
Eindringliches Konzert des Laetare-Chors
Perfekt aus einem Guss erlebten die Zuhörer in der voll besetzten St.-Dionysius-Kirche das Adventskonzert des Laetare-Chores. Geschickt beleuchtete der Chor auf den Altar-Stufen mit den LED-Lichtern nur die Notenblätter, nicht die Gesichter, schon gar nicht den Raum.
Recke. Perfekt aus einem Guss erlebten die Zuhörer in einschließlich der zusätzlichen Stühle voll besetzten St.-Dionysius-Kirche das Adventskonzert des Laetare-Chores.
In der dunklen, mit Geschick nach vorne weisenden Lichtern geschmückten Kirche begannen die Sängerinnen und Sänger leise und sich langsam steigernd mit dem Lied „Wir sagen Euch an den lieben Advent“. Beim zweiten Lied „Es ist Advent“ stellten Kinder Kerzen vor dem Altar auf. So bekamen die Augen ein Ziel.
Geschickt beleuchtete der Chor auf den Altar-Stufen mit den LED-Lichtern nur die Notenblätter, nicht die Gesichter, schon gar nicht den Raum. Nichts lenkte dadurch von dem musikalischen Vortrag ab! Und die Lichtgestaltung schaffte eine Atmosphäre der Ruhe und Sammlung!
Vom Klavier aus dirigierte Frank Müllmann den groß gewordenen Chor, der präzise und prägnant, frisch und voller Lebendigkeit vortrug. Diszipliniert lautmalend auch den Chorsatz „Christus, das Licht“, währenddessen der Altarraum geschickt in einen Hauch von Licht getaucht wurde. Polyphon und energisch forderte der an Zahl und Stimmkraft beachtliche Klangkörper des Chores die Zuhörer auf bei T. Höhns Kanon „Mach Dich auf“! Es sei ein Kanon nicht nur zum Advent, war auf den verteilten Liedblättern vermerkt. Als Frage gestalteten die Sänger dann das nächste Lied „Bist Du es, der da kommen soll?“ Appellativ und zum Handeln auffordernd trug der Chor das Lied „Geh zu den Armen“ vor. Der Imperativ am Strophenanfang erschien dramatisch eindringlich gestaltet.
Diese Einstimmung auf das kommende Fest, zu der der Chor auch in diesem Jahr wieder eingeladen hatte, gelang dem Chor als ganzheitliche Erfahrung. Der Raum, die Eindringlichkeit der Lieder der Sänger, die variantenreiche, gekonnte Begleitung durch den Dirigenten am Klavier und auch die einfühlsam begleitenden und verbindenden Melodien der Querflöte von Inge Jendiek – es passte alles bestens zusammen. Die Zuhörer, die nach den Erfahrungen der Vorjahre mit hohen Erwartungen gekommen waren, wurden noch einmal positiv überrascht.
Das Können der Sängerinnen und Sänger bewies dann noch der Chorsatz „Menschen, in dem Stall geboren“: Von Piano bis Forte schwoll der Vortag und ebbte dem Texte folgend wieder ab. A Capella hielten die Sänger dann Zwiesprache bei „Die Nacht ist vorbei“ Männer- und Frauenstimmen wechselten einander ab und bedachten einfühlsam die Botschaft von Weihnachten. Das Hosianna erklang dann als freudiger Willkommensgruß für den Davids Sohn als Schlussakkord ganz am Ende. Damit schloss sich musikalisch der Kreis. Er reichte von der Ansage des Advents bis zur Begrüßung des Heilands der Welt. In der knappen Stunde gelang es dem Chor, mit den drei wohl gewählten Texten und mit seinem Liedvortrag in der mit Licht so geschickt gestalteten überwiegend dunklen Kirche die Zuhörer alles, was „draußen“ drängt, zu vergessen zu lassen. Es war die eindringlich-beeindruckende Verkündigung des kommenden Weihnachtsfestes! Dass das Konzert ganz ohne eines der bekannten und strapazierten Weihnachtslieder auskam und dass die Hörer am Ende lang anhaltend Beifall klatschten und den Laetare-Chor erst nach zwei Zugaben entließen, das versteht sich von selbst.
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