
Abenteuer Blumenwüste - einfach unvergesslich!
Letzten Freitag ging es los: meine erste Reise in Chile. Das Ziel: Vallenar. Nördlich von Vallenar fängt die Blumenwüste an. Ein seltenes Phänomen, das das letzte Mal im Jahr 2002 zu bewundern war. Die Atacamawüste gilt als die trockenste Wüste der Erde.
Hallo nach Ibbenbüren,
letzten Freitag ging es los: meine erste Reise in Chile. Das Ziel: Vallenar. Nördlich von Vallenar fängt die Blumenwüste an. Ein seltenes Phänomen, das das letzte Mal im Jahr 2002 zu bewundern war. Die Atacamawüste gilt als die trockenste Wüste der Erde, doch wenn alle sieben bis zehn Jahre genügend Regen fällt, dann fängt es an zu sprießen und zu blühen. Also nutzen wir die einmalige Gelegenheit und machten uns auf den Weg nach Vallenar.
Um 10 Uhr abends fuhr der Bus am Busbahnhof in Santiago los. In Chile wird viel mit dem Bus gereist, es gibt eine handvoll Busgesellschaften, die feste Routen zwischen verschiedenen Städten anbieten. Mit den Bussen zu Reisen ist bequem und günstig. Die Sitze sind weicher und gemütlicher als im Flugzeug, man kann die Lehne weiter nach hinten klappen und es gibt es ausklappbaren Fußteil, dass es fast wie eine Liege ist. Super ist auch, dass der Bus nachts fährt: abends einsteigen und einschlafen und morgens woanders aufwachen und aussteigen.
Der Trip in die Wüste war mehr oder weniger spontan und meine mitreisenden Freiwilligen und ich wollten vor Ort nach einer Unterkunft gucken. Im Bus sprach uns ein junger Mann an, weil wir deutsch redeten und verwickelte uns in Gespräch. Da er auch nach Vallenar fuhr, erkundigten wir uns, wo wir am besten unterkommen konnten.
<box_media>Was dann passierte, ist in Deutschland und in Europa einfach unvorstellbar. José sagte, er habe ein großes Haus und lud acht wildfremde Ausländer ein bei ihm zu übernachten. Wir konnten unser Glück kaum fassen und natürlich nahmen wir die Einladung an.
Er wohnt in Huasco, einer kleinen Küstenstadt, eine Stunde mit dem Minibus von Vallenar entfernt. Nach einer kurzen Nacht im Bus machten wir uns also auf ins Abenteuer.
In Huasco angekommen, setzten wir nur unsere Rucksäcke ab und dann ging es direkt an den Strand. Das erste Mal das Meer vor Chile gesichtet und die frische salzige Luft eingeatmet. Unbeschreiblich schön. Vor allem diese frische Brise, welch ein Unterschied zum Santiago-Smog.
Mittags fuhren wir los in die Wüste. Mit dem Freund von Josés Onkel, der einen Minibus besaß. Zwar mussten wir etwas Geld zahlen, aber da wir uns schon die Kosten für eine Übernachtung gespart hatten, war das in unserem Budget drin. So fuhren wir los zum Parque Nacional Llanos de Challe.
Die Atacamawüste ist keine Sandwüste, weit und breit also keine einzige Sanddüne zu sehen. Heiß war es übrigens auch nicht. Also Vorurteile konnten nicht bestätigt werden. Es handelt sich um eine Küsten- bzw. Nebelwüste und sieht für mich eher nach Steppe aus. Also viel trockener brauner Boden und Felsen. Küstenwüste deshalb, weil Wüste und Meer direkt beieinander liegen.
<2>Während der Fahrt durch die Wüste genossen wir also den Blick auf den wunderschönen Pazifischen Ozean. Wüste und Meer – für mich war das vorher unvorstellbar. Genauso wie die Kombination Wüste und Blumen, aber ich habe es mit eigenen Augen gesehen und beides existiert tatsächlich.
So kam es, dass wir auf unserem Wüstentrip Halt an verschiedenen, verlassenen Stränden machten. Sandstrand, Kiesstrand und Felsstrand an einem Tag! Das klare türkisfarbene Wasser war ein Traum. Bei dem Anblick der bunt blühenden Wüste war es für mich schwer vorstellbar, dass es normalerweise ganz anders aussieht. Überall grünte es und Blumen über Blumen. Ein sehr beeindruckendes Naturerlebnis!
Abends saßen wir alle gemütlich zusammen vor dem Fernsehen und sahen in den Nachrichten, dass es einen Riesenstromausfall in Santiago und im Großteil des Landes gab. Wir blieben in unserem kleinen Örtchen verschont und verfolgten im Fernsehen, dass beispielsweise Supermärkte geplündert wurden. Der Grund für den Blackout ist nicht bekannt.
Am Sonntag machten wir uns mit dem Bus auf den Weg nach Vallenar und statteten dem Dorf Freirina einen Besuch ab. Eine Sehenswürdigkeit: die Kirche Santa Rosa de Lima aus dem Jahre 1869 aus Holz. Mehr gab es dort außer dem Esel auch nicht zu sehen.
Mit dem Bus sind wir leider zu weit gefahren und waren schon längst aus Freirina wieder heraus. So kam es, dass wir per Anhalter zurück und auch weiter nach Vallenar fuhren: mit Rucksäcken hinten im Kastenwagen oder auf der Ladefläche eines Pickups.
Wieder einmal bewiesen uns einige Chilenen ihre Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Eine große Rolle spielt wohl auch, dass wir Rucksacktouristen waren und weiblich (zumindest vier von fünf). Das Wetter wurde immer besser je näher wir Vallenar kamen. Dort konnten wir noch einen schönen Sommertag erleben, bevor es um Mitternacht wieder mit dem Bus zurück nach Santiago ging.
Erschöpft, aber glücklich, erschienen wir mehr oder weniger pünktlich am Montag Morgen auf der Arbeit und starteten in eine neue Arbeitswoche. Welch ein abenteuerliches Wochenende! Das war eine unvergessliche Reise als Auftakt. Im Oktober gibt es zwei lange Wochenenden und ich freue mich auf mehr spannende Abenteuer im Land der Extreme!
Liebe Grüße in die Heimat,
Mai
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