Neuseeland-Tagebuch
Neuseeland
15.09.2011

Der Mond ist Tag und Nacht zu sehen

Wenn ich zurückschaue, kann ich kaum glauben, dass ich schon vier Wochen am anderen Ende der Welt bin. 28 Tage neue Erfahrungen und eine Reise in einen neuen unbekannten Lebensabschnitt. Mit meiner Gastfamilie habe ich mich auf Anhieb verstanden - mein neuer Schulunterricht ist schlicht spannend und in Neuseeland selbst gibt es viel Neues zu entdecken.

Hallo nach Ibbenbüren,

Wenn ich zurückschaue, kann ich kaum glauben, dass ich schon vier Wochen am anderen Ende der Welt bin. 28 Tage neue Erfahrungen und eine Reise in einen neuen unbekannten Lebensabschnitt.

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Ich habe mich entschieden, das zehnte Schuljahr als Austauschschülerin in Neuseeland zu verbringen. Die letzten Tage bis zur Abreise vergehen wie im Fluge. Meine Nervosität und Anspannung steigen von Minute zu Minute. Endlich ist der 26. Juli da und mein Abenteuer startet am Flughafen Düsseldorf. Von dort fliege ich nach London, wo ich die eine Hälfte der Austauschschüler der Organisation Eurovacances traf. Wir fliegen von London über Hong Kong nach Auckland, Neuseeland. Die andere Hälfte der Schüler fliegt über Los Angeles nach Auckland. Auf dem Rückflug wird die Route getauscht. Nach fünfundzwanzig Stunden erwartet uns der Vertreter der Organisation Russel T., ein ehemaliger Schulleiter. Er zeigt uns in den nächsten zwei Tagen die Sehenswürdigkeiten und besonderen Orte von Auckland. Auckland ist mit über 1,4 Millionen Einwohnern – einem Drittel der Landesbevölkerung – die mit Abstand die größte Stadt des Landes.

Danach fliege ich von Auckland nach Wellington. Wellington ist die Hauptstadt von Neuseeland. Sie befindet sich an der Südspitze der neuseeländischen Nordinsel. Der Flug dauert eine Stunde. Mein erster Blick auf Wellington bietet mir eine Stadt erbaut inmitten von Bergen und Meer. Nach der Landung werde ich herzlich von meiner Gastfamilie erwartet. Wir verstehen uns auf Anhieb.

Bereits am nächsten Tag beginnt die Schule. Der dritte Term startete. In Neuseeland wird ein Schuljahr in vier Terms gegliedert. Die Kiwi-Schüler – die Einwohner von Neuseeland nennen sich selbst Kiwis, nach einem Vogel, der nur in Neuseeland lebt – bezogen mich gleich am ersten Tag in die Klassengemeinschaft mit ein. Ich kam in die zwölfte Klasse.

Morgens fahre ich ein dreiviertel Stunde mit dem Schulbus am Meer entlang. Mit wachsender Begeisterung genieße ich den Ausblick über das Meer bis zu den Bergen. Der Mond ist Tag und Nacht zu sehen.

Mein Schulalltag ist anders aufgebaut als in Deutschland. Die Ganztagsschule startet am Montag, Dienstag und Donnerstag um 8:35 Uhr und am Mittwoch erst um 9:30 Uhr, da die Lehrer regelmäßig Besprechungen haben. Freitags beginnt Schule für alle um 8:40 Uhr, da ab 8 Uhr die Mitglieder des Chors proben. Nach der zweiten Stunde, der Periode, haben wir eine Pause von zwanzig Minuten und nach der vierten Periode eine einstündige Lunchpause. Eine Periode dauert eine Stunde. Die Lunchpause endet jeden Tag um 2:20 Uhr. Anschließend haben wir noch eine Periode. Schulschluss ist jeden Tag um 3:20 Uhr. Die ausgewählten Fächer machen viel Spaß. Der etwas andere Schulalltag in Neuseeland gefällt mir sehr gut.

Aus einer Vielzahl von Fächern konnte ich meinen Stundenplan zusammenstellen. Ich habe Biologie, Geschichte, Englisch, Mathe, „Food and Nutrition“ und Classic gewählt. Food and Nutrition habe ich vier Stunden in der Woche. Zwei Stunden kochen und backen wir. In den anderen beiden Stunden haben wir Theorie. Im theoretischen Unterricht planen wir z.B. ein ganzes Dinner (von der Einladung bis zum Menü). In Classic besprechen wir die römische und griechische Kultur und deren Götter.

In Wellington ist zurzeit Winter, da Wellington auf der Südhalbkugel liegt. Am Sonntag, den 14. August, gibt es den ersten Schnee seit neunzehn Jahren. Jeder Einwohner in Wellington freut sich über das unerwartete Ereignis. Normalerweise, erklärt mir die Gastmutter, fällt im Winter nie Schnee. Die Temperaturen liegen zwischen 9 und 14° C.

Ungewohnt ist es für mich auch, dass die Neuseeländer auf der linken Straßenseite fahren.

Mit diesen Erfahrungen und vielen weiteren verspricht es ein aufregendes, spannendes Jahr zu werden.

Alles Liebe aus Neuseeland,

Sarah Rotert

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