Recke
Schienenverkehr
01.02.2012

Mettingen und Recke von Vorstoß aus Lotte in punkto Nordbahn überrascht

Überrascht haben die Verwaltungschefs aus Mettingen und Recke den Vorstoß aus Lotte zum Güterverkehr auf der Tecklenburger Nordbahn zur Kenntnis genommen. Lotte erwägt den Austritt aus der „Zuschussgemeinschaft“ für die Güterstrecke.

Mettingen/Recke. Überrascht haben die Verwaltungschefs aus Mettingen und Recke den Vorstoß aus Lotte zum Güterverkehr auf der Tecklenburger Nordbahn zur Kenntnis genommen. Lotte erwägt den Austritt aus der „Zuschussgemeinschaft“ für die Güterstrecke.

Grund: Der jährliche Anteil der Kommune an der Verlustabdeckung in Höhe von 4200 Euro ist der Gemeinde offenbar zu teuer. Zumal schon lange keine Güter aus Lotte mehr auf der Strecke transportiert werden.

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Das ist in Mettingen und Recke auch der Fall. Trotzdem wollen deren Bürgermeister Helmut Kellinghaus und Eckhard Kellermeier die Zuschüsse ihrer Kommunen (Mettingen und 4000 Euro und Recke etwa 3500 Euro im Jahr) nicht einfach streichen.

„Ich halte es für unglücklich, mit der Einsparung eines vergleichsweise geringen Betrages der Tecklenburger Nordbahn den Todesstoß zu versetzen“, sagt Eckhard Kellermeier. Dann wäre auch die Reaktivierung der Schienenstrecke für den Personenverkehr hinfällig. Im Klartext: Wenig gespart, weitreichende Folgen verursacht. „Ich meine nach wie vor, dass wir das Projekt nicht aus den Augen verlieren sollten“, erklärt der Recker Bürgermeister. „Das ist eine Zukunftschance für die Anrainerkommunen.“

Gültige Beschlusslage beim Kreis Steinfurt ist allerdings: Steigt nach Westerkappeln eine weitere Kommune aus der „Zuschussgemeinschaft“ aus, müsste automatisch der Stilllegungsbeschluss folgen. Damit wäre auch die Reaktivierung der Bahn für den Personenverkehr in weiter Ferne.

Das jährliche Defizit der Güterstrecke beträgt derzeit 200 000 Euro. Davon zahlt der Kreis die Hälfte. Die andere Hälfte teilen sich die Anrainerkommunen Ibbenbüren, Rheine, Hörstel, Mettingen, Recke, Hopsten und Lotte nach einem bestimmten Schlüssel. „Wenn Lotte aussteigt, müssten wir uns über einen anderen Schlüssel unterhalten“, meint Bürgermeister Kellinghaus trotz der Beschlusslage in Steinfurt. Er sieht noch mehr den Kreis in der Pflicht. Der müsste seiner Ansicht nach den gesamten Verlustbetrag übernehmen.

Eckhard Kellermeier sieht die Diskussion um die Verlustabdeckung aber auch bald nach Recke kommen. Schließlich soll der Beitrag im kommenden Jahr erhöht werden und die Gemeinde muss genau wie Mettingen an jeder Ecke sparen.

„Wir haben unseren Zuschussanteil für die Haushaltsberatungen ebenfalls zur Diskussion gestellt“, ergänzt der Mettinger Amtskollege. Denn das sei auch eine freiwillige Leistung, die angesichts der bevorstehenden Haushaltssicherung auf den Prüfstand müsse.

Kellinghaus betont jedoch gleichzeitig, dass die Gemeinde bislang den Standpunkt vertreten habe, den Zuschuss für den Güterverkehr weiterhin zu zahlen. Für ihn sei es wichtig, die Infrastruktur über die Schiene für die Anrainerkommunen zu halten. Werde der Güterverkehr eingestellt, sei diese Verbindung weg. Eine Schienenanbindung könne aber unter anderem wegen steigender Energiepreise noch sehr wichtig werden.

