Nachbarn gehen auf die Barrikaden

Die Anwohner der Offlumer Straße ärgern sich über den Bau von Sozialwohnungen am Thieberg – jetzt wollen sie gegen weitere solcher Bauvorhaben in ihrem Wohngebiet kämpfen.
Die Anwohner der Offlumer Straße ärgern sich über den Bau von Sozialwohnungen am Thieberg – jetzt wollen sie gegen weitere solcher Bauvorhaben in ihrem Wohngebiet kämpfen.
(Foto: Kampferbeck)


Rheine. Am Thieberg rumort es gewaltig: Die Anwohner des Baugebietes ärgern sich über die 42 Sozialwohnungen, die zurzeit an der Offlumer Straße entstehen (MV berichtete). Die Nachbarschaft befürchtet, dass nach Einzug der Mieter wesentlich mehr Autos durch das Wohngebiet fahren und so spielende Kinder gefährden. Ferner rechnen die Nachbarn durch den sozialen Wohnungsbau mit fallenden Grundstückspreisen. Während eines Ortstermins machten die Anwohner gegenüber der MV ihrem Ärger Luft.

„Wir haben erst aus der Zeitung davon erfahren“, ärgert sich Maik Schuckmann, der in dem Wohngebiet vor kurzem neu gebaut hat. Hätte er vorher von dem Vorhaben gewusst, hätte er dort nicht gebaut, erzählt er.


„Bald kann man die Kinder nicht mehr auf der Straße spielen lassen“, meint Kirstin Hüwe, die wie viele andere auch wegen der 42 neuen Mieter deutlich mehr Autos im Wohngebiet fürchtet. Große Sorge bereitet ihr auch, dass der Eingang zum Spielplatz direkt an der Zufahrt zu den Wohnungen liegt.

Der Autoverkehr habe in den vergangenen Monaten ohnehin schon stark zugenommen. „Alles, was zum Einkaufszentrum Königsesch will, fährt hier lang“, sagt Torsten Hemmerling. In Werbeprospekten sei für ein „attraktives Baugebiet“ geworben worden. Dass an der Stelle Mehrparteienhäuser geplant gewesen seien, habe er zwar gewusst. Doch damals sei nur die Rede von zwölf Wohneinheiten gewesen.
Wie viele andere Nachbarn, fürchtet er, dass demnächst weitere Sozialwohnungen auf noch freien Grundstücken gebaut werden. „Wir haben die Befürchtung, dass das hier ein sozialer Brennpunkt wird“, sagt Gabriele Berndsen. Diese Befürchtungen hegt auch ihr Ehemann Werner. Die Nachbarschaft sei bewusst über das Vorhaben im Unklaren gelassen worden, ärgert sich Berndsen.

„Es wurden einfach Fakten geschaffen“, ergänzt Torsten Hemmerling. Er bezweifelt, dass es sich um Seniorenwohnungen handelt. „Es gibt keine Fahrstühle, das kann gar nicht seniorengerecht sein“, meint er.
Darüber, dass sich die Sozialwohnungen nun nicht mehr verhindern lassen, sind sich die Nachbarn nach eigener Aussage im Klaren. Sie wollen jetzt aber verhindern, dass weitere solcher Wohnungen in dem Baugebiet entstehen.

Die Stadtverwaltung war bis Montagabend nicht in der Lage, auf MV-Anfrage zu dem Thema Stellung zu nehmen.


03 · 11 · 08


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