
„Das Klimabewusstsein wächst“
Beim Unterbezirkstag der KAB in Schlickelde hat Johannes Dierker, Leiter der CAJ-Werkstatt in Saerbeck, einen Vortrag über Klimaschutz und Nachhaltigkeit gehalten. Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt er, was jeder einzelne Bürger für den Klimaschutz tun kann und was ein ökologischer Fußabdruck ist.
Mettingen. 62 KAB-Mitglieder aus 31 Ortsgruppen des Kreises Steinfurt (Bezirk Nordmünsterland) trafen sich am Samstagmorgen im Schlickelder Pfarrheim zum KAB-Unterbezirkstag.
Nach der Begrüßung vom Bezirksvorsitzenden der KAB und CDU-Fraktionschef im Landtag, Karl-Josef Laumann, referierte Johannes Dierker, Leiter der CAJ-Werkstatt in Saerbeck, über Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Im Gespräch mit unserer Zeitung erzählt Dierker, was jeder einzelne Bürger für den Klimaschutz tun kann und was ein ökologischer Fußabdruck ist.
Was macht eine Klimakommune aus?
Dierker: Eine Klimakommune muss ambitionierte Ziele hinsichtlich des Klimaschutzes haben. Ansprüche und Ziele, die sie von anderen Kommunen unterscheidet. Die Gemeinde Saerbeck hat den Klimawettbewerb des Umweltministeriums gewonnen und darf sich NRW-Klimakommune der Zukunft nennen. Saerbeck ist Modellkommune mit dem Ziel, bis 2030 so viel Energie aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse selbst zu produzieren, wie in der Gemeinde gebraucht wird. Klimawandel beginnt in den Köpfen. Konsequentes Energiesparen, im Haushalt, im Betrieb und im Verkehr kann man lernen. Der Weg zur Klimakommune setzt nicht nur einen technischen Wandel in der Energieerzeugung voraus, sondern einen umfassenden Verhaltenswandel in der Bevölkerung.
Was sagt ein ökologischer Fußabdruck über die Verbrauchswerte einzelner Bürger konkret aus?
Dierker: Mit dem ökologischen Fußabdruck lässt sich in etwa einschätzen, wie hoch der individuelle CO2-Ausstoß, abhängig von der eigenen Lebenssituation und dem eignen Lebensstil ist. Untersucht werden die Felder, wie die Haushaltssituation, öffentlicher Grundverbrauch, Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum. Die Ergebnisse lassen sich in Beziehung zum durchschnittlichen CO2-Ausstoß je Person in Deutschland und in anderen Ländern setzen.
Was kann oder muss jeder einzelne Bürger zu einer klimafreundlichen Kommune beitragen?
Dierker: Die Handlungsmöglichkeiten für die Bürger sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem energetische Gebäudesanierung, Einsatz regenerativer Energien, Stromanbieterwechsel, aber auch die Veränderung der Gewohnheiten bei Mobilität, Ernährung und Konsum. Bürger können außerdem energieeffizient einkaufen und ein Bewusstsein für Klimaschutz in der Öffentlichkeit schaffen. Gleichzeitig sind die Herausforderungen immens. Bis 2050 muss der CO2-Ausstoß um 80 Prozent reduziert werden.
Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Vorträgen gemacht? Wie weit ist der Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen in der hiesigen Region?
Dierker: Grundsätzlich wächst das Klimabewusstsein in der Region. Die Menschen sind interessiert und offen. Viele sind jedoch überrascht von der Größe der Herausforderung. Auch die Tatsache, dass Deutschland zwar viele Anstrengungen für den Klimaschutz unternimmt, aber noch meilenweit von einem akzeptablen CO2-Ausstoß je Einwohner entfernt ist, wundert viele. Ebenso die Tatsache, dass jeder Deutsche im Schnitt die doppelte Menge an Treibhausgas verursacht, wie ein Chinese.
Was sind die größten Probleme. Was muss noch getan werden?
Dierker: Das größte Problem ist, dass der Klimawandel in der Gegenwart verursacht wird, die Auswirkungen aber erst in den folgenden Jahrzehnten sichtbar werden. Zu viele Entscheidungen werden auf die Zukunft verschoben. Fortschritte in der Energieeffizienz werden durch ein Mehr an Mobilität und technischer Ausstattung zunichtegemacht. Ein Umsteuern muss jetzt erfolgen und beharrlich sein. Klimaschutz muss sich zum Imagefaktor entwickeln.

Tel: 05451 933 253
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Kommentare (2)
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Armer Bürger, denn dieser zahlt die Zeche für diese grünen Träume.
Bestes Beispiel: Photovoltaik - warum wird der Strom denn ständig teurer ?
Nur d a s wird ja nicht öffentlich erläutert. Da traut sich keiner ran, diese
Subventionen und deren Verteilung auf die Stromkunden mal deutlich zu machen.
Dann gäbe es vermutlich mehr Vandalismus bei den Solaranlagen...???