
Auf nach Chill-City
Rund 70 Mettinger Bürger haben am Donnerstagabend bei einem Werkstattgespräch über die Entwicklung des Ortskerns diskutiert. Dr. Stefan Holl von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung gab Empfehlungen für ein attraktives Dorfzentrum.
Mettingen. Dr. Stefan Holl machte den Mettingern keine Illusionen: Für die meisten leer stehenden Geschäftsräume im Ortskern lasse sich kein Einzelhandel mehr finden. Der sei auf dem Rückzug. Das müsse man akzeptieren, sagte der Mann von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) am Donnerstag beim Werkstattgespräch zum Thema Ortsmarketing. Gut 70 Bürger, darunter zahlreiche Ratsmitglieder sowie Vertreter von Vereinen und Betrieben waren gekommen.
Mettingen müsse vielmehr die Aufenthaltsqualität im Ortskern erhöhen. „Schaffen Sie Ecken, in denen sich die Bürger wohlfühlen“, sagte Holl. „Wo Sie sich auf eine Bank setzen und ihren Laptop aufklappen.“ Gerade jungen Menschen kämen nicht nur zum Einkaufen, die wollten auch „chillen“, sagte Holl. Übersetzt heißt das so viel wie, sich beruhigen oder sich entspannen. Und dafür sei eine entsprechende Atmosphäre erforderlich. „Auf nach Chill-City“, sagte ein Teilnehmer nach rund zweieinhalb Stunden Diskussion.
Stefan Holl stellte zusammen mit seiner Kollegin Andrea Meyer-Delpho einen Masterplan mit Empfehlungen für das Dorfzentrum vor. Sie rieten unter anderem dazu, den Wochenmarkt zu verbessern, eventuell mit festen, begehbaren Überdachungen. Denn der Markt sei ein echter Frequenzbringer.
Den Einzelhändlern schrieb Holl ins Stammbuch, das Internet viel stärker zu nutzen. „Mit Serviceleistungen lässt sich in Mettingen punkten.“ Dazu gehörten neben der Fachberatung auch ein Bringdienst und Online-Bestellungen. Für die Einzelhändler gehe es darum, die reale und die virtuelle Welt zusammenzubringen.
Beim Ortsmarketing will die Gemeinde die Kräfte künftig bündeln. Die Vorsitzenden der vier Arbeitsgruppen wollen sich mit dem Bürgermeister treffen und über neue Arbeitsgruppen sprechen. Die sollen künftig projektbezogen arbeiten. Zu viele Gruppen seien aber für die Organisation von Ortsmarketing eher von Nachteil, erklärte Holl.
Bei der anschließenden Diskussion waren zunächst die Leerstände im Ort wieder Thema. Das ziehe den Einzelhandel runter, sagte eine Teilnehmerin. Holl betonte erneut, dass dafür andere Nutzungen gefunden werden müssen. Denn gegenüber 1980 sei die Zahl der selbstständigen Einzelhändler um mehr als 30 Prozent zurückgegangen. Notfalls müsse man auf einem ehemaligen Geschäftsstandort beispielsweise eine Garage bauen und vermieten.
„Wir sind vor allem wegen des Schulstandorts nach Mettingen gezogen“, sagte eine ehemalige Osnabrückerin. Ihr sei es wichtig, dass im Ort etwas für jüngere Menschen geschaffen werde. „Dann kommen auch die Eltern.“ Der geplante Mehrgenerationen-Spielplatz südlich der Kirche sei deshalb sehr gut. Die Gemeinde müsse sowohl junge als auch alte Menschen als Zielgruppe im Blick haben und beides zusammenbringen, erläuterte Holl. Am alten Rathausplatz mit der Bäckerei und der Eisdiele habe sich ein solcher Treffpunkt von Jung und Alt schon entwickelt, sagte Bürgermeister Helmut Kellinghaus.
Die Verwaltung nahm am Ende viele Anregungen aus der Bürgerschaft mit. Und es blieb die Erkenntnis, dass Mettingen schon etwas bewegt hat, um den Ortskern attraktiver zu machen. Bis zur „Chill-City“ ist aber noch einiges zu tun.
UMFRAGE (beendet)
Die Stärken und Schwächen des Mettinger Ortskerns und den Kommentar zum Thema lesen Sie am Samstag in der IVZ.

Tel: 05451 933 253
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Kommentare (1)
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Man man man...da steht das Wasser bis zum Hals, und dann nimmt man erst mal einen tiefen Schluck aus der Pulle ????
Da läuft grundsätzlich was schief - oder ?
Junge Leute zum Chillen nach Mettingen ?
Was haben Sie denn geraucht ? Genau das will ich auch ! ;-)