Mettingen
Ausstellung
01.02.2012

Mettinger Künstler lenken Blicke zum Mond

"Kunst und Leben gehören zusammen" - entsprechend vielfältig und lebensnah sind die Materialien der Exponate von Thomas M. Hartmann und Andreas Gorke. Die beiden Künstler aus dem Tüöttendorf eröffnen am Freitag ihre Ausstellung im Kunstspeicher.

Mettingen. Bücher aus Blei und Torf, Schilde aus Brombeerranken oder Figuren aus Stuck? Oder lieber Holzschnitte, Druckgrafiken oder Pinseltuschzeichnungen? Am besten beides, denn der Mettinger Künstler Thomas M. Hartmann und sein Kollege Andreas Gorke machen wieder mal gemeinsame Sache. Am Freitag, 3. Februar, eröffnen sie um 20 Uhr ihre Ausstellung „Zeitgenossen. Parallelprozesse“ im Kunstspeicher auf dem Schultenhof.

In den vergangenen Tagen waren sie vor Ort, um ihre Werke zu hängen oder zu stellen, Hartmann belegt das Erdgeschoss, Gorke die obere Etage. Bilder aufhängen, Skulptur aufstellen. Was für den Laien einfach scheint, ist für die Profis mit jeder Menge Überlegungen verbunden und nimmt auch mehr Zeit in Anspruch. Schließlich gilt es, die Werke so zu präsentieren, dass sie richtig zur Geltung kommen, und da ist es schon entscheidend, ob die Werke an einer Wand hängen oder über Eck.

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Auf den ersten Blick sehen die weißen Skulpturen, die Thomas M. Hartmann im Erdgeschoss verteilt, gleich aus, aber „sie gucken alle unterschiedlich“, sagt der Künstler über die Figuren aus Stuck. Sie schauen aus mundgeblasenen Augen und sollen dem Betrachter das Gefühl geben, dass sie ihn begleiten. Der Einband aus Blei, die Buchseiten aus Torf – in diesen fünf Büchern hat Hartmann die Zeit festgehalten, denn Torf wächst langsam, beinahe unendlich langsam. Immerhin 1000 Jahre braucht er, um einen Meter hoch zu werden. „Gib acht“ steht auf dem Einband, Hartmanns Appell „achtsam mit der Natur umzugehen“.

Materialien in einen anderen Zusammenhang zu setzen, ist ein Schwerpunkt von Hartmanns Kunst. So hat er alte Transparente oder Gardinen seiner verstorbenen Mutter in Collagen, Brombeerranken aus dem Garten zu Schilden verarbeitet.

„Kunst und Leben gehören zusammen“ – auch Andreas Gorke nutzt alle möglichen Situationen und Alltagsgegenstände für seine Werke. Das Amselnest vor der Brettstruktur stammt aus seinem Garten, wo sein Hund auch die Knochen verbuddelt hat, die der Künstler wiederum zu Knochendrucken verarbeitet hat. Diese sind ebenso wie die Korkdrucke in der oberen Etage des Kunstspeichers zu sehen. Er sei Romantiker, sagt Gorke und zeigt auf die großformatigen Monde, die er möglichst hoch hängen möchte, damit der Betrachter nach oben schauen muss.

Gorke und Hartmann kennen sich einigen Jahren, sind Künstler des Welbergener Kreises und haben schon mehrfach gemeinsam ausgestellt. „Wir sind Zeitgenossen und arbeiten zeitlich parallel“, erklärt Hartmann den Ausstellungstitel „Zeitgenossen. Parallelprozesse“. Die künstlerisch aber auch freundschaftlich verbundenen Männer arbeiten jedoch nicht zusammen, stellen sie übereinstimmend fest.

Veranstalter der Ausstellung ist der Förderverein Mettinger Schultenhof. Die Eröffnung ist am kommenden Freitag im Kunstspeicher auf dem Schultenhof.

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