
Zahl der Kirchenaustritte schmerzt
Es sind vor allem die Kirchenaustritte, die Mettingens Pastor Rainer B. Irmgedruth etwas Kummer bereiten. Denn mit 21 Menschen, die im vergangenen Jahr der Gemeinde St. Agatha den Rücken gekehrt haben, blieb die Zahl der gemeldeten Austritte genauso hoch wie schon 2010.
Mettingen. Es sind vor allem die Kirchenaustritte, die Mettingens Pastor Rainer B. Irmgedruth etwas Kummer bereiten. Denn mit 21 Menschen, die im vergangenen Jahr der Gemeinde St. Agatha den Rücken gekehrt haben, blieb die Zahl der gemeldeten Austritte genauso hoch wie schon 2010. „Die Austritte schmerzen, zumeist sind es Ex-Mettinger. Aber einige erklären auch, dass die Missbräuche sie dazu veranlasst haben“, erklärt der Pfarrer mit Blick auf die Jahresstatistik. Der vor zwei Jahren an die Öffentlichkeit gelangte Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat somit offenbar auch nachhaltige Folgen für die Mettinger Gemeinde. Allerdings gab es auch vier Wiederaufnahmen in die Kirche, immerhin eine mehr als im Vorjahr. Insgesamt leben derzeit 8426 Katholiken in der Tüöttengemeinde.
Steigende Zahlen meldet die Kirche bei den Täuflingen. 71 Kinder wurden 2011 in die Gemeinde aufgenommen. Fünf mehr als im Jahr zuvor. Konstant blieb die Zahl der Beerdigungen. 101 Trauerfeiern waren es im vergangenen Jahr, für 2010 meldete die Gemeinde 102 Beerdigungen. Im Gegensatz zu den Taufen sank die Anzahl der Kommunionkinder und Firmlinge in St. Agatha: Empfingen 2010 noch 126 Mädchen und Jungen das Sakrament der heiligen Kommunion, waren es 2011 nur 104 Kinder. Ferner gab es weniger Firmlinge, was ein weiterer Blick in die Statistik zeigt: 100 Jugendliche gingen 2011 zur Firmung, im Vorjahr waren es 112. Irmgedruth: „Bei Erstkommunion und Firmung sind zwar die absoluten Zahlen gesunken, nicht aber die Prozentzahl der Teilnahme.“
Erfreulich sei, dass die Zahlen der Eheschließungen und der Silberhochzeiten konstant blieben, sagt der Pastor. 20 Paare ließen sich in St. Agatha trauen. 2010 waren es 21 Paare. Zwölf Ehepaare feierten ihre Silberhochzeit, im Jahr zuvor waren es neun. Die Zahl der Goldhochzeiten ist aber zurückgegangen: 13 Paare konnten 2011 ihr 50-jähriges Ehejubiläum feiern. Im Vorjahr waren es noch 22. Sechs Ehepaare begingen ihre diamantene Hochzeit, zwei Paare mehr als 2010.
Bei den Kirchenbesuchern registrierte die Gemeinde bei einer Zählung im März 990 und im November 967 Gläubige. Damit liegen die Zahlen weit unter den Ergebnissen von 2010. Seinerzeit wurden im Frühjahr 1329 und im Herbst 1182 Christen gezählt. „Die Schwankung der Kirchenbesucherzahlen ist normal“, erläutert Irmgedruth. An „vollen Sonntagen“ kämen bis zu 1500 Besucher, an leeren keine 900. „Oft ist das nicht plausibel zu erklären.“
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Kommentare (2)
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Wie viele Gemeinden, vor allem in Ballungszentren und Städten, wären angesichts derartiger Zahlen im endlosen Freudentaumel ?
Aber -es sind ja nicht nur die Kirchenaustritte ! Die Generation der Menschen, die mit der Kirche wirklich was anfangen können, stirbt aus. Und dann denken Sie an die Einwohner-Prognosen für Mettingen...2040...da sind wir hier "halbiert" !
Und dann ?