Eckhard Kellermeier wünscht sich bei der Diskussion um die Zukunft der Tecklenburger Nordbahn ein einheitliches Vorgehen der Kommunen. „Ich finde es unglücklich, wenn eine Kommune ausschert.“ Für die erklärten Gegner einer Reaktivierung für den Personenverkehr sei das natürlich Wasser auf die Mühlen.

UMFRAGE (beendet)

Überrascht haben die Verwaltungschefs aus Mettingen und Recke den Vorstoß aus Lotte zum Güterverkehr auf der Tecklenburger Nordbahn zur Kenntnis genommen. Lotte erwägt den Austritt aus der „Zuschussgemeinschaft“ für die Güterstrecke, um den Betrag von 4200 Euro zu sparen. Das könnte der Todesstoß für die Tecklenburger Nordbahn bedeuten. Wie denken Sie darüber?
Ich kann Lotte verstehen, denn die Kommunen müssen jeden Cent sparen.
54%
Ich halte diese Sparmaßnahme für falsch, wenn das der Todesstoß für die Tecklenburger Nordbahn ist.
41%
Mir ist das Thema egal.
5%
Stimmen gesamt 140
Autor: Oliver Langemeyer
Tel: 05451 933 253

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Kommentare (1)

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01.02.2012 08:15 von ivz_ben:
In den letzten 15 Jahren wurde auf der TN kaum Güterverkehr für die direkten Anliegergemeinden abgewickelt. Alle Versuche einen irgendwie gearteten wirtschaftlichen Betrieb aufzunehmen schlugen fehl.
Die Diskussion um die Defizitabdeckung nimmt immer dramatischere Formen für den Kreishaushalt und die Haushalte der Gemeinden an. Auch die vereinbarte Aufteilung der Verlustabdeckung täuscht nicht über die miserable Finanzielle und bauliche Lage der Bahnlinie nicht hinweg. Einige Bürgermeister und der Politiker des Kreise sprechen sich für den Fortbestand der TN aus ohne sich um den schon vorhandenen Investitionsstau für Sanierung und Instandhaltung zu bemühen. Die aktuell angestrebte Grenze und Vorgabe für die Verlustabdeckung von 200.000 Euro für den laufenden Betrieb steht im völligen Widerspruch zu den jährlichen Verlustabdeckungen der letzten Jahre. Auch ein Zuschuss der Bundeswehr von über 200.000 Euro wird nicht mehr gezahlt und muss vom Kreis und den Kommunen zusätzlich getragen werden
Ein ‚Element der Wirtschaftförderung’, welches in den letzten Jahren zu keiner Ansiedlung von Gewerbe und Produktionsstätten geführt hat, ist dringend zu überprüfen und von den Verantwortlichen in Verwaltung und Politik zu rechtfertigen.
Die Bemühungen um die Reaktivierung der TN wird seit über 10 Jahren geprüft und findet keine Zustimmung bei der Landesregierung.
Die Verantwortlichen in den Gemeinden und beim Kreis Steinfurt müssen jetzt ihre Entscheidungen prüfen, wie mit den Steuermitteln für die notwendigen und wichtigen Themen und Probleme einer noch lebenswerten Region umgegangen werden muss.
Der Güterverkehr ist zudem finanziell günstiger und schneller über die Strecke Osnabrück-Ibbenbüren-Rheine ab zuwickeln, wenn die Politiker betriebswirtschaftlich denken würden.

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Die Gemeinde Recke hat Anfang des Jahres einen Haushalt verabschiedet. Der sah ein massives Minus, die Überschuldung vor. Auf Anraten des Kreises Steinfurt wurde die Haushaltssatzung geändert. Rein theoretisch schafft es Recke, in den nächsten zehn Jahren sein Defizit auszugleichen. Eventuell gehen damit Steuererhöhungen einher. Ohne den Haushaltsausgleich auf dem Papier drohten aber massive Sparmaßnahmen, auf die die Verantwortlichen von Politik und Verwaltung kaum noch Einfluss gehabt hätten.

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