Recke. 112 ist nicht nur die Rufnummer der Wehr, sondern auch die Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr. „Es liegt ein turbulentes Jahr hinter uns. So viele Einsätze hatten wir bisher noch nie“, sagte Reckes Gemeindebrandinspektor Walter Hagemann am Samstag während der Jahreshauptversammlung im Recker Rathaus. Unter den Gästen konnte er auch Bürgermeister Eckhard Kellermeier, Kreisbrandmeister Bernhard Duesmann, Kreisjugendfeuerwehrwart Frank Klose, Kreisverbandsvorsitzender Norbert Stegemann, Pastorin Elke Böhne und Domkapitular Ludger Jonas begrüßen.
Groß- und Mittelbrände im landwirtschaftlichen und gewerblichen Bereich waren im Rekordjahr, wie Hagemann es nannte, zu bekämpfen. Besonders drei Brände von Spänebunkern sorgten für zeit- und arbeitsintensive Einsätze. Weitere Brände, schwere Verkehrsunfälle und technische Hilfeleistungen waren von den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr zu bewältigen. Dabei habe das Unwetter am 3. Juli für rund 40 zusätzliche Einsätze gesorgt. Sechs Mal wurde zudem Fehlalarm ausgelöst. Die meisten Einsätze waren am Freitag und am Samstag. Der Dienstag war der ruhigste Tag bei der Einsatzstatistik.
Die Erneuerung der Mannschafts- und Sanitärräume am Feuerwehrhaus in Steinbeck gehe in die Endphase, berichtete Hagemann weiter. Dieser Bau konnte nur mit erheblichen Eigenleistungen des Löschzuges Steinbeck realisiert werden. Das neue Löschfahrzeug in Recke wurde ausgeliefert und in Eigenleistung ausgerüstet.
Ein großer Dank der Führungsriege ging an die Mitarbeiter in der Brandschutzerziehung, der Betreuung und Ausbildung in der Jugendfeuerwehr und die seelsorgerische Betreuung des gesamten Feuerwehrdienstes. Zudem wurde die Aus-, Fort- und Weiterbildungsbereitschaft aller Abteilungen gewürdigt.
Zurzeit zählt die Recker Wehr 93 Aktive, 58 in Recke und 35 in Steinbeck. Der Ehrenabteilung gehören insgesamt 37 Kameraden an, in der Jugendfeuerwehr sind 16 junge Menschen aktiv und es gibt einen Fachberater.
„Die Jugendfeuerwehr ist in Recke gut aufgestellt“, informierte Gemeindejugendfeuerwehrwart Thorsten Meymann. 2009 seien acht Neuaufnahmen zu verzeichnen gewesen. Dementsprechend konnten auch acht Kameraden an den aktiven Dienst weitergegeben werden.
In seinem Grußwort ging Bürgermeister Eckhard Kellermeier auf die finanzielle Not der Gemeinde ein. Er schätze und respektiere die schwierige Arbeit der Kameraden bei verschiedenen Einsätzen: „Menschen, die bereit sind und Mut haben anderen zu helfen, lassen wir nicht im Regen stehen. Die Ausrüstung muss in Ordnung sein, wenn man andere Menschen helfen will.“ Im vergangenen Jahr wurden für den Feuerschutz in der Gemeinde 380000 Euro bereitgestellt. Schwerpunkte sind dabei das Feuerwehrhaus in Steinbeck und das neue Löschfahrzeug in Recke.
Kreisverbandsvorsitzender Norbert Stegemann dankte der Recker Wehr für die Ausrichtung des Ehrentages am Donnerstag vergangener Woche. „Auf Recke ist Verlass“, lobte er die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen. Kreisbrandmeister Bernhard Duesmann legte noch einen drauf: „Es gibt Feuerwehren, die funktionieren. Und eine davon ist in Recke. Es ist kein Lippenbekenntnis, wovon ich spreche. Die Bürger in Recke brauchen sich keine Sorgen zu machen.“
Abschließend wurden einige Ehrenzeichen an verdiente Mitglieder verliehen: Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen zeichnete Thomas Üffing für 25 Jahre im aktiven Dienst in der Wehr mit dem silbernen Feuerwehrehrenabzeichen aus.
Für 50-jährige Mitgliedschaft in der Wehr wurden Erich Brüggemann, August Lewe, Werner Lefert und Norbert Schmitz ausgezeichnet. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Johannes Schmiemann geehrt.
Aus dem aktiven Dienst in die Ehrenabteilung wechselt Werner Hachmann.