Ein Turm für die Aaseestadt?

Der obere Teil des Mastes während der Bauphase.Foto: Wolfgang Henry
Der obere Teil des Mastes während der Bauphase.Foto: Wolfgang Henry


Münster - Der Turm aus Beton und Stahl ist 60 Meter hoch und wiegt fast 120 Tonnen. Aufgestellt wurde er am Rand des Dorfes Heimertzheim bei Swisttal. Die Bauzeit betrug gerade einmal zwei Tage.

Ein vergleichbares Modell, mit 50 Metern etwas niedriger, möchte das Innenministerium der Landesregierung in der Aaseestadt errichten, und zwar auf dem Gelände der Landespolizeischule an der Ecke Weseler Straße/Bonhoefferstraße.


Der Generalanzeiger in Bonn hat unserer Zeitung diese Fotos von dem heftig umstrittenen Funkmast zur Verfügung gestellt, um eine Vorstellung von der Größe zu vermitteln. Der Mast in Münster würde, wenn er denn aufgestellt wird, 600 Meter vom Aasee und drei Kilometer vom Dom entfernt stehen.

Noch ist der Mast, wie er hier zu sehen ist, nicht fertig. Oben auf der Spitze werden noch umfangreiche technische Aufbauten installiert.

Wie der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes, der bei dem Mastbau mit dem Innenministerium und der Polizei zusammenarbeitet, in einem Behörden-Magazin schreibt, ist „Swisttal einer der ersten Knotenpunkte im Netz für den Digitalfunk, über den Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Katastrophenschutz, Zollbehörden und andere Einrichtungen bald intern und miteinander kommunizieren können.“

Der Standort Aaseestadt, gegen den sich bereits eine Bürgerinitiative gebildet hat, gehört ebenfalls zu dieser Knotenpunkt-Kategorie.

Stadtdirektor Hartwig Schultheiß hatte sich bei einer Bürgeranfrage im Rat sehr kritisch zu dem Projekt geäußert und erklärt, dass eine Baugenehmigung für das Projekt aufgrund der städtebaulichen und nachbarschaftlichen Unverträglichkeit nur schwer vorstellbar sei.

Gleichwohl ist aber bekannt, dass sich die Landesregierung bei Bauvorhaben zum Zivilschutz über Restriktionen der Kommunen hinweg- setzen kann.

Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte Schultheiß, dass er „größtes Interesse“ an einem Einvernehmen mit dem BBau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes habe. Zugleich deutete er an, dass die Suche nach alternativen Standorten zwingend erforderlich sei, weil der Turm die Blickachse vom Aasee oder auch von der Weseler Straße massiv beeinträchtigen würde.

Inzwischen ist durchgesickert, dass es einen massiven Streit zwischen dem BLB und dem Land in der Funkmast-Frage gibt. Der BLB hatte nämlich durch eine Bauvoranfrage bei der Stadt das Thema publik gemacht.

» Die Bürgerinitiative gegen den Richtfunkmast im Aaseeviertel trifft sich am 8. März um 18 Uhr im Gemeindesaal der Jakobuskirche.

VON KLAUS BAUMEISTER, MÜNSTER

22 · 02 · 10


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