
Denk mal an ein Denkmal
Dechant Rainer B. Irmgedruth nahm die Aufforderung wörtlich, die im Titel der Ausstellung „Mein Denkmal und ich“ steckt, und bedauerte, wie viele Menschen nicht mehr darüber nachdenken, wenn sie an ihnen vorbeikommen.
Mettingen. „Denk mal“ – Dechant Rainer B. Irmgedruth nahm die Aufforderung wörtlich, die im Titel der Ausstellung „Mein Denkmal und ich“ steckt, und bedauerte, wie viele Menschen nicht mehr darüber nachdenken, wenn sie an ihnen vorbeikommen. An den Bildstöcken, Wegkreuzen und Kapellen nämlich, die so typisch sind für das Tecklenburger Land.
„Zu jedem Denkmal gehört jemand, der es betreut, es lebendig macht und etwas dazu erzählt“, machte Irmgedruth in seiner Einführung am Freitagnachmittag in der Eingangshalle der Reha-Klinik St. Elisabeth deutlich. Und genau die Geschichten, Erlebnisse und Erinnerungen dieser Menschen aus dem Münsterland, aus dem Oldenburger Land und vom Niederrhein spiegeln die Denkmäler wider. Die Gründe, Denkmäler aufzustellen, sind so vielfältig wie die Werke aus Holz und Stein selber. Sie erinnern an Unwetter oder Schicksalsschläge wie Unfälle oder gar einen Mord, sie danken für viele gemeinsame Ehejahre oder die Heimkehr tot geglaubter Vermisster, sie mahnen oder erbitten Schutz.
„Denk mal nach, wie oft Gott sich schon schützend in dein Leben eingemischt hat“, gab Irmgedruth zu bedenken und wünschte der Ausstellung mit ihren 20 Informations- und Bildtafeln, dass manche beim Lesen der Lebensgeschichten und Erinnerungen stutzig werden.
Stark vertreten ist das Münsterland mit einem Wegkreuz in Lüdinghausen, Kapellen in Altenberge und Borghorst, einem Marienaltar in einem alten Telefonhäuschen in Rheine-Elte, einem Sandsteinkreuz auf einem Billerbecker Hof.
Zu diesen „Zeugnissen des Glaubens aus Holz und Stein“ gehören „Menschen aus Fleisch und Blut“ wie eine Familie, die den Tod mehrerer Kinder zu beklagen hatte, Nachbarn, die zum Andenken an die im Krieg Gefallenen und Vermissten eine Kapelle bauten, Schützen, die eine Wegekapelle für einen 350 Jahre alten Torso errichteten, ein Mann, der zum Gedenken an Mutter und Schwiegermutter einen Marienaltar in eine alte Telefonzelle verlegte sowie ein Ehepaar, das zu seiner Silberhochzeit als Ausdruck der Dankbarkeit und sichtbares Zeichen seines Glaubens ein modernes Sandsteinkreuz anfertigen ließ.
Als „klein, aber oho“ bezeichnete Hubert Baune, Verwaltungsleiter der Reha-Klinik, die Wanderausstellung, die 14 Tage lang in der Eingangshalle zu sehen sein wird, bevor sie in die anderen Alteneinrichtungen der Mathias-Stiftung umzieht. Er hoffe, dass sie viele Christen und alle Besucher und Patienten ansprechen möge, die sich für Glaubensgeschichten und -zeugnisse interessieren.
Die 20 Informations- und Bildtafeln zum Buch „Mein Denkmal und ich“ bleiben bis Freitag, 17. Februar 2012, in Mettingen.
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