Gespannt auf die neue Aufgabe

Margret Eilermann wird demnächst amtlich vereidigt: Roxels neue Schiedsfrau freut sich auf ihre spannende ehrenamtliche Aufgabe. Foto:
Margret Eilermann wird demnächst amtlich vereidigt: Roxels neue Schiedsfrau freut sich auf ihre spannende ehrenamtliche Aufgabe. Foto:
(tu)


Münster-Roxel - „Natürlich bin ich keine Fachjuristin“, sagt Margret Eilermann (51) mit einem Lächeln. „Aber als Mensch mit einiger Lebenserfahrung kann ich dazu beitragen, in Streitsituationen Brücken zu bauen.“ Roxels neue Schiedsfrau, Nachfolgerin des verstorbenen langjährigen Amtsinhabers Karl-Heinz Garbe, freut sich auf ihre spannende Aufgabe. Für die zweifache Mutter, deren erwachsene Töchter derzeit das Elternhaus verlassen, beginnt zugleich ein neuer Lebensabschnitt.

Ein sinnvolles und anspruchsvolles Ehrenamt, erzählt die gelernte Grundschullehrerin, bot sich daher geradezu an. Nachbarschaftliche Streitereien wegen Grenzbebauung oder - bepflanzung, der über den Zaun ragende Apfelbaumast, Meinungsverschiedenheiten in multikulturell besetzten Mietshäusern: Streitfälle dieser Art sind das klassische Metier der Schiedsleute, die dem Amtsgericht unterstellt sind.


Bevor jemand Klage erhebt, muss die Schiedsperson bescheinigen, dass eine außergerichtliche Einigung nicht machbar ist. Erst dann, weiß Margret Eilermann, seien Klageverfahren vor Gericht möglich. Die Roxelerin, die lange Jahre als Versicherungssachbearbeiterin gearbeitet hat und zudem den Familienbetrieb verwaltet, sieht dem zunächst auf fünf Jahre befristeten Schiedsamt mit Freude und Gelassenheit entgegen: „Was auf mich zukommt, weiß ich derzeit noch nicht.“

So einige „bunte Bilder“ von aktuellen Fällen habe ihr ein münsterischer Kollege aus dem Bezirk Mauritz / Hansaring schon präsentiert. Sicherlich werde der eine oder andere Fall nicht immer auf Anhieb leicht zu lösen sein. Immerhin, so das Ergebnis von Margret Eilermanns Erkundigungen, habe es im vergangenen Jahr keinen amtlich registrierten Streitfall in Roxel gegeben. „Was sicherlich nicht heißt, das wir hier im Paradies leben“, wie sie kritisch hinzu fügt.

Die notwendigen Verfahrensvorschriften und Gesetzestexte liegen ihr bereits vor, mit dem Bund deutscher Schiedsmänner wurden erste Gespräche geführt. Im September nimmt Margret Eilermann an zwei Lehrgängen teil - dabei geht es ums Zivil- und Strafrecht. Fest steht nach ihren bisherigen Recherchen: Häufig erschienen die streitenden Parteien sofort mit einem Rechtsbeistand und die Auseinandersetzung ähnele einem gerichtlichen Verfahren. „Das sieht das Schiedsamt jedoch überhaupt nicht vor“, unterstreicht Margret Eilermann. Im Mittelpunkt stehe vielmehr eine Art Mediatoren-Gespräch ohne Gewinner oder Verlierer. Oberstes Ziel bleibe stets die gemeinschaftliche Lösung des Problems.

Dass sie weder „parteilich noch auf Vereinsebene vorbelastet“ sei, betrachtet die Roxelerin als Vorteil für die Ausübung ihres neuen Ehrenamts.


09 · 07 · 10



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