
Singen gehört zum Fest dazu
„Stille Nacht, Heilige Nacht“, wird an Weihnachten in Gottesdiensten und sicher auch in vielen Familien unterm Christbaum gesungen. Wir wollten wissen, welche Bedeutung das Liedersingen für die Menschen zu Weihnachten heute noch hat.
Recke. „Stille Nacht, Heilige Nacht“, wird an Weihnachten in Gottesdiensten und sicher auch in vielen Familien unterm Christbaum gesungen. Zumindest die älteren Semester werden sich erinnern, dass das Christkind in ihrer Kindheit früher regelrecht herbeigesungen wurde. Wir wollten wissen, welche Bedeutung das Liedersingen für die Menschen zu Weihnachten heute noch hat.
Liederbücher gehen bei Helga Volk von der gleichnamigen Buchhandlung in Recke über den Ladentisch. „Aber das sind eher Fachbücher“, sagt die Chefin. Für kleinere Kinder werde weiterhin zu den bunt bebilderten Gesangsbüchern gegriffen. „Aber das war schon mal mehr. Vielleicht wird heutzutage nicht mehr viel gesungen“, vermutet Volk.
Dem zum Trotze geht es an der Schulstraße in Recke-Espel ganz musikalisch zu. „Meine Mutter kommt zu uns, dann feiern wir gemeinsam das Weihnachtsfest und die Bescherung“, sagt Wolfgang Siefker, Dirigent des Spielmannszuges des Musikvereins Blau-Weiß Recke-Espel.
„Meine zehnjährige Tochter Sarah und ich holen die Flöten `raus und spielen vor.“ Auch Sohn Felix (13) sei schon gespannt auf Weihnachten. Mit im Bunde sei die fünfjährige Lea, die im Kindergarten schon bestens mit Weihnachtsliedern versorgt sei: ,O du fröhliche’, oder ,Nikolaus, komm in unser Haus’ hören wir schon seit Wochen, wenn sie uns diese Lieder vorsingt.“
Der fünfköpfigen Familie Raab in Steinbeck werde von der elfjährigen Tochter Leonie auf dem Saxofon vorgespielt. Nach dem Essen würden dann noch Weihnachtslieder gesungen, danach folge die Bescherung.
Bei Familie Büscher in der Ackerstraße in Recke werde heute „erst kräftig gesungen, dann folgt die Bescherung und anschließend gibt es Essen“, sagt Oma Margret. Früher hätten ihre Kinder das Fest musikalisch begleitet und sie ist zuversichtlich, dass diese Rolle später einmal an ihre Enkel übergehen wird. „Soweit sind sie aber noch nicht“, sagt sie.
„Nach Einbruch der Dunkelheit wird schön gegessen, dann singen wir und anschließend ist Bescherung“, sagt Klaus Bräkelmann. Für den 62-Jährigen Lehrer gehöre das zum Fest einfach dazu. „Vor allem für die Kinder ist das eine schöne Zeit, sich auf Heiligabend und auf die Bescherung zu freuen.“
In der Ringstraße in Steinbeck bei Familie Hebbeler stimme Martina die Weihnachtslieder an.
Dass das Singen an Weihnachten einfach dazu gehört, lernen die Kinder auch heute noch. Zumindest in der Grundschule. In der St.-Elisabethschule in Recke sei schon in der Vorweihnachtszeit viel gesungen worden, sagt Schulleiterin Renate Konnemann. „Jeden Montag gab es ein Advents- und Weihnachtssingen“.
Vorwiegend seien neuere Weihnachtslieder angestimmt worden, etwa vom Musiker Rolf Zuckowski. „Aber traditionelle Stücke haben wir natürlich auch gesungen“, sagt die Schulleiterin. Bei den Kindern sei das Lied „Dicke rote Kerzen“ beliebt. Eine Kollegin in Vertretung habe auch mal Noten für „Nikolaus, pack die Taschen aus“ mitgebracht, einer umgedichteten Version des Klassikers „Jingle Bells“. Seitdem ein echter Hit.
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