich die MWG bemüht, von diesen beiden Vorstandsmitgliedern eine schriftliche Erklärung zu erhalten. Darin sollten sie den Austritt aus der MWG erklären und auch auf ihren Listenplatz für den Gemeinderat verzichten.

Die Befürchtung der Wählergemeinschaft: Uwe Chittka könnte bei einem Ausscheiden von Ratsherr Franz Dieckmann eventuell in den Rat nachrücken. Chittka steht hinter Dieckmann immer noch auf Platz zwei der Reserveliste. Mit Ludger Meyjohann sei die Sache geklärt, er habe verzichtet sagte der MWG-Vorsitzende Edwin Kremp auf Anfrage. Chittka sei für eine Klärung der Angelegenheit allerdings nur unter der Bedingung bereit gewesen, dass auch andere Mitglieder auf ihren Listenplatz verzichten, schreibt die MWG. Eine solche Einflussnahme auf Personalfragen sei nicht hinnehmbar. Es entstehe der Eindruck, dass Chittka darauf spekuliere, in den Rat nachzurücken. Das wäre aber eine Verfälschung des Wahlergebnisses, weil Chittka vor der Wahl - allerdings nur in der Presse - seinen Austritt aus der MWG erklärt habe.


„Ich habe nicht die Absicht, über die Reserveliste in den Gemeinderat nachzurücken“, stellt Uwe Chittka im Gespräch mit unserer Zeitung klar. Seinen Austritt und den Verzicht auf den Listenplatz habe er aber bislang nicht schriftlich erklärt. Er lasse sich die Pistole auch nicht auf die Brust setzen. Ihm sei vor allem wichtig, dass die Wählergemeinschaft Konsequenzen aus den Gründen für seinen Rücktritt im August 2009 zieht - vor allem die Personen, die dafür mitverantwortlich gewesen seien. Dann sollten die auch gehen.

Chittka widerspricht der Darstellung, die MWG sei in der Endphase des Kommunalwahlkampfes vom Austritt der zwei Vorstandsmitglieder überrascht worden. Es habe schon vorher Meinungsverschiedenheiten gegeben. Die Aussagen eines ehemaligen MWG-Ratsmitglieds während des Wahlforums hätten unter anderem das Fass zum Überlaufen gebracht, sagt Chittka.

Rückblende: Beim Wahlforum unserer Zeitung wurde eine Film-Umfrage gezeigt. Thema: Bebauung des alten Rathausplatzes. MWG-Ratsherr Günther Fuhrmann hatte darin einen Drogeriemarkt für den Standort erwähnt und damit Interna aus nicht öffentlicher Sitzung verraten. Daraufhin hatten Meyjohann und Chittka ihre Ämter niedergelegt und wollten bei der Kommunalwahl nicht mehr für die MWG antreten. Fuhrmann ist nicht mehr für die MWG im Rat vertreten, steht auf der Reserveliste aber pikanterweise hinter Chittka auf Platz drei.

Mit dem Platz auf der Reserveliste habe Chittka eine Anwartschaft auf ein Ratsmandat erworben, erklärt Mettingens Hauptamtsleiter Werner Borberg. Diese Anwartschaft verliere er aber, wenn die MWG ihn rechtswirksam ausschließe. Sollte der jetzige MWG-Ratsherr sein Mandat aufgeben, müsse der Wahlleiter - Bürgermeister Helmut Kellinghaus - zunächst nachfragen, ob der Nachrück-Kandidat noch zur MWG gehöre, zitiert Ordnungsamtsleiter Martin Brüggemann die Kommunalwahlordnung. Erst dann werde der Kandidat gefragt.

>> Lesen Sie den Kommentar zum Thema Samstag in unserer Zeitung.

VON OLIVER LANGEMEYER, IBBENBÜREN

20 · 02 · 10



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