
Trotz allem optimistisch
-Elmar Ries- Einen rund 15-prozentigen Rückgang der Passagierzahlen vor Augen haben und trotzdem optimistisch in die Zukunft des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) blicken – Markus Lewe machte gestern vor, wie das geht.
In diesem Jahr schlügen zwar die Folgen der Wirtschaftskrise und die neue Luftverkehrsabgabe beim Linienangebot und damit auch bei den Passagierzahlen zu Buche, sagte Münsters Oberbürgermeister und FMO- Aufsichtsrats-Chef Markus Lewe, der Flughafenchef Prof. Gerd Stöwer zum ersten Mal beim Bilanzgespräch assistierte. Dennoch: Alle Experten „sagen mittelfristig steigende Fluggastzahlen voraus“, von diesem Trend werde auch der Airport in Greven profitieren. Darum, und „weil der FMO für die Region bedeutsam ist“, sei der geplante Ausbau eine strategische Investition und bei der kommunalen Eigentümerfamilie unumstritten.
Sechs Strecken hat der Flughafen in den vergangenen zwölf Monaten verloren. Die Verbindungen nach London, Wien, Stuttgart, Posen, Stuttgart und Friedrichshafen neu zu vergeben, sei gegenwärtig schwierig bis unmöglich, sagte Stöwer.
Vor allem die umstrittene Luftverkehrssteuer habe einen in doppelter Hinsicht negativen Effekt gehabt: Fluggesellschaften konzentrierten sich wieder auf die großen Airports, die darum mit einem fünfprozentigen Passagierplus aus dem Jahr 2011 gegangen sind. Und: Die Airlines sind vorsichtig, was das Auflegen neuer Verbindungen angeht. In Greven wird das in zweifacher Hinsicht zu Buche schlagen. „Wir rechnen in 2012 mit einem Passagierrückgang von rund 15 Prozent“, sagte Stöwer. Von einer „Durststrecke“ sprach Münsters Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang. Bei 1,33 Millionen Passagieren in 2011 wären das in diesem Jahr rund 200 000 Fluggäste weniger. Hinzu kommt: Die schwarze Null, die der FMO-Chef für 2011 stolz verkündete, „werden wir im kommenden Jahr nicht wieder erreichen können“.
Was tun? So wie in den vergangenen Jahren immer mal wieder, führt der FMO auch derzeit Gespräche mit Billig-Airlines. „Ich kann Ihnen aber sagen, dass vom FMO vorerst keine Low-Cost-Fluggesellschaft starten wird“, erklärte Stöwer. Gleichwohl liefen die Gespräche, weil sich die Billig-Anbieter – namentlich Ryanair – „bewegen“. Bislang zahlen Billig-Airlines keine oder nur geringe Gebühren. Die aber sind für die Flughäfen wichtige Einnahmequellen. Gingen zum jetzigen Zeitpunkt Low-Coster in Greven an den Start, würde der FMO Verluste machen – „in einem zweistelligen Millionenbereich“, sagte Lewe. Das wollen auch die Gesellschafter tunlichst vermeiden.
Dennoch werden sie wohl für den FMO ins Portemonnaie greifen. Die Eigenkapitaldecke des FMO sei schon immer nicht wirklich üppig gewesen, sagte der Aufsichtsratschef. „Wir haben darum in den vergangenen Wochen Gespräche geführt, um das zu ändern.“ Zur möglichen Höhe der Aufstockung äußerte sich Lewe nicht.
Elmar Ries
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