
Lammers nimmt Lehrer in die Pflicht
Zehn Monate vor dem turnusgemäßen Ende seiner Amtszeit und nach einem teils nachdenklichen, teils zornigen Rückblick auf diese Zeit zog Dr. Heinz-Jürgen Lammers dennoch eine positive Bilanz seines ehrenamtlichen Engagements im Verein der Schulfreunde.
Mettingen. „In zehn Jahren habe ich diese Arbeit nicht bereut. Sie hat mir sehr viel gegeben und ich möchte sie nicht aus meinem Leben streichen.“ Zehn Monate vor dem turnusgemäßen Ende seiner Amtszeit und nach einem teils nachdenklichen, teils zornigen Rückblick auf diese Zeit zog Dr. Heinz-Jürgen Lammers dennoch eine positive Bilanz seines ehrenamtlichen Engagements im Vorstand des Vereins der Schulfreunde. Dabei nahm er auch die Lehrer in die Pflicht.
Seine „Abschiedsrede“ während des Neujahrsempfangs des Schulträgers der Mettinger Kardinal-von-Galen-Schulen am Sonntagvormittag nutzte Lammers aber zunächst dazu, Werbung für die Vorstandsarbeit in dem Verein zu machen, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert. Satzungsgemäße Aufgaben wie das Abschließen von Arbeits- und Schulverträgen, die Verwaltung des Vereins- und Schulvermögens, die Führung der laufenden Geschäfte sowie die Gestaltung des Umfelds der Schulen und die Schaffung der Voraussetzungen dafür seien machbar, erklärte Lammers. Er bat die Mitglieder, sich nicht zu scheuen, für den Vorstand des Vereins zu kandidieren.
Der Vorsitzende rechnete auch ab, machte deutlich, was der Vorstand seiner Ansicht nach nicht brauche, nämlich „Lobbyisten, die permanent versuchen, Vorteile für einzelne Gruppierungen dieser Schulen zulasten anderer durchzusetzen“. Er brauche vielmehr „Leute, die eine ehrliche, korrekte Arbeit machen wollen, sich auf die Aufgaben beschränken, die sie beherrschen und Entscheidungen treffen, die von ihnen satzungsgemäß erwartet werden – zum Wohl dieser Schulen“, fuhr Lammers fort.
Das setze allerdings voraus, „dass Sie, meine Damen und Herren der Schulleitungen und Lehrerkollegien, auch Ihren Job machen“, sagte Lammers. Sie müssten dafür sorgen, dass „uns die Eltern mit ihren Kindern die Türen einrennen“, forderte er. „Das wird schlichtweg von Ihnen erwartet, und glauben Sie doch nicht, dass außerhalb dieser Gemäuer sich jemand den Kopf macht für Ihre Probleme“, wandte sich Lammers an diejenigen, die als Lehrer über das Schicksal der Schüler bestimmten.
„Sie gestalten deren Zukunft und die der Kardinal-von-Galen-Schulen – erst in zweiter Linie der Verein der Schulfreunde“, stellte er klar.
Mettingens Bürgermeister Helmut Kellinghaus dankte dem Vorstand und den Kollegien auch im Namen der Verwaltungschefs der Nachbargemeinden dafür, dass sie Verantwortung für die Schulen übernommen hätten.
Er appellierte aber auch an sie, sich weiter einzubringen. „Wir wollen diese Schule“, versicherte er und versprach, in der sich verändernden Schullandschaft alle Anstrengungen dafür zu unternehmen. „Tun wir nicht so, als ob sich das nicht auf Mettingen auswirken würde“, stellte Kellinghaus fest. Er blicke zuversichtlich in das neue Jahr, sei sich aber bewusst, dass „wir etwas tun müssen“.
Die KvG-Bigband, verstärkt durch Ehemalige, begleitete den Neujahrsempfang musikalisch. Schüler der neunten Klassen des Gymnasiums präsentierten die Ergebnisse des Fair-Trade-Projekts, die sie gemeinsam mit ihrem Erdkundelehrer Thomas Steppling erarbeitet haben.
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