Rheine. Pünktlich um 22Uhr stürmt Michael Wendler auf die große Bühne am Emstorplatz, davor warten bereits seit Stunden Tausende, recken Transparente in die Höhe, lassen ihre Kameras blitzen, sie liegen dem selbst ernannten Schlagerkönig vom ersten Augenblick an zu Füßen.
Schon eine halbe Stunde vor seinem Auftritt war Wendler, begleitet von einem Fernsehteam des Senders Sat.1, angekommen, mitsamt Sängerinnen und Rapper richtete er sich hinter der Bühne ein, warf sich in Schale. Weißes Hemd, Goldkettchen, Lederjacke und Jeans. Der üppige Brustpelz reckt sich aus dem offenen Hemd heraus, Wendler gibt das Abziehbild des schönen Inselsängers, Ziel der Schwärmereien von Vierzehn- bis Vierzigjährigen. „Bin ich hier alleine?“, Wendler provoziert sein Publikum, brüllt bereits hinter der Bühne ins Mikrophon, während seine Tänzerinnen auf der Bühne das Publikum anheizen. Und er muss dann kaum Singen - die Arbeit übernimmt das Publikum für ihn.
Wendler, durch und durch Profi, braucht keine Aufwärmphase - das Publikum liegt im vom ersten Augenblick an zu Füßen. Frisch aus dem Bierkönig importierte Hits, passend zur drückend warmen Sommerhitze, brechen mit der Energie eines Gewitters über dem Publikum zusammen. Mit Kraft und vor Liebe triefenden Texten treibt Wendler sein Publikum in Extase, bis es nach dem einstündigen Ritt wieder in einen Rest von westfälischer Ruhe gleitet - und Wendler zum nächsten Termin abreist.