Viel Spaß hatten die KvG-Schüler mit ihren spanischen Gastdozenten. Nach dem zweistündigen Sprachkurs waren Land und Leute Thema. Außerdem wurde für das Abschlusslied geprobt. (Fotos: Dietlind Ellerich)
Mettingen. Die komplizierte Aussprache des Portugiesischen, komische Laute im Polnischen, viele ähnliche oder sogar gleiche Wörter im Spanischen und Lateinischen, unglaublich viele Sonderzeichen im Litauischen und Unmengen von Buchstaben im ungarischen Alphabet - die Erfahrungen, welche die 122 Schüler der siebten Klassen des Mettinger Kardinal-von-Galen-Gymnasiums während ihres Europatages machten, waren vielfältig.
Zwei Stunden verbrachten sie am Dienstag mit Sprachkursen in acht europäischen Sprachen. Muttersprachler aus Litauen, Bulgarien, Ungarn, Spanien, Italien, Polen, Portugal und der Türkei waren zu Gast in der Europaschule, um den Jugendlichen Sprachkenntnisse aus erster Hand zu vermitteln. Sie freue sich, dass so viele Europäische Freiwillige aus Mettingen und der näheren Umgebung sich bereit erklärt hätten, die Schüler zu unterrichten und ihnen ihre Heimat nahe zu bringen, erklärte Lehrerin Rita Krieger, die wie in den vergangenen Jahren den Tag gemeinsam mit Kollegen und Eltern im Arbeitskreis Europaschule vorbereitet hatte. Außerdem waren Studierende des Comenius-Kollegs und weitere Muttersprachler vor Ort.
„Eine super Idee“, kommentieren Emilia, Monika und Kamilla, die Freiwilligen aus Polen, den Tag, an dem die Gymnasiasten ihre europäischen Nachbarn näher kennenlernen. Die Schüler seien sehr interessiert und machten gut mit, lobten sie. Selbst an den schwierigsten Zungenbrechern, die die polnische Sprache zu bieten hat, seien sie nicht verzweifelt, sondern hätten sich alle Mühe gegeben, die Sätze unfallfrei auszusprechen. Im Gegenzug brachten die deutschen Jugendlichen ihren polnischen Gastdozentinnen Sätze wie „Fischers Fritz fischt frische Fische“ bei, eine echte Herausforderung für die jungen Polinnen.
Polnisch, Bulgarisch, Litauisch, Türkisch und Ungarisch - da kann man gar nichts aus den bekannten Sprachen Englisch, Französisch und Latein herleiten. Kein Wunder, gehören sie doch zu ganz anderen Sprachfamilien. Leichter hatten es die Jugendlichen, die sich auf die romanischen Sprachen Spanisch, Italienisch und Portugiesisch gestürzt hatten. Da gab es wenigstens Ähnlichkeiten mit dem Lateinischen und Französischen.
Bunte Plakate gestalteten die Jugendlichen zu den acht Ländern, mit denen sie sich beschäftigt hatten. (Fotos: Dietlind Ellerich)
Doch es ging während des Europatages nicht nur um die Sprachen, sondern auch um die Länder, die Schulsysteme, die Kultur und vieles mehr, was es in den europäischen Nachbarländern zu entdecken und zu erleben gibt. Bis zum Mittag beschäftigten sich die Jugendlichen mit den Ländern ihrer Gastdozenten und gestalteten Plakate. Wie die jungen Italiener ihre Freizeit verbringen, erzählte eine in Deutschland lebende Italienerin den KvG-Schülern. Vor Neid erblassten sie, als sie erfuhren, wie viel Taschengeld Gleichaltrige dort bekommen. 14 Euro pro Woche. Zudem gibt es drei Monate Sommerferien - auch das wäre reizvoll, aber ohne die vielen Hausaufgaben, die italienische Schüler erledigen müssen.
Jede Menge Neues erfuhren die Mädchen und Jungen während des Europatages, der seit vielen Jahren zum Veranstaltungskalender des KvG-Gymnasiums gehört. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam in der Aula „I am sailing“, natürlich in den acht europäischen Sprachen, in die sie zuvor hineingeschnuppert hatten.