Recke
Greifvögel
23.01.2012

Kein Jagdglück für Steinadler-Weibchen Lara in Espel

Der Steinadler gilt als König der Lüfte - und ist vom Aussterben bedroht. Im Revier an der Kowallstraße in Recke-Espel wurde der beeindruckende Greifvogel vor Kurzem zur Jagd eingesetzt.

Recke. Der Steinadler gilt als König der Lüfte. Im Revier an der Kowallstraße in Recke-Espel wurde der beeindruckende Greifvogel vor Kurzem zur Jagd eingesetzt. „Steinadler sind vom Aussterben bedroht, sagt Alexander Schartmann aus Beesten, der den Vogel einsetzte. In Espel sollte der gefiederte Jäger nach Fuchs und Rehwild Ausschau halten.

„Wenn die Tiere uns wahrnehmen, ist alles schon zu spät. Am leichtesten geht es im Senf, wenn die Tiere versuchen, sich dort zu verstecken. Dann haben wir noch eine Chance, heranzukommen. Aber auf der freien Fläche haben wir so gut wie keine Chance“, erläutert Schartmann. „Da hinten am Ködelmess“ (so nennt man ein Waldstück zwischen Mittellandkanal und Kowallstraße) ist auf gut 250 Meter Entfernung ein Sprung Rehe zu sehen“, sagt Helmut Möllenhoff einer der Pächter des Reviers in Espel. „Insgesamt zählen wir hier rund 20 Rehe im Revier. Damit ist unser Revier gut bestückt. Was in diesem Jahr nicht so gut vorhanden ist, sind die Hasen und Fasane“. Das liege eindeutig am Pflanzenanbau für die Biogasanlagen, meint Walter Ostendorf. „Da hat das Wild überhaupt keine Chance, groß zu werden. Im Mai und Juni, wenn die ersten Jungen zur Welt kommen, würden sie von den großen Erntemaschinen geschluckt.

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In den letzten beiden Jahren sei der Bestand fast immer um 50 Prozent gesunken. „Unser Bestreben ist es, die Jagdbestände in geordneten Bahnen zu halten, deshalb gehen wir schon mit sehr viel Rücksicht auf die Jagd.“

Möllenhoff hat zu dem jungen Falkner Alexander Schartmann aus Beesten einen guten Kontakt. „Deshalb haben wir ihn heute mal eingeladen, um seinen jungen Steinadler auch mal fliegen zu lassen.“ Schartmanns Vater habe auch ein eigenes Revier, aber man könne mit dem Adler nicht jede Woche im gleichen Revier jagen. „Deshalb ist er heute bei uns zu Gast, um mit dem Adler zu beizen.“

Die Jagdsaison geht jetzt bald zu Ende, und dann sei ohnehin Ruhe im Revier, sagt Möllenhoff. Die Jäger-Gruppe ging in Espel gleich durch mehrere Senffelder. Schartmann hatte dabei seinem Adlerweibchen Lara die Lederhaube vom Kopf genommen. Der Steinadler hat ein sehr gutes Auge und reagiert schnell. Plötzlich steigt er Adler auf. Vier, fünf Schläge mit seinen über 2,20 Meter breiten Schwingen – dann taucht er ab. Alle folgen ihm mit dem Blick. Es kommt zu einem Zweikampf am Boden. Man sieht nichts. Hat das Steinadler-Weibchen zugeschlagen? Alle beginnen zu laufen. Schartmann ist als Erster da. Obwohl der Adler das Reh erreichte, konnte er das Tier nicht fangen. Unverletzt konnte das Reh entkommen. Schartmann nimmt den Adler wieder auf seinen Lederhandschuh.

Jetzt ist der Greifvogel „auf Betriebstemperatur“. Das Weibchen beginnt, energisch zu jagen. Möllenhoff nimmt sein Fernrohr. „Das Reh ist weit weg. Läuft gerade hinten im Ködelmess. Da haben wir heute keine Chance mehr.“

Die Gruppe sucht noch ein neues Senffeld. 17 Rehe wurden gesichtet. Aber die Tiere sind durch das Rufen des Adlers und die Anwesenheit der Jagdgruppe schon schon gewarnt und haben das Weite gesucht.

Nach gut einer Stunde wurde die Beizjagd abgebrochen. Das Steinadler-Weibchen hat seine Chancen gehabt, konnte sie aber nicht nutzten. Aber Lara ist noch jung, erst im dritten Flug. Jetzt muss sie erst einmal bis zur nächsten Jagdsaison im Herbst auf einen neuen Einsatz warten.

Video: mazzTV
Jagdunterstützung: Steinadler-Weibchen Lara zog in Espel ihre Kreise

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