
Scheibchenweise fällt das Holz
Frostige Fäll-Aktion: Bei Minus zwölf Grad hat Diplom-Forstingenieur Michael Sommer heute zusammen mit seinen Kollegen etliche Bäume am Heiligen Meer dem Erdboden gleichgemacht. Insgesamt wurden 274 Bäume als nicht mehr standsicher eingestuft und deshalb zum Fällen freigegeben.
Hopsten. „Es ist schon mächtig kalt“, sagt Michael Sommer. Der Diplom-Forstingenieur ist am Dienstag im Wald am Heiligen Meer bei der Arbeit. Zusammen mit seinen Kollegen fällt er Bäume an der Hopstener Straße. Ganze 12 Grad minus zeigt das Thermometer. Und das schon seit Tagen.
„Das hier sind typische Holzarbeiten, die jeweils in den Wintermonaten erledigt werden.“ Insgesamt hat ein Baumsachverständiger am Heiligen Meer 274 Bäume mit Farbe gekennzeichnet, die ganz oder teilweise gefällt werden müssen. Das ist bereits in den vergangenen Tagen geschehen.
Heute und am morgigen Mittwoch sind die zehn Bäume dran, die direkt an der Hopstener Straße stehen. Die zu fällen, erfordert entsprechende Verkehrssicherungsmaßnahmen und die mussten erst vorbereitet und vom Kreis genehmigt werden.
„Was die Arbeiten heute erschwert, ist, dass das Holz bis zum Kern durchgefroren ist. Das macht es für die Mitarbeiter an der Motorsäge noch schwieriger“, erläutert Sommer. „Das Holz ist sehr schwer zu schneiden. Daher muss die Kette laufend nachgeschliffen werden. Das macht die Arbeit schwerer, aber nicht gefährlicher.“
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), der 30 Hektar Wald am Heiligen Meer besitzt, ist Auftraggeber dieser Fällarbeiten. Vor deren Beginn hatte ein Forstsachverständiger den Wald auf Verkehrssicherheit überprüft.
Schließlich geht es auch darum, dass das Gebiet am Heiligen Meer, das jährlich mehreren Tausend Menschen zur Naherholung dient, weiterhin gefahrlos durchwandert werden kann. Ergebnis der Überprüfung: Pro Hektar sind im Schnitt neun Bäume nicht mehr stand- und bruchsicher. Es handelt sich überwiegend um Birken, Kiefern und Erlen, die abgestorben und von Pilzen befallen sind, aber auch Kronenschäden sowie Stamm- und Kernfäule aufweisen.
„Die Fällaktion wird in diesen Tagen abgeschlossen, sagt Sommer. Wenn alles läuft, wie geplant, werden die Männer am Mittwoch mit ihrer Arbeit fertig werden. Parallel zum Forstsachverständigen prüfte ein Biologe, ob sich im betroffenen Baumbestand besonders geschützte und wertvolle andere Tier- und Pflanzenarten angesiedelt haben, deren Fortbestehen durch den Eingriff gefährdet wäre. Laut Aussage des Fachmannes sind in diesem Bereich jedoch keine artenschutzrechtlich relevanten Vorkommen zu berücksichtigen.
Die gefällten Bäume bleiben dem Wald als liegendes Totholz mit ökologischer Bedeutung erhalten, erläuterte der LWL im Vorfeld. Michael Sommer und sein Team beschneiden die Bäume jeweils von oben nach unten. Stückweise werden die Stämme abgetragen und bleiben unten als Holzhaufen liegen, die langsam verrotten.
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