„Das ist seine Angelegenheit“ - Stimmen aus der Hopstener Kommunalpolitik zu Dieter Jasper

Obere Reihe von links: Albert Üffing (UWG), Dirk Schmies (SPD), Bürgermeister W. Pohlmann  (SPD). Untere Reihe von links:  L. Kleine-Harmeyer (CDU), Walter Üffing (Grüne), Reinhard Lah (FDP).
Obere Reihe von links: Albert Üffing (UWG), Dirk Schmies (SPD), Bürgermeister W. Pohlmann (SPD). Untere Reihe von links: L. Kleine-Harmeyer (CDU), Walter Üffing (Grüne), Reinhard Lah (FDP).


Hopsten. Sehr verhalten - so ist die Reaktion der Hopstener Kommunalpolitiker auf die Geschehnisse der vergangenen Tage rund um Bundestags- und Ratsmitglied Dieter Jasper auf den Punkt zu bringen. An den aktuellen Rücktrittsforderungen, etwa von der SPD Ibbenbüren, will sich in Hopsten niemand beteiligen.

„Die Angelegenheit ist Privatsache von Dieter Jasper“, sagte Dirk Schmies, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeinderat auf Anfrage unserer Zeitung. Die Konsequenzen, die er aus dem Vorfall ziehe, blieben einzig und allein ihm überlassen. „Wir werden das Ganze politisch nicht aufarbeiten. Das ist seine Sache“, erklärte Schmies stellvertretend für die Sozialdemokraten in Hopsten.


An dem Appell der Ibbenbürener Parteikollegen wollen sich die Hopstener nicht beteiligen: „Wir halten uns da raus. Wir werden keine Forderungen an ihn stellen.“ Das sei schon deshalb nicht möglich, weil von den genauen Hintergründen zu wenig bekannt sei, so der Fraktionsvorsitzende. Auch am persönlichen Umgang mit Jasper werde sich wohl nichts ändern. „Ich schätze ihn als Mensch weiterhin sehr“, sagte Schmies.

„Es ist für Dieter Jasper sehr bedauerlich, dass er diesem Institut vertraut hat und damit reingefallen ist.“ So lautet die Stellungnahme der FDP-Fraktion, formuliert vom Fraktionsvorsitzenden Reinhard Lah. Auch von den Liberalen werde Jasper keinen politischen Gegenwind im Töddendorf zu spüren kriegen. „So weit, dass er sein Mandat niederlegen soll, werden wir nicht gehen“, kündigte Lah an. Es sei zudem fraglich, ob der Doktor-Titel derart entscheidend sei.


Soll der Hopstener Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper sein Bundestagsmandat niederlegen?

2009 ist der aus Hopsten stammende, Dieter Jasper (CDU), in den Bundestag gewählt worden. Nun hat sich herausgestellt, dass sein Doktortitel von einer Privatuniversität in der Schweiz stammt und in Deutschland nicht anerkannt wird. Die SPD Ibbenbüren fordert darum, dass Jasper sein Bundestagsmandat niederlegen sollte. Wie denken Sie darüber? Stimmen Sie ab!



An derzeit aufkommenden, weiteren Spekulationen um Jasper und seine Person wolle sich die FDP nicht beteiligen: „Wir glauben ihm seine Darstellung.“ Die Geschichte sei vor allem für Dieter Jasper persönlich als höchst bedauerlich anzusehen.

Allerdings, das räumt Lah ein, „wäre es schön gewesen, wenn er sich direkt nach seiner Recherche an die Öffentlichkeit gewandt hätte und nicht erst auf Nachfrage.“

Sehr bedeckt halten möchte sich vorerst auch die UWG. „Wir wissen viel zu wenig über die Hintergründe, als dass wir jetzt dazu Stellung nehmen wollen“, sagte Fraktionsvorsitzender Albert Üffing. Die UWG warte auf weitere Fakten sowie auf eine persönliche Stellungnahme Dieter Jaspers. Jedoch seien die Mitglieder der UWG sehr überrascht gewesen von den jüngsten Entwicklungen und Berichten: „Das war so nicht zu erwarten.“

Als schwierig empfindet auch Bürgermeister Winfried Pohlmann die Situation. Doch gegen Jasper will auch er sich nicht stellen. Ganz im Gegenteil: „Das ist jetzt der Kampf seines Lebens. Ich wünsche ihm viel Kraft für diese Zeit.“ Er hoffe, dass Jasper dieses schadlos überstehe. Für ihn sei der Titel nicht entscheidend, der Mensch zähle. „Es ist allerdings schade für ihn und auch schade für Hopsten“, sagte Pohlmann.

Die Situation hatte Jasper ihm in einem persönlichen Gespräch geschildert, damit sei die Angelegenheit geklärt. Rücktrittsforderungen hält auch der Erste Bürger der Gemeinde Hopsten für überzogen und möchte sich ihnen nicht anschließen.

„Dieter Jasper hat einen Fehler gemacht und diesen eingestanden“, so ist die Sicht der CDU-Ratsfraktion auf die Ereignisse der vergangenen Tage, wie der Fraktionsvorsitzende Ludger Kleine-Harmeyer erklärte. Für die Arbeit im Rat der Gemeinde Hopsten sei ein Doktor-Titel völlig unerheblich. Dass er seinen Titel seit einigen Wochen nicht mehr führt, haben die Parteikollegen auf kommunaler Ebene nicht gewusst: „Das ist aber auch egal, denn es geht hier in erster Linie um seine politische Arbeit.“

Daher sehe die Union auch keinen Handlungsbedarf. Jaspers Kompetenz sieht Kleine-Harmeyer nicht infrage gestellt: „Er hat sich sein Wissen und seine Kenntnisse vor allem durch die Arbeit in seinem Unternehmen erworben.“

Und, so fügte er hinzu, alle Menschen machten Fehler. Der Fehler von Dieter Jasper sei eingestanden und somit gebe es keinen Vertrauensverlust oder Gründe, sich jetzt gegen oder besonders hinter ihn zu stellen.

VON ANTJE RAECKE, IBBENBÜREN

02 · 02 · 10


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