Mettingen. Die Energiebilanz der Mettinger Kläranlage macht ein Dilemma deutlich: Durch die Befeuerung von demnächst drei Blockheizkraftwerken mit Faulgas wird zu viel Abwärme (thermische Energie) erzeugt. Der Überschuss, der nicht für den Betrieb der Kläranlage genutzt wird, beträgt an einem Wintertag 440 Kilowattstunden. „Damit kann man im Winter ein mittelaltes Wohnhaus beheizen“, erklärte Jürgen Varnhorn - mehr nicht. Das Haus müsste zudem ganz in der Nähe vom Klärwerk liegen. Der Bau langer Leitungen sei nicht wirtschaftlich, sagte der Mitarbeiter des Ingenieurbüros Frilling. Er stellte den Mitgliedern des Bauausschusses am Mittwochabend die Energiebilanz der Kläranlage vor. Die Anlage an der Neuenkirchener Straße wird derzeit umfangreich erweitert. Vom Stand der Bauarbeiten machten sich die Ausschussmitglieder vor Ort ein Bild.
Im Sommerbetrieb ist der Überschuss an Abwärme mit 2640 Kilowattstunden am Tag zwar deutlich höher. Das ändert an dem Dilemma aber nicht viel. Grundsätzlich sinnvoll wäre es, mit der Energie den Klärschlamm zu trocknen. Denn dann wäre er besser für eine spätere Verbrennung geeignet. Für die Trocknung reiche aber auch der Energie-Überschuss im Sommer nicht aus, erklärte Varnhorn. Selbst im Jahr 2018, wenn die erweiterte Kläranlage ihre volle Auslastung erreiche, könnten damit nur 28 Prozent des Klärschlamms getrocknet werden. Das sei für einen wirtschaftlichen Prozess zu wenig. Letztlich bleibe der Gemeinde beispielsweise die Möglichkeit, mit dem Betreiber einer Trocknungsanlage für Holzhackschnitzel zusammenzuarbeiten, resümierte Varnhorn. Der könnte die überschüssige Abwärme nutzen. Vorausgesetzt, die Anlage ist in unmittelbarer Nähe des Klärwerks, erläuterte der Fachmann.