
71 Mann mit Mumm in den Knochen
Anfang 1962 war es so weit: Damals wurde in Schlickelde der Schützenverein Priestertum-Hagenbrock aus der Taufe gehoben. Zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum gibt es für die Mitglieder am Freitag eine historische Gründungsversammlung in der Gaststätte Niehüser.
Schlickelde. „Wir beabsichtigen am 27. Januar 1962 um 20 Uhr eine Versammlung zwecks Gründung eines Schützenvereins in der Wirtschaft Niehüser anzuberaumen.“ So stand es vor 50 Jahren auf der Einladung der Interessengemeinschaft Priestertum-Hagenbrock.
Am vereinbarten Tag war das Gastzimmer der Gaststätte Niehüser im Mettinger Siedlungsgebiet Priestertum voll besetzt. Das Interesse der Männer war groß. Es war an der Zeit, einen Schützenverein zu gründen.
In den Nachkriegsjahren entstand das Siedlungsgebiet Priestertum und füllte sich langsam mit Leben. „Zum Feiern der Schützenfeste ging es zu einem der anderen Mettinger Schützenvereine. Die Siedlungsbewohner feierten in den unterschiedlichsten Vereinen“, erinnert sich Ignatz Rottmann vom Schützenverein Priestertum-Hagenbrock. Der Wunsch nach einem Schützenverein wuchs.
Schützenbrüder aus anderen Vereinen nahmen sich im Jahre 1961 der Sache an. Anfang 1962 war es so weit. Unter den 39 Interessierten bei der ersten Versammlung herrschte eine lebhafte Stimmung. Hubert Dirkes ergriff das Wort: „Ein Verein mit 20 Mitgliedern stünde sich besser, die treu und fest zusammenstehen, als mit 50 Mitgliedern, die keinen Mumm in den Knochen haben.“
Hoch motiviert trugen sich sogleich 71 Personen in die Mitgliedsliste ein. Damit war der Grundstein für den Schützenverein mit dem Namen „Priestertum-Hagenbrock“ gelegt. Hubert Michel als Vorsitzender und August Tietmeyer als sein Stellvertreter sollten die Geschicke leiten. Dazu gab es je zwei Schriftführer und Kassierer, einen Oberst und Hauptmann sowie drei Fahnenoffiziere.
Der Jahresbeitrag sollte fünf Mark betragen. Mit dem ersten Tag der Vereinsgründung gab es gleich ein Ehrenmitglied, Hubert Dirkes. Die Vereinswirtin Lina Niehüser wurde als einziges weibliches Mitglied in den Verein aufgenommen. Anfang Februar gab es die nächste Versammlung, um das erste Schützenfest und damit auch die Gründungsfeier an Ostern 1962 zu planen. Am Ostersonntag gab es das erste Königsschießen mit anschließendem Tanz im Festzelt.
Der erste Schützenkönig des Vereins war der Landwirt Eugen Rethmann. Mit auf den Thron bat er seine Frau Helene, den Hofstaat bildeten Leo und Maria Osterbrink sowie Hubert und Anna Höger. Nach dem Einholen des neuen Schützenkönigs wurden am Ostermontag die Schützenvereine aus der Nachbarschaft empfangen. Es gab einen festlichen Umzug, die Kapelle spielte zum Platzkonzert auf. Oberst Hubert Michel hielt seine Festansprache und der Tanz bescherte viel Freude.
Ein Jahr später war im April Fahnenweihe. Auf den Thron kam das Königspaar Josef und Clementine Hövelmeyer. Den Hofstaat bildeten Josef und Elisabeth Albers sen. sowie Karl und Maria Schrameyer.
Nach dem festlichen Ausrollen der neuen Vereinsfahne vollzog Königin Helene, genannt „die Erste“, die öffentliche Weihe.
Zur Erinnerung an das 50-jährige Jubiläum ist für die Mitglieder des Schützenvereins Priestertum-Hagenbrock am Freitag, 24. Februar, um 20 Uhr eine historische Gründungsversammlung in der Gaststätte Niehüser.
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