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WDR2 gibt Mettingen neun Punkte

Mit viel Liebe zum Detail verwandelten die Mettinger am Montag ihr Rathaus in ein Hotel.
Mettingen. Die Mettinger lieferten am Montag einen bravourösen Wettkampftag. Ein Tag, an dem sich das Bürgermeisterbüro in knapp fünf Stunden in ein Hotelzimmer, die „Suite de maire“, verwandelte. Helmut Kellinghaus allerdings machte keinen Hehl daraus: Mit seiner Quote beim Bürgermeisterquiz sei er nicht zufrieden, gestand er. Vier von zehn Fragen beantwortete er richtig. Damit kommt Mettingen beim Wettbewerb „WDR2 für eine Stadt“ auf insgesamt neun Punkte. 15 wären möglich gewesen.

Lokalvideo auf mazzTV.de: Die Stadtaufgabe im Schnelldurchlauf.
Mehrere hundert Menschen hatten sich schon am Morgen auf dem Markt versammelt, um die Stadtaufgabe zu hören. Das Rathaus, das gestern auf den Tag genau vor zwei Jahren in das Gebäude des ehemaligen Romantikhotels Telsemeyer gezogen war, sollte wieder zum Hotel werden.
Neben der Bürgermeistersuite verlangte WDR-Moderator Matthias Bongard eine Rezeption im Foyer, Rathausmitarbeiter als Personal und einen schmucken Garten vor dem „Hotel de Ville“.

Lokalvideo auf mazzTV.de: Stadtaufgabe - Mettingen packt an!
Gesagt, getan: Schon gegen Mittag war das Bürgermeisterbüro nicht wiederzuerkennen: Hotelbett statt Besprechungstisch. Dort, wo sonst der Schreibtisch steht, entstand ruckzuck der Durchgang zur Nasszelle. „Das Bett haben wir von Haus Telsemeyer geholt“, sagte der Vorsitzende des Mettinger Heimatvereins Reinhold Donnermeyer. Das Oberbett war vorschriftsmäßig etwas zurückgeschlagen. Ein Begrüßungsbonbon lag auf dem Kopfkissen. Viele Mettinger brachten kleine Accessoires aus dem ehemaligen Romantikhotel mit. Die Detailverliebtheit war beeindruckend.
Im Foyer zimmerten unter anderem Auszubildende der RAG Anthrazit Ibbenbüren eine Rezeption. Vor dem Rathaus entstand ein Gartencafé mit Whirlpool. Die Speisekarte wurde nicht vergessen: „Amtsschimmel, geschnetzelt“ stand darauf. In den Pool sprangen später sogar zwei junge Frauen. Sie mussten allerdings warten, bis sich das 60 Grad heiße Wasser etwas abgekühlt hatte.

Lokalvideo auf mazzTV.de: Sehen Sie hier, wie Mettingens Bürgermeister Kellinghaus sich im Quiz schlägt.
Mit sehr großem Engagement und viel Kreativität gingen die Mettinger ans Werk. Von der Feuerwehr über die zahlreichen Vereine bis zu den Unternehmen griff ein Rad in das andere. „Das Teamwork war wirklich beeindruckend“, sagte die Vorsitzende des Vereins für Wirtschaftsförderung, Gertrud Lagemann. Auch die Rathausmitarbeiter spielten ihre Rollen als Servicepersonal hervorragend. Kämmerer Werner Boberg wurde zum Chefportier, Bauamtsmitarbeiter Ludger Belting übernahm den Job des Liftboys. Bürgermeister Helmut Kellinghaus fuhr schließlich mit Moderator Bongard in einem edlen Mercedes vor, um ihm das „Hotel de ville“ zu zeigen. Jubel brandete auf, als der Radiomann vom Rathausfenster aus fünf Punkte für Mettingen verkündete: Aufgabe erfüllt.

Lokalvideo auf mazzTV.de: Volle Punktzahl für Mettingen.
Anschließend waren auch die Bürger eingeladen, sich das Hotel und die Bürgermeister-Suite anzuschauen. Davon machten die Bürger auch reichlich Gebrauch.
Anschließend begann das Bürgermeister-Quiz. Helmut Kellinghaus hatte nur zwei Sekunden Zeit, um auf zehn knifflige Fragen mit „richtig“ oder „falsch“ zu antworten. Nach gutem Start verließ ihn das Glück ein wenig. Allerdings waren in die Fragen auch viele Nickeligkeiten eingearbeitet. Wer am östlichen Ende auf der Amselstraße rechts abbiegt, ist nicht in der Finken- sondern in der Meisenstraße. Der Bauhof hat im Rathaus nicht das Fach 38, sondern Nummer 37. Letztlich war es ein Glücksspiel.

Lokalvideo auf mazzTV:de: Mettingen erhält seine Stadtaufgabe: Bis 15 Uhr soll das Rathaus wieder wie ein Hotel aussehen.
Bürgermeister und Organisationsteam waren aber dennoch mit dem Wettkampftag sehr zufrieden. Hatte sich doch gezeigt, wie einsatzbereit die Mettinger sind. „Es war sehr beeindruckend, wie selbstverständlich alle mitgeholfen haben. So eine Teamarbeit schon im Vorfeld dieses Wettbewerbs macht schon ein bisschen stolz“, sagte Kellinghaus. Da konnte er auch schon wieder lächeln.
VON
OLIVER LANGEMEYER UND SABINE PLAKE