
Christmas-Shopping im T-Shirt
Vier Monate am anderen Ende der Welt – wo ist nur die Zeit geblieben. Mein Austauschjahr gefällt mir immer besser. Heimweh kommt nicht auf, da ich von morgens bis abends im Leben der Neuseeländer eingebunden bin. Ich habe neue Freunde gefunden, viel Neues ausprobiert und erlebt und Neuseeland kennen und lieben gelernt.
Hallo Ibbenbüren,
Vier Monate am anderen Ende der Welt – wo ist nur die Zeit geblieben. Mein Austauschjahr gefällt mir immer besser. Heimweh kommt nicht auf, da ich von morgens bis abends im Leben der Neuseeländer eingebunden bin. Ich habe neue Freunde gefunden, viel Neues ausprobiert und erlebt und Neuseeland kennen und lieben gelernt. Nachdem die All Blacks, die neuseeländische Rugbynationalmannschaft, die Weltmeisterschaft gewonnen haben, kehrt langsam wieder der Alltag in Neuseeland ein.
Um mit ihren Fans den Titelgewinn gebührend zu feiern, zogen die All Blacks durch die Straßen von Wellington ins Stadion ein. Wir Austauschschüler bekamen von der Schulleitung einige Stunden schulfrei um rechtzeitig in die Innenstadt zu gelangen. Am Bahnhof gelang es uns nicht einen Platz in den Zügen, die in die Innenstadt fuhren, zu erlangen, da ganz Wellington auf dem Weg zur Parade war. So fuhren wir erst einige Stationen in die Gegenrichtung. Auch fuhr der nächste Zug ohne Halt durch den Bahnhof durch. Erst ein Sonderzug brachte uns ans Ziel.
In den Straßen von Wellington erwarteten wir mit den Neuseeländern die All Blacks. Es war schon beeindruckend, wie die Neuseeländer ihre Helden feierten. Autogramme wurden verteilt, Hände geschüttelt und der gewonnene Pokal bestaunt.
Mit Freunden war ich einige Tage später Eislaufen. In Wellington war den ganzen Oktober zum ersten Mal eine Eisbahn aufgebaut worden. Jedoch musste ich feststellen, dass die deutsche Disziplin – immer nur in eine Richtung Runden drehen – nicht angesagt war.
Sonntags war ich inzwischen des öfteren Segeln. Geeigneter Wind herrscht in Wellington immer. Meine Gastmutter war mir behilflich, einen entsprechenden Kontakt mit einem Segelclub herzustellen. Wir Segeln mit verschiedenen Booten in verschiedenen Altersklassen. Am vergangenen Sonntag brach das Segel an unserem Boot, da der Wind sich hierin verfangen hatte. Ein Motorboot kam zur Rettung und zog uns an Land.
Mein vierter Term des Schuljahres neigt sich bereits dem Ende zu. Ich bekomme schon in der zweiten Novemberwoche Sommerferien, die sich bis in den Januar hineinziehen werden. Allerdings schreiben die Seniors, die neuseeländischen Schüler der Schuljahre elf bis dreizehn, noch Examensarbeiten. Die Klausuren werden den ganzen November geschrieben. Die Examensarbeiten sind mit den deutschen Vergleichsarbeiten und den Abiturprüfungen vergleichbar.
Bei der Entlassungsfeier der Abschlussklassen trat ich in meiner offiziellen Schuluniform mit dem Chor auf. Vor lauter Nervosität befürchtete ich den Text zu vergessen. Doch meine Angst war unbegründet. Viele weitere Gruppen des Tawa Colleges traten zu Ehren der Entlassungsschüler auf. Für mich war es ein eindrucksvoller Abend.
Während meiner Ferien treffe ich mich mit den anderen Austauschschülern zum Beispiel um zu Shoppen oder um am Strand das Meer zu genießen. Die neuseeländischen Schüler sind mit den Examensarbeiten beschäftigt. Erst am 8. Dezember können sie auch ihre Ferien genießen.
Auch in Neuseeland beginnt trotz Beginn der Sommers die Weihnachtszeit. Weihnachtsgebäck und -geschenke werden in den Geschäften angeboten. Gestern war ich auf einem Weihnachtsumzug mit Santa Claus, Cheerleadern und vielen Figuren aus den Walt Disneyfilmen.
Jedoch befinden sich auch weiterhin viele Fanartikel der All Blacks im Angebot der Geschäfte - begehrte Geschenke für Weihnachten. Es ist ein merkwürdiges Gefühl für mich im T-Shirt Weihnachtsgeschenke auszusuchen.
Rugby World Cup und Eislaufen in Wellington waren in den letzten Wochen die großen Ereignisse. Aber auch der normale Alltag in meiner Gastfamilie, das Schulleben und das Treffen meiner Freunde machen das Austauschjahr so liebens- und lebenswert. Kein Tag ist wie der andere. Langeweile ist für mich ein Fremdwort.
Liebe Grüße aus Neuseeland,
Sarah Rotert
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