Goethe-Gymnasiasten fördern Verständnis für Europa

Eine Probewahl gab es während des Jugendaktionstages "EUre Zukunft: EUropa gestalten!"
Eine Probewahl gab es während des Jugendaktionstages "EUre Zukunft: EUropa gestalten!"


Ibbenbüren. Mit Blick auf die Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni versuchen unterschiedliche Organisationen die Bürger des Landes über europäische Themen aufzuklären. Auch der Verein „Bürger Europas e. V.“ aus Berlin hat sich die „Förderung der voranschreitenden Einigung Europas und den aktiven Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern über diesen gesellschaftlichen Prozess“ auf seine Fahnen geschrieben.

Dass dies gut gelingen kann, wurde mit dem Jugendaktionstag „EUre Zukunft: EUropa gestalten!“ am Goethe-Gymnasium bewiesen. Um aktuelle Politik mit den Wünschen und Visionen junger Leute zu verknüpfen, begann die Aktion mit einem Jugendforum im Bürgerhaus, an dem etwa 270 Schüler teilnahmen. Das Hauptziel, mit den Jugendlichen in einen europapolitischen Dialog zu treten, wurde nach Einschätzung der Verantwortlichen erreicht. Der Geschäftsführer von „Bürger Europas“, Peter Wolf, begrüßte auf dem Podium


Ibbenbürens Bürgermeister Heinz Steingröver sowie die nordrhein-westfälischen Kandidaten für die Europawahl Alexander Plahr (FDP) und Peter Alberts (Grüne). Schuldirektor OStD Andreas Tangen wies auf die Bedeutung des Themas hin und wünschte den Schülern viel Erfolg.


Im Jugendforum diskutierten die Schüler des Goethe-Gymnasiums mit Politikern über Europapolitik. Fotos: Brigitte Striehn
Im Jugendforum diskutierten die Schüler des Goethe-Gymnasiums mit Politikern über Europapolitik. Fotos: Brigitte Striehn


Nach einer kurzen Video-Präsentation stellten sich die Kandidaten vor. In der anschließenden Fragerunde wurden auch gegensätzliche Positionen der Parteien deutlich, wie bei den Themen Mindestlöhne oder Agrarsubventionen. Einig waren sich jedoch alle Redner, dass es heute nicht mehr darum gehe, ob wir Europa brauchen, sondern darum, wie wir es gestalten. Bürgermeister Steingröver freute sich, dass die Verpflichtungen einer „Europa-Schule“ am Goethe-Gymnasium ernst genommen werden. Man müsse aufhören Bekenntnisse abzugeben und stattdessen über Dinge sprechen, die zu tun sind. Die Menschen würden sich für Europa begeistern, wenn sie das Gefühl hätten, sie könnten etwas bewegen.

Daran knüpfte Hannah Kurlemann mit ihrer ersten Frage an: Wie wollen die Parteien mehr Bürgernähe erreichen? Nicht auf jede der Schülerfragen gab es verständliche Antworten, sodass die Politiker sich anhören mussten, dass sie nicht so viel herumreden, sondern konkrete Ziele nennen sollten. Beim Ausfüllen der Stimmzettel zu einer „Probewahl“ hätten sie sich durchaus von den Ausführungen der Politiker beeinflussen lassen, wie sie zugaben. Die Auszählung ergab ein Plus für die FDP, die vor der CDU die meisten Stimmen erhielt. Im Online-Quiz „That’s Europe“ konnten die Schüler anschließend ihr Wissen testen und in einen Wettstreit mit der polnischen Partnerschule „I. Liceum Ogolnoksztakłcące“ aus Bochnia treten. Die Fragen wurden allerdings nicht von allen positiv beurteilt, außerdem fehlte die Vergleichbarkeit, weil unterschiedliche Fragen gestellt wurden. In zwei weiteren Seminaren stellten die Referentinnen Mareike Müller und Cora Zeugmann die interaktive Jugendseite www.european-online-learning.eu vor und diskutierten über „Die EU im Brennpunkt der Globalisierung“. Lisa Jasper, Christian Kleimeyer und David Borgelt bemühten sich, Teilnehmer für die Medienaktion „Sag Europa deine Meinung“ vor die Kamera zu bekommen. Die gesammelten Filmbeiträge werden an die europäische Kommission und die Bundesregierung übergeben.

Der Dialog werde weitergeführt, einige der Jugendlichen hätten sich bereits entschlossen, zur Europawahl zu gehen.

VON BRIGITTE STRIEHN

12 · 03 · 09



